Futarchie

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Die Futarchie ist eine von Robin Hanson vorgeschlagene Abwandlung der Demokratie, die mit Hilfe von Prognosemärkten politische Entscheidungen verbessern soll. Die New York Times nannte es ein Schlagwort des Jahres 2008.[1]

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise[Bearbeiten]

Demokratische Abstimmungen werden weiterhin verwendet, um zu entscheiden, welche Ziele erreicht werden sollen, beispielsweise Reduzierung der Arbeitslosigkeit, Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts, Verbesserung der Luftqualität, etc. Diese Ziele müssen messbar sein und könnten auch in einem Zielindex aggregiert werden.

Sind die Ziele festgelegt, wird auf Prognosemärkten entschieden, wie sie am besten erreicht werden können. Politikmaßnahmen können von jedem Bürger nach Hinterlegung einer Kaution vorgeschlagen werden. Wird eine Politikmaßnahme vorgeschlagen, eröffnen zwei Märkte: Einer, der den Erfüllungsgrad des Zielindexes nach Umsetzung der Maßnahme vorraussagt, ein zweiter, der Erfüllungsgrad des Zielindexes nach Nichtumsetzung der Maßnahme vorraussagt. Jeder Bürger kann beliebige Summen wetten bzw. Wertpapiere erwerben. Sollten die sich ergebenen Quoten bzw. Marktpreise anzeigen, dass der Erfüllungsgrad nach Umsetzung höher ist als nach Nichtumsetzung, wird die Maßnahme umgesetzt. Das Zehnfache der vom Initiator der Maßnahme hinterlegten Kaution wird zurückerstattet. Eine vorher festgelegte Zeitspanne nach der Umsetzung wird der Zielindex gemessen. Die Investoren werden entprechend der Güte ihrer Vorhersage entlohnt.

Ökonomik[Bearbeiten]

Spekulative Märkte können mindestens zwei Probleme der Demokratie lösen: Erstens würden Fehlinformationen und Vorurteile in Sachfragen, unter denen die Demokratie leidet, auf politische Entscheidungen einen geringeren Einfluss haben als bei einer demokratischen Wahl. Zweitens könnte das Anreizproblem von politikberatenden Expertengremien in der Demokratie beseitigt werden, da diese Experten weder für falsche Ratschläge bestraft noch für richtige Ratschläge belohnt werden. Auf Prognosemärkten würden sie finanziell bestraft bzw. belohnt.

Kritik[Bearbeiten]

Der Ökonom Tyler Cowen kritisiert, dass die Ziele nur schwer von den Maßnahmen klar zu trennen seien.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Sprachversionen[Bearbeiten]

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