Günther Däss

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Günther Däss (* 1926 in Stuttgart) ist ein deutscher Publizist, Kultur- und Literaturwissenschaftler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

In seiner Jugend war Günther Däss ein Schüler des Alexander von Bernus und begeisterte sich für die Dichtung Rainer Maria Rilkes. In den 1940er-Jahren stand Däss mit Carl Gustav Jung in Austausch über methodische Fragen der Forschung.[1]

Als ein naher Freund Max Benzingers, der die Soziale Dreigliederung vertrat, wurde Däss mit dem Werk Rudolf Steiners bekannt. Däss schrieb, ohne sich selbst der Anthroposophie anzuschließen, für die deren Wochenzeitschrift Das Goetheanum.[2]

Nachdem Däss in Deutschland eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung absolviert hatte, studierte er in Haarlem an der Internationalen Akademie, wo er bei Jac van Essen 1959 mit einer Untersuchung über die Intuition in Rilkes Duineser Elegien zum Doktor der Philosophie promovierte.[3]

Däss kam mit dem Buddhismus zunächst in der Gestalt des Zen in Kontakt. Er kritisierte den Indologen und Religionswissenschaftler Helmuth von Glasenapp für seine in Däss' Augen zu oberflächliche Behandlung des Zen-Buddhismus: „Zur Darstellung und Wertung von Religionsformen reichen Sprachkenntnisse allein nicht aus. Vielmehr müssen Religionsforscher umfassend gebildete Kulturwissenschaftler sein.“[4]

In den 1960er-Jahren begann Däss sich mit dem Werk von Lama Anagarika Govinda auseinanderzusetzen. Er war in der Folge mit Govindas Schüler Karl-Heinz Gottmann befreundet, der ihn am 9. Oktober 1977 mit dem Initiationsnamen Vimalavajra in das Arya Maitreya Mandala aufnahm.[5]

Als Rezensent für verschiedene Medien setzte sich Däss von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre mit Themen der Literatur-, Kultur- und Religionswissenschaft auseinander, darunter die Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft[6] und die Zeitschrift der Der Kreis. In dieser behandelte er unter anderen Janwillem Lincoln van de Wetering,[7] Alan Watts[8] sowie Adel Theodor Khoury und Peter Hünermann[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. C. G. Jung: Briefe. Band 2, Hrsg. von Aniela Jaffé und Gerhard Adler. Walter Verlag 1973 (ISBN 9783530407587), S. 88
  2. Z. B. Günther Däss: Transparenz des Menschseins. In: Das Goetheanum 1948, Bd. 27/28
  3. Die Dissertation erschien überarbeitet als das Buch Günther Däss: Wirklichkeitsintuition und Wirklichkeitstreue in Rilkes Duineser Elegien. Haarlem University Press, 1970.
  4. Däss, Wirklichkeitsintuition und Wirklichkeitstreue, S. 219
  5. Der Kreis Nr. 131 September/Oktober 1977 (ISSN 2197-6007), S. 21-22
  6. Z.B. G. Däss: Käte Hamburger: Die Logik der Dichtung. Stuttgart: Ernst Klett 1957. In: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft 1961 Band 6, S. 220-225
  7. Der Kreis Nr. 177 (1985) S. 50-52
  8. Der Kreis Nr. 174 (1985), S. 108-110
  9. Der Kreis Nr. 176 (1985), S. 46-48
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