Georg Schmidt

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Georg Schmidt (* 7. Juli 1899 in Gösseldorf / Kreis Mittelfranken) war als SS-Hauptsturmführer (SS-Nr. 406.999) und Kriminalrat Leiter der Außendienststelle (ADStl) der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Bochum und Hagen / Westfalen.

Lebensstationen[Bearbeiten]

Er absolvierte die Volks- und Berufsschule, um dann im Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters zu arbeiten. Seit Oktober 1917 diente er als Soldat im Ersten Weltkrieg und blieb bis 1920 bei der Reichswehr. Seit Juni 1920 trat er in den Dienst der Schutzpolzei in Frankfurt am Main. Da er wegen seines Alters nicht mehr die Offizierslaufbahn beginnen konnte, wechselte er im Jahre 1930 in Duisburg zur Kriminalpolizei[1].

Dienst bei der SS und Gestapo[Bearbeiten]

Vom 3. Mai 1934 bis 6. Juni 1934 leitete er die 77. SS-Standarte.[2] Nach dem Besuch eines Lehrgangs wurde er im September 1936 zum Kriminalkommissar auf Probe in Recklinghausen ernannt. Es folgte im Dezember 1936 seine Versetzung zur Staatspolizeistelle Dortmund (Stapo Dortmund). Dieser Versetzung soll gegen seinen Willen erfolgt sein, wobei er auch Widerspruch einlegte. Am 1. April 1937 wurde er zur ADStl Bochum der Gestapo Dortmund versetzt, wo er die Leitung übernahm. Ab März 1944 bis Oktober 1944 wurde er zur Gestapo Verona (BdS IV) abkommandiert. Nach seiner Rückkehr im November 1944 zur Gestapo Dortmund übernahm er dort das Referat Kirchenpolitik, Angelegenheiten der Schutzhaft und Personalangelegenheiten[3]. Am 5. April bis 14. April 1945 leitete er noch die ADStl Hagen der Gestapo.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde er vom 15. Mai 1945 bis 22. März 1948 im Lager Staumühle interniert. Die Spruchammer Bielefeld verurteilte ihn am 4. Februar 1949 wegen seiner Zugehörigkeit zur Gestapo zu einer Haft von einem Jahr Gefängnis. Da ihm die Internierungshaft angerechnet wurde, brauchte er die Haft nicht anzutreten. Im Jahre 1950 wurde er wegen vermuteter Kriegsverbrechen festgenommen. Das Schwurgericht in Hagen sprach ihn am 18. Juli 1952 wegen des Mangels an hinreichenden Nachweisen von der Beschuldigung des Totschlags an zwölf Personen an der Donnerkuhle in Hagen frei. In einer erneuten Verhandlung vor dem Landgericht Hagen am 19. und 20. Dezember 1955 stellte das Gericht wegen §§ 1, 6 des Straffreiheitsgesetzes vom 17. Juli 1954 das Verfahren gegen ihn ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C.F. Rüter, Justiz und NS-Verbrechen, Band 9, Lfd-Nr. 312, Amsterdam 1972
  2. Mark C. Yerger: Allgemeine SS. The Commands, Units and Leaders of the General SS, S. 206
  3. C.F. Rüter, Justiz und NS-Verbrechen, Band 13, Lfd-Nr. 425, Amsterdam 1975