Günther Janich

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Günther Janich (* 6. Dezember 1903 in Marienwerder) war ein deutscher Jurist im Geheimen Staatspolizeiamt Berlin. Nach der Ablösung von Rudolf Diels als Gestapo-Leiter im April 1934 wurde er nach Schleswig-Holstein versetzt, wo er in der Landesverwaltung tätig wurde.

Werdegang[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften begann seine juristische Ausbildung in Breslau. Im Dezember 1929 kam er zum Polizeipräsidium Berlin. Zur Abteilung I A im Polizeipräsidium wurde er nach dem 20. Juli 1932 versetzt. Galt er vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten dem Zentrum nahestehend, so näherte er sich ebenso wie sein Bruder Franz Janich nach dem 30. Januar 1933 eher dem NS-Regime zu.

Übernahme in das Gestapa[Bearbeiten]

Im April 1933 wurde er in das Gestapa Berlin übernommen. Damit galt er darauf hin als eine Person, die im Gefolge des Gestapo-Leiters Rudolf Diels stand. Im Juni 1933 wurde er als Pressedezernent eingesetzt. Die Ernennung zum Regierungsrat erfolgte im August 1933. Zum Dezernent für Justizangelegenheiten wurde er im Januar 1934 ernannt. Welche Bedeutung die Stellung von Janich im Gestapa hatte, kann man an seinen Nachfolgern in der Abteilung erkennen: Hans Volk[1], Reinhard Heydrich und danach Heinrich Müller[2].[3]

Einsatz in Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Im April 1934 erfolgte der Sturz von Rudolf Diels als Leiter der Gestapo. In dieser Folge verlor auch Günther Janich seine Position im Gestapa Berlin. Es folgte seine Versetzung zur Regierung Schleswig-Holstein nach dem 20. April 1934. Danach wurde er dort Landrat. Ab 1938 hatte er eine Stelle als Landesplaner inne. Im Jahre 1937 wurde er Mitglied in der NSDAP. Im Jahre 1943 wurde er einem Dienststrafverfahren wegen verschiedener dienstlicher Verfehlungen unterzogen. Daraufhin folgte offensichtlich eine Einberufung zur Wehrmacht. Von 1945 bis 1948 dauerte seine Kriegsgefangenschaft.[4]

Schriften[Bearbeiten]

  • Guenter Janich: Wem gebührt der Überschuß bei der Zwangsversteigerung eines herrenlosen Grundstücks? Ohlau in Schlesien 1928, DNB 570736994, OCLC 71886831 (Dissertation Universität Breslau).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Volk in der deutschsprachigen Wikipedia
  2. Heinrich Müller in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Detlev Scheffler: Schutzhaft im Nationalsozialismus (1933 bis 1945): die Bürokratie des Reichssicherheitshauptamtes und die Verfolgung des politischen Gegners. Freie Universität Berlin, Berlin 1998, OCLC 836819531, S. 167 (Dissertation).
  4. Christoph Graf: Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur: die Entwicklung der preußischen Politischen Polizei vom Staatsschutzorgan der Weimarer Republik zum Geheimen Staatspolizeiamt des Dritten Reiches. Colloquium-Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-7678-0585-5, S. 357–358 (457 S.).
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