Fritz Biegi

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Fritz Biegi (* 8. Januar 1918 in Bechtheim; † 16. März 1945 bei Leobschütz) war ein deutscher Soldat der Waffen-SS und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes.

Leben[Bearbeiten]

Biegi, evangelisch getaufter Sohn eines Küfers, war nach dem Besuch der Bechtheimer Volksschule ab 1932 als Hilfsarbeiter bei einem örtlichen Weinbaubetrieb beschäftigt. Im Februar 1933 trat er der Hitlerjugend bei, aus der er im Januar 1936 zur Allgemeinen-SS (SS-Sturm 6/33 in Osthofen) überwiesen wurde. Nach Ableistung seiner Zeit im Reichsarbeitsdienst trat er am 1. April 1938 in die SS-Verfügungstruppe (7. Kompanie, II. Bataillon der SS-Standarte 2 „Germania“ in Arolsen) ein und wurde zum Infanteristen ausgebildet.[1]

Seit Ausbruch des 2. Weltkrieges war Biegi im Fronteinsatz, insbesondere auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Am 1. Januar 1941 wurde er zum SS-Unterscharführer und am 1. Dezember 1942 zum SS-Oberscharführer befördert. Er wurde unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. (24. Oktober 1942) und II. Klasse (17. Juli 1941) sowie dem Infanterie-Sturmabzeichen (18. Februar 1942), der Nahkampfspange in Silber (1. April 1943), dem Verwundetenabzeichen in Schwarz und der Ostmedaille ausgezeichnet. Am 1. Mai 1943 wurde Biegi Zugführer in der 5. Kompanie des SS-Panzergrenadier-Regiments 9 „Germania“ der 5. SS-Panzerdivision „Wiking“.[1]

Biegi war Mitte 1943 verlobt mit einer zwei Jahre jüngeren Sekretärin aus Südhessen, die in einem Mannheimer Rüstungsbetrieb arbeitete.[1]

Am 1. Februar 1944 war Biegis Regiment im Rahmen eigener Absetzbewegungen bei der Kesselschlacht von Tscherkassy zur Verteidigung der Stadt Orlovets westlich von Smila eingesetzt. Laut Bericht des Regimentskommandeurs Hans Dorr sei es abends zu einem unerwartet massiven Angriff von Infanteristen der Roten Armee auf die von Biegi und seinem Zug besetzte, strategisch wichtige Höhe 204,7 gekommen. Als schließlich ein erster Einbruch des zahlenmäßig überlegenen Gegners gelungen war, habe Biegi einen bespannten Infanterie-Geschützzug niedergekämpft und die drei Geschütze unschädlich gemacht. Der Zug Biegi habe daraufhin die Einbruchstelle wieder schließen und im Folgenden über Stunden wiederholten Angriffen des Gegners aus Richtung Orlovets' standhalten können. Aufgrund der „schlachtentscheidende[n] Bedeutung“ schlug ihn Dorr am 20. April 1944 seinem Divisionskommandeur Herbert Otto Gille für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes vor, der dies am 15. Mai 1944 befürwortete. Biegi befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Lazarett. Am 16. Juni 1944 erfolgte die Verleihung des Ordens.[1]    

Der beurlaubte Ritterkreuzträger Biegi wurde in seiner Heimatgemeinde im Juli 1944 mit einem Umzug und einer Festveranstaltung im Beisein des NSDAP-Ortsgruppenleiters geehrt.[2]

Biegi stand schließlich im März 1945 im Rang eines SS-Standartenoberjunkers und gehörte zum Stab der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadierdivision „Horst Wessel“.[3] Er fiel am 16. März 1945 bei Leobschütz in Oberschlesien, als er als Melder zum SS-Panzergrenadierregiment 39 eingesetzt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fellgiebel, Walther-Peer: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, 1939–1945. Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtteile. Podzun-Pallas, Friedberg 1993, ISBN 3-7909-0284-5.
  • Scherzer, Veit: Ritterkreuzträger 1939-1945. Die Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939 von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündeter Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchives. Scherzers Miltär-Verlag, Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Bundesarchiv Berlin, (ehem. BDC) RS bzw. SS (SS/A11) Biegi, Fritz *8.1.1918.
  2. Mainzer Anzeiger 1944, Nr. 170 (22./23.7.1944), S. 4.
  3. Deutsches Rotes Kreuz - Suchdienst München, Vermisstenbildliste, Band WC, Seite 529.
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