Felix Kettenhofen

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Felix Kettenhofen (* 1. März 1889 in Ehrang bei Trier; † 15. Juli 1946 in Moskau) war als Regierungsamtmann Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang[Bearbeiten]

Bis 1931 war er bei der Polizei in Krefeld als Polizeiobersekretär tätig. Im Jahre 1933 wurde er Mitglied der NSDAP. Ab 1934 gehörte er zur Gestapo. Ab Februar 1942 war er in der Abteilung IV C 2 für Angelegenheiten der Schutzhaft und in der Abteilung IV A 6 im RSHA beschäftigt. Während seiner Dienstzeit im RSHA bis Kriegsende 1945 verwaltete er auch die Akte von Ernst Thälmann, die unter dem Decknamen „Ernst Mann“ geführt wurde.

Nach Kriegsende[Bearbeiten]

Er wurde am 26. Mai 1945 in Berlin in Haft genommen und nach Moskau überführt. Am 8. Juni 1946 verurteilte ihn das Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zum Tode. Ein Gnadengesuch an das Präsidium des Obersten Sowjets wurde am 9. Juli 1946 abgewiesen. Das Urteil wurde in Moskau am 15. Juli 1946 vollstreck.[1]

Begründung des Urteils[Bearbeiten]

Mehrere Punkte wurden in dem Urteil aufgeführt:

  • Beteiligung an Kriegsverbrechen
  • Mitgliedschaft in der Gestapo von 1934 bis 1945 in leitenden Stellungen
  • Berater der Abteilung IV A 6 des RSHA mit sieben bis acht Untergebenen, deren Personalakten er führte und für sie verantwortlich war
  • Anfertigung von Belastungsmaterial für die geheime Inhaftierung von Personen
  • Führung der Statistik der Inhaftierten und Verurteilten der politischen Unterdrückung
  • Führung der Akten zur Registrierung der Untersuchungsakten
  • in seiner Tätigkeit wurden mehr als 200.000 inhaftierte Systemgegner des NS-Regimes aktenmäßig festgehalten
  • lieferte für die dauerhafte Inhaftierung von Ernst Thälmann eine rechtskräftige Begründung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner, Andreas Weigelt (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947): Eine historisch-biographische Studie (= Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung [Hrsg.]: Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Band 56). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36968-5, S. 225, doi:10.13109/9783666369681 (487 S.).
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