Franz Michel (Gestapo)

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Franz Michel (* 1899; † 1965) war als Kriminalassistent Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in der Staatspolizeistelle Mannheim[1] (Stapo Mannheim) als Außenstelle der Staatspolizeileitstelle Karlsruhe.

Dienstpositionen[Bearbeiten]

Michel war in der Stapo Mannheim von 1933 bis 1945 im Dienst. Damit gehörte er zur Kerngruppe der Gestapo in Mannheim. Er zählte zu den Spezialisten in der Bekämpfung des kommunistischen Widerstandes. In seiner Dienstzeit nahm er 86 Verhöre von Gefangenen vor.[2] Nur Franz Frietsch übertraf ihn in der Zahl der Verhöre in Mannheim. In die NSDAP wurde er am 1. April 1940 aufgenommen.

Im Jahre 1936 erhielt er eine Prämie von 50 RM für die Aufdeckung einer Widerstandsgruppe der SPD in Mannheim und Umgebung zusammen mit Franz Frietsch, wobei 62 Personen angezeigt werden konnten.[3]

Fall Karl Kemptner[Bearbeiten]

Am 28. März 1944 wurde der Maschinist im Großkraftwerk Mannheim Karl Kemptner in Ketsch von Michel und seinem Gestapo-Mitarbeiter Hermann Schlude festgenommen. Vor 1933 war er Vorsitzender der SPD in Ketsch. Weiterhin leitete er dort die Gruppe der Eisernen Front[4]. Sechs Monate später war sein Prozess vor dem Volksgerichtshof in Berlin. Er wurde dort zum Tode verurteilt, weil er „marxistischen Hochverrat vorbereitet“ und Wehrkraftzersetzung begangen habe. Das Urteil wurde am 27. Oktober 1944 durch das Fallbeil vollstreckt.[5][6][7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. offiziell auch bezeichnet als: Landeskriminalstelle - Geheime Staatspolizei
  2. Fritz Salm: Im Schatten des Henkers: vom Arbeiterwiderstand in Mannheim gegen faschistische Diktatur und Krieg (= Bibliothek des Widerstandes). Röderberg-Verlag, Frankfurt am Main 1973, DNB 740109529, OCLC 1114827, S. 287 (301 S.).
  3. Jörg Schadt (Hrsg.): Verfolgung und Widerstand unter dem Nationalsozialismus in Baden: die Lageberichte der Gestapo und des Generalstaatsanwalts Karlsruhe 1933–1940 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Mannheim. Band 3). Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-001842-6, S. 193–194 (354 S.).
  4. Eiserne Front in der deutschsprachigen Wikipedia
  5. Fritz Salm: Im Schatten des Henkers: vom Arbeiterwiderstand in Mannheim gegen faschistische Diktatur und Krieg (= Bibliothek des Widerstandes). Röderberg-Verlag, Frankfurt am Main 1973, DNB 740109529, OCLC 1114827, S. 232 (301 S.).
  6. Projekt "Stolpersteine". Gemeinde Ketsch, 28. Oktober 2016, abgerufen am 14. Februar 2018 (Hinweis auf Karl Kemptner).
  7. Sascha Balduf: Kritik an Hitler brachte den Tod für Kemptner. In: morgenweb.de. 25. Oktober 2016, abgerufen am 14. Februar 2018.
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