Engel mit nur einem Flügel (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelEngel mit nur einem Flügel
EMNEF-DVD.jpg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge75 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieAddi Keil
DrehbuchAddi Keil, Kia Kasha, Kim Elaschi
ProduktionHirnfrost, Bremen
MusikInstabiles Anders Ich
SchnittKim Elaschi
Besetzung
  • Linker: Sebi
  • Kim Elaschi: Mara
  • Kia Kasha: Ulli
  • Bärthold Brächts: Tillo
  • Gunter: Micha
  • Ortrud Leibinger: Nina
  • Hartmut Müller: Eduard

Engel mit nur einem Flügel (kurz: EMNEF) ist ein Computeranimations-Film vom Bremer Verlag Hirnfrost aus dem Jahr 2012. Es handelt sich um eine Underground-/Low-Budget-Produktion, die dem Trashfilm zuzuordnen ist. Der Film ist nicht in der Internet Movie Database gelistet.

Handlung[Bearbeiten]

Engel mit nur einem Flügel erzählt die Geschichte einer aus 5 Anhängern der Gothic-Szene und einem Black-Metal-Fan bestehenden Wohngemeinschaft. Im Verlauf des Films kommt noch das Gespenst eines toten Bademantels hinzu, der sich ebenfalls als Mitbewohner versteht.

Es werden episodenhaft kleinere Geschichten erzählt, die mehr oder weniger miteinander in Zusammenhang stehen. Ein durchgängiger Spannungsbogen existiert nicht. Der Film wird passenderweise auf der offiziellen Homepage daher auch als Seifenoper[1] bezeichnet.

Der Film beginnt mit dem Einzug in die neue Wohnung. Bereits hier ist für den Zuschauer erkennbar, dass die Charaktere nicht in der Lage sind, mit ganz alltäglichen Aufgaben fertig zu werden. Dieses Konzept der Satire zieht sich durch den gesamten Film. Es werden gängige Vorurteile gegenüber der schwarzen Szene bestätigt und ins Absurde übersteigert. Zur Verdeutlichung werden häufig Aufgaben des Alltags genutzt, die von den Protagonisten gemeistert werden müssen, was ihnen in der Regel nicht gelingt. So endet ein gemeinsamer Einkauf mit einem Amoklauf, und der Versuch, das Wohnzimmer zu lüften, im Chaos.

Handlungsort ist ausschließlich die Wohnung. Kurze Ausflüge in die Außenwelt werden zwar beschrieben, aber nicht filmisch umgesetzt. Die gesamte Szenerie ist durchgängig absurd und irreal.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde komplett von Laien erstellt, die sich selbst als Anhänger der schwarzen Szene sehen. Stilistisch sollte die minimalistische Darstellungsweise der Trickfilmserie South Park als Vorbild dienen. Als Zielgruppe wurde in erster Linie die eigene Szene gesehen.[2]

Der Titel beruht auf einem Zitat von Luciano De Crescenzo: „Jeder von uns ist ein Engel mit nur einem Flügel. Und wir können nur fliegen, wenn wir uns umarmen.“ (bzw. „Wir sind alle Engel mit nur einem Flügel – um fliegen zu können, müssen wir uns umarmen.“)[3]

Die ursprüngliche Ausstattung bestand aus „ein[em] inzwischen 10 Jahre alten Computer“ und wurde während der Arbeiten aufgestockt.[4] Die genauen Gesamtkosten für den Film sind nicht bekannt und werden lediglich mit „ein paar tausend Euro“ angegeben.[5]

Ursprünglich war für die gesamte Produktion ein Zeitraum von ca. 10 Monaten angesetzt. Tatsächlich feierte der Film am 19. Mai 2012 mit ca. 2,5 Jahren Verspätung im Rat+Tat-Zentrum in Bremen Premiere.[6]

Um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und den Film zu bewerben, wurde der vollständige Film 2012 als 12-teilige Serie mit monatlich wechselnden Folgen auf der eigenen Homepage und auf YouTube gezeigt. Die ursprünglich für Januar 2013 angekündigte Fortsetzung der Serie wurde auf Januar 2015 verschoben.

