François Guézou

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François Guézou SDB (* 7. April 1924 in Yvias, Bretagne; † 29. Januar 2009) war ein französischer Ordenspriester und Missionar in Indien.

Leben[Bearbeiten]

In einer tief religiösen Familie aufgewachsen, ging er in eine Schule der Salesianer Don Boscos. Dort traf er den Mitbruder und Erzbischof von Madras Louis Mathias und entschied sich 1943, selbst Salesianer Don Boscos zu werden.

Nach dem Noviziat und den ersten Ordensgelübden 1944 in Guerche, dem Studium der Philosophie und Theologie und der ewigen Profess am 25. März 1950, ging Guézou 1952 als Missionar nach Südindien. Am 1. August 1953 wurde er zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst drei Jahre lang als Novizenmeister in Yercaud im Distrikt Salem. Dann verbrachte er sieben Jahre in Kochi, Kerala, wo er vor allem mit Straßenkindern arbeitete. 1962 wurde er von seinem Bischof auf den Berg Yelagiri bei Madras geschickt, um dort mit den Unberührbaren zu arbeiten. Trotz harter Bedingungen, wie dem permanenten Mangel an Mitteln und der Feindseligkeit extremistischer Hindus, wurde er aufgrund seiner Gabe des Wünschelrutengehens und als Baumeister allmählich akzeptiert, zumal er keinen Proselytismus betrieb. Er war von 1964 bis 1972 zugleich Pfarrer in Jolarpet. Seit er sich angesichts der großen Dürre und Hungersnot in den Jahren 1964 und 1965 in Frankreich um Spenden bemühte, wurde er finanziell vom französischen Industriellen Leon Duhayon unterstützt, den er bereits 1959 kennengelernt hatte. So konnte er die Lage der Aussätzigen und Unberührbaren verbessern, indem er hunderte ihrer Hütten in Dörfer umwandeln half, ein großes Seidenraupen-Unternehmen gründete sowie Kirchen, Schulen, Krankenhäuser und Hochschulen baute. Er schuf 1998 mit der BICS Infotech in Yelagiri eine erste zentrale EDV-Ausbildungsstätte, durch die zahlreiche Jugendliche einen Arbeitsplatz gefunden habe. Guézou eröffnete insgesamt sieben Zentren und startete auch das Projekt Computerbus, um damit an Schulen zu fahren, die sich noch keine eigenen Computer leisten konnten. Außerdem ermöglichte er über 1500 Lepra-Patienten eine Behandlung, kümmerte sich um Medikamente, Zahnersatz, Brillen und Unterkünfte. Außerdem förderte er auch zwei staatliche Reha-Zentren.

Die indische Regierung verlieh ihm hohe Auszeichnungen. Bei seiner Beerdigung waren über 100.000 Menschen, vor allem aus Tamil Nadu, Kerala, Karnataka anwesend.

Literatur[Bearbeiten]

  • Yann Serreau, Véronique Serreau: Tel un bon jardinier: François Guézou, missionnaire en Inde, Cerf, Paris 1993, ISBN 2-204-04933-6.

Weblinks[Bearbeiten]

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