Ernst Mair-Tribulaun

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Ernst Mair, genannt Tribulaun (* 25. August 1928 in Pfitsch-Wiesen), ist ein österreichischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Mair wurde am 25. August 1928 in Wiesen in Südtirol geboren. In seinem Geburtsjahr übersiedelten seine Eltern in seine heutige Heimatgemeinde Obernberg am Brenner. Schon in der Volksschule bemerkte die Lehrerin Marianna Dietrich, dass er ein Talent zum Zeichnen hat. Sein Lehrer Josef Kathrein, der das Talent des Schülers verstand, besuchte im Schuljahr 1937/38 die Familie Mair und legte seinen Eltern ans Herz, ihren Sohn zu unterstützen und zu verstehen, dass er Maler werden möchte. So schuf der Lehrer das Verständnis für die Interessen ihres Sohnes.[1] Anfang 1945 erhielt er seinen Einberufungsbefehl. In den Krieg zu ziehen war nicht sein Ding und er sagt dazu: „Mein Lebensziel war damals schon, den Menschen um mich herum mit malerischen Ausdrucksmitteln das Wesen von Dingen spürbar zu machen. Verderben zu bringen konnte niemals meine Sache sein. Die eigene Feinfühligkeit, die Sensibilität für Schönes aufs Spiel zu setzen, für eine fanatische Ideologie die niemand will, der eines glaubenden, klaren Gedankens fähig ist, das ist einfach abzulehnen.“[2] Ernst sagte seinem Vater, dass er den Einberufungsbefehl nicht folge leistet und versteckte sich in den Pflerscher Bergen.[3] Als die Essensvorrat war erschöpft waren, kehrte er nach Hause zurück und er versteckte sich dann in mittelalterlichen Stollen, den sogenannten Knappenlöchern und sein Vater versorgte ihn dort mit Lebensmitteln. Niemand außer seinem Vater wusste etwas. Am Ende des Krieges im Mai 1945 konnte er dann den Stollen verlassen.

Ausbildung[Bearbeiten]

Er besuchte im Winter 1945/46 die Mal- und Zeichenschule Toni Kirchmayr in Innsbruck. Er wurde dort aufgenommen und finanzierte sich diese mit Gelegenheitsarbeiten und durch die Tätigkeit als Schilehrer.[4] Im Herbst 1947 entschloss sich Ernst nach Wien an die Akademie der bildenden Künste zu gehen.[5] Da ihm das Geld für eine Unterkunft fehlte, übernachtete er bis er entdeckt wurde auf Fußböden in der Akademie der bildenden Künste. Mit den Entdeckung des Übernachters wurde ihm mit einer Unterkunft geholfen. Er hatte Glück und wurde unentgeltlich von einer Familie aufgenommen. Für acht Semester wohnte er in Ottakring bei einer Metzgerfamilie. Er machte auch in Wien Gelegenheitsarbeiten und verdiente immer wieder Geld als Schilehrer. Er studierte bei Elsner und Andersen.[6] 19 Er konnte in dieser Zeit auch ein Bild in der Wiener Sezession ausstellen und dieses ist heute in den USA.[7] Im Sommer 1951 kehrte er wieder nach Obernberg zurück und arbeitete dort am elterlichen Bauernhof mit. Seine Arbeiten interessierten in dieser Zeit wenige.[8] Er setzte dann seine Studien in Paris fort. Er arbeitete als Schilehrer und lernte so seine Freundin Donatella Allatini aus Paris kennen. Mit ihr ging er nach Paris. Er konnte mit Hilfe seiner Französischkenntnisse seine Studien fortsetzen. In der Galerie Grauze in Paris stellte er 30 Gemälde aus.[9] Nach acht Semestern in Wien und zwei Semestern in Paris ging er wieder in seine Tiroler Heimat Obernberg zurück und hatte im elterlichen Bauernhof ein Atelier. Den elterlichen Bauernhof wollte er nicht übernehmen.[10] 1955 ging er als Gaststudent nach Düsseldorf. Der Fremdenverkehr in Obernberg und seine Tätigkeit als Schilehrer veranlassten ihn, nach Deutschland zu gehen. Er schrieb sich dort als Gaststudent an der Hochschule für bildende Künste ein und war bei Freunden untergebracht. Er jobbte nebenbei aber er fand auch dort nicht die richtige Möglichkeit zur Selbständigkeit. Ernst war damals 27 Jahre alt und sein Malstil passte nicht in die Verkaufsvorstellungen der Galerien von Großstädten. Ernst weigerte sich hartnäckig, neue Trends nachzuahmen.[11] Er kehrte wieder nach Obernberg zurück. Im Winter arbeitete er wieder als Schilehrer. Er setzte in dieser Zeit die Eindrücke seiner bisherigen Ausbildung in großformatigen Bildern um.[12] 1957 lernte er seine spätere Frau Gisela Peters kennen, eine Lehrerin aus Berlin. In dieser Zeit war er Schilehrer in Steinach und Gries am Brenner. 1958 verließ er Obernberg wieder und zog nach Berlin.[13] Er wurde dort auf dem Trümmerberg zweimal Berliner Schimeister. 1959 heirateten Ernst und Gisela. Sie stammte aus einem kunstsinnigen Haus und hatte Verständnis für seine Kunst. Die Ehe hielt acht Jahre. Sie hatten zwei Söhne, Stephan und Florian. Ernst hatte dort die Gelegenheit, den norddeutschen Expressionismus kennen zu lernen.[14] Ernst kam durch seine Schilehrertätigkeit immer wieder nach Tirol. 1963/64 entschloss er sich, den Künstlernamen Tribulaun anzunehmen, den Namen des Berges seiner Obernberger Heimat.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 17
  2. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 18
  3. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 19
  4. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 21
  5. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 23
  6. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 24
  7. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 25
  8. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 26
  9. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 31-32
  10. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 38
  11. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 47
  12. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 49
  13. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 53
  14. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 57
  15. Josef Farnik: Tribulaun - Ernst Mair-Tribulaun in Porträt - Stilleben - Landschaft. o. O. 2004, S. 73
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