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

„Mit den großen Animationsfilmproduktionen (…) versucht das Hirnfrost-Team gar nicht erst zu konkurrieren. Und das ist auch gut so (…). Dadurch ist der Spaß an der Produktion (…) erhalten geblieben und das ist auch für die Zuschauer deutlich zu merken.“

nachtaktiv 7. Ausgabe[3]

„Witzig sind vor allem die drolligen Eigenschaften der Szenetypen“

Bremer Anzeiger vom 13. Mai 2012[7]

„Engel mit nur einem Flügel ist ein Spaß für alle Szenegänger, die über sich selbst lachen (…) und sich ein klein wenig in diesen Geschichten wiederfinden“

ehemaliges Online-Magazin Schwarzer Tau[8]

Reaktionen aus der Szene[Bearbeiten]

Der Film fand in der schwarzen Szene ein geteiltes Echo. Die meisten Diskussionen fanden in nicht-öffentlichen Internetforen statt. Ein öffentlich einsehbares Forum findet sich auf der Homepage vom Internetradio Schwarze Welle.[9]

Stil[Bearbeiten]

Der Film zeichnet sich durch eine sehr minimalistische Machart aus. Die Figuren bestehen lediglich aus einem Kopf mit einer sehr großen „klassischen“ Comic-Nase und einem langen Mantel. Hierbei wurde für alle Figuren der gleiche Kopf genutzt. Die Figuren unterscheiden sich lediglich in Haarfrisur, Schminke und Mänteln. Beine sind ebenfalls nicht vorhanden. Statt dessen bewegen sich die Charaktere wie Schachfiguren auf einer Platte über den schachbrettartigen Fußboden.

Eine Mimik ist nicht erkennbar. Das Sprechen erfolgt nicht über Mundbewegungen, sondern über das Auf- und Abwackeln der Köpfe, die nicht mit den Körpern direkt verbunden sind, sondern darüber schweben. Auf eine musikalische Untermalung der Serie wurde fast vollständig verzichtet.

Ebenfalls auffällig ist eine sehr statische Kameraführung mit wenigen Kamerawechseln. Der Zuschauer hat hierdurch eher den Eindruck, eine Fernsehübertragung eines Bühnentheaterstücks zu sehen. Zusätzlich werden häufiger Texttafeln, die eher aus den Zeiten des Stummfilms bekannt sind, eingesetzt.

Der Stil dürfte zum Teil den Produktionsbedingungen geschuldet sein. Er scheint aber auch gegen einen Zeitgeist, der sich durch immer schnellere Kamera- und Szenenwechsel und immer teurere und aufwendigere Produktionen auszeichnet, gerichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. emnef.de: Offizielle Seite zu „Engel mit nur einem Flügel“, abgerufen am 22. August 2013.
  2. Interview mit Addi Keil und Kim Elaschi (PDF; 7,2 MB)
  3. 3,0 3,1 Rezension: Artikel im Nachtaktiv-Magazin - Ausgabe 7 (PDF; 592 kB)
  4. Informationen zum Film: Offizielle Informationen zu „Engel mit nur einem Flügel“, abgerufen am 22. August 2013.
  5. Weitere Informationen zum Film: offizielle Informationen zu „Engel mit nur einem Flügel“, abgerufen am 22. August 2013.
  6. Rat und Tat-Zentrum, Bremen: Premieren-Ankündigung, abgerufen am 22. August 2013.
  7. Die Grufti-WG. Rezension. In: Bremer Anzeiger. 13. Mai 2012. (PDF-Datei; 861 kB)
  8. Engel mit nur einem Flügel (DVD). Rezension. im ehemaligen online-Magazin Schwarzer Tau. (PDF-Datei; 3,6 MB)
  9. Schwarze Welle: Forenbeiträge zu „Engel mit nur einem Flügel“, abgerufen am 22. August 2013.

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