Erich Naeve

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Erich Naeve (* 1911 in Eckernförde) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, Interbrigadist, Polizist und Betonbauer.

Leben[Bearbeiten]

Naeve wuchs als Sohn eines Steinsetzers auf und erlernte ebenfalls diesen Beruf. 1929 wurde er Mitglied der KPD. Ab 1930 war er im Hamburger RFB aktiv. Ab 1931 leistete er „illegalen“ Widerstand gegen die zunehmende „Faschisierung“ Deutschlands durch die Präsidialkabinette. Ab Anfang 1933 war er in der Bezirksleitung Wasserkante und wurde einer der ersten Organisatoren des Widerstands gegen das NS-Regime. Im März wurde er verhaftet und bis zum Mai im KZ Fuhlsbüttel in „Schutzhaft“ genommen. Anschließend übernahm er im Auftrag des Leiters der Hamburger KPD-Organisation Robert Abshagen die gefährdeter Widerstandskämpfer über Flensburg nach Dänemark und den Transport schriftlicher Materialien von Frankreich nach Hamburg. Im Dezember 1933 emigrierte er selbst nach Dänemark und übernahm dort die politische Tätigkeit eines Instrukteurs der Roten Hilfe. Im März 1935 übersiedelte er nach Bergen in Norwegen, um von dort wiederum den Transport schriftlicher Materialien ins Deutsche Reich zu organisieren. Im April und Mai 1935 wurde er deswegen für einige Wochen inhaftiert.

Von Januar bis Dezember 1937 kämpfte er im Spanischen Bürgerkrieg als Richtkanonier der XII. Brigade bei den Interbrigaden gegen die Errichtung einer Diktatur unter Franco. Außerdem erhielt er eine Ausbildung als Funker. Wegen einer schweren Erkrankung an tropischen Form der Ruhr musste er nach Norwegen zurückkehren. Im Juni 1940 flüchtete er nach Schweden, wo er in zwei Lagern interniert wurde. Von April bis August 1941 wurde er in einem Stockholmer Krankenhaus behandelt. Ab Oktober 1941 arbeitete er als Tischler außerhalb von Stockholm.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er im Juli 1946 nach Deutschland zurück und wurde Polizeianwärter in Waren (Müritz). Er erhielt eine Ausbildung sowohl bei der Schutz- und Verkehrspolizei wie auch bei der Wasserschutzpolizei. Im April 1947 wurde er Leiter der Kriminalpolizei. Im Sommer 1948 besuchte er die Landespolizeischule in Rostock und unmittelbar danach von Juli bis Oktober 1948 die Höhere Polizeischule in Berlin-Pankow. Im Oktober 1949 übernahm er die Leitung der Kreispolizei im Landkreis Hagenow. Im Juni 1950 wurde er Leiter der Volkspolizei-Direktion Rostock. Allerdings musste er das zweite Halbjahr 1950 aus gesundheitlichen Gründen in verschiedenen Kliniken verbringen. Nach der Genesung übernahm er Anfang 1951 die Leitung der gerade neugegründeten Abteilung Strafvollzug des Landes Mecklenburg. Als SED-Funktionär übernahm er im Januar 1951 den Vorsitz der Kommission zur Überprüfung der Parteimitglieder. Im Mai 1951 wurde er Abteilungsleiter für Personalfragen der Landespolizei. Nach der Auflösung der Länderstrukturen durch die Bildung von Bezirksverwaltungen in der DDR wurde er zum stellvertretenden Leiter der Volkspolizei im Bezirk Rostock. Im September 1953 musste er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Polizeidienst ausscheiden. Als er sich wieder arbeitsfähig fühlte, wurde er im Februar 1954 Kaderleiter beim Rat der Stadt Rostock. Von September bis Dezember 1955 besuchte er einen Einjahreslehrgang an der Hochschule für Staat und Recht in Babelsberg, den er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Er übernahm daraufhin die Kaderabteilung des neugegründeten VEB Wasserwirtschaft Küste. Von April bis September war er bei der NVA, danach arbeitete er im Betonwerk des VEB Volksbau Berlin und entwickelte dort 1958/59 eine neue Technologie zur Produktion von Ziegelsplittbetonsteinen. 1967 wurde er Invalidenrentner.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael F. Scholz: Skandinavische Erfahrungen erwünscht? Nachexil und Remigration. Die ehemaligen KPD-Emigranten in Skandinavien und ihr weiteres Schicksal in der SBZ/DDR. Stuttgart 2000, S. 364
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