Friedrich Frank (SS-Mitglied)

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Friedrich Karl Leopold Frank (* 4. Februar 1909 in Buschdorf, Kreis Flatow in Westpreußen) war Kriminalkommissar und SS-Obersturmführer (SS-Nr. 35407) bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) von 1935 bis 1945. Ab 1953 war er Mitarbeiter bei der Organisation Gehlen (OG) und danach beim Bundesnachrichtendienst (BND).

Ausbildung und Dienst in der Gestapo[Bearbeiten]

Nach der Ausbildung als Buchhalter und Kaufmann arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb, zuletzt in Flatow. Im Jahre 1931 trat er am 1. Dezember in die NSDAP ein und wurde Mitglied der SS. Ab dem 15. November 1935 ging er zur Grenzpolizei in Stolp als Dienststelle der Staatspolizeistelle Köslin. Im Jahre 1936 war er im Dezember, im Dezember 1937 und 1938 sowie im Juni 1938 im SD-Hauptamt tätig.[1] Von 1939 bis 1940 war er beim Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau (KdS Krakau). Im Jahre 1940 wurde er zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Den Haag (BdS Den Haag) versetzt, wo er bis 1945 stationiert war.[2].

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach 1945 tauchte er mit einer neuen Identität unter. Erst 1952 meldete er sich unter seinem alten Namen wieder an. Vom 29. Dezember 1952 bis zum 15. Mai 1953 war er bei einer britischen Einheit in Mönchengladbach angestellt.

Mitarbeiter bei OG und BND[Bearbeiten]

Im Jahre 1953 wurde er Mitarbeiter in der OG (als V-14415 mit dem Decknamen (DN) Kroeger) und ab 1. April 1956 Mitarbeiter im BND. Als Hauptstellenleiter war er als Bundesangestellter beschäftigt. In den 1960er-Jahren wurde er im Rahmen der Überprüfung von ehemaligen Gestapoleuten im BND von der Organisationseinheit 85[3] überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass er über seine Dienstzeiten im NS-Regime inkorrekte Angaben vorgelegt hatte. Außerdem war er dadurch belastet, dass er durch Fürsprache des Doppelagenten Heinz Felfe[4] zum BND gekommen war. Weil das Vertrauensverhältnis zum BND dadurch erschüttert war, wurde ihm in einem Vergleich das Dienstverhältnis zum 31. Januar 1965 gekündigt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Eichner, Gotthold Schramm (Hrsg.): Angriff und Abwehr: die deutschen Geheimdienste nach 1945. Edition Ost, Berlin 2007, ISBN 978-3-360-01082-7, S. 83 (639 S.).
  2. Einzelheiten zur Laufbahn und zur Polizei, SS und SD finden sich in folgenden CIA-Dateien: https://www.cia.gov/library/readingroom/search/site/Friedrich%20Frank
  3. Organisationseinheit 85 in der deutschsprachigen Wikipedia
  4. Heinz Felfe in der deutschsprachigen Wikipedia
  5. Sabrina Nowack: Sicherheitsrisiko NS-Belastung: Personalüberprüfungen im Bundesnachrichtendienst in den 1960er Jahren (= Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945-1968. Band 4). Ch. Links Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-923-0, S. 451.
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