Eisenbahnfan

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Eisenbahnfans aus der Lokführerperspektive

Eisenbahnfans (auch Eisenbahnfreunde) sind Personen, die sich in ihrer Freizeit mit dem Thema Eisenbahn beschäftigen und dazu eine positive emotionale Bindung entwickelt haben. Die Wahl der Bahn als bevorzugtes Verkehrsmittel hingegen ist nicht notwendigerweise ein Merkmal von Eisenbahnfans.

Inhaltsverzeichnis

Faszination[Bearbeiten]

Die Faszination für Eisenbahnen ist vergleichbar mit der Faszination für Flugzeuge (siehe z. B. Spotter) und ist für Außenstehende häufig schwer nachvollziehbar. Die Faszination wird häufig im Familienkreis weiter gegeben, z. B. über Beruf oder eine Modelleisenbahn.

Terminologie[Bearbeiten]

Eisenbahnfreunde gelten teilweise als Sonderlinge, ihrem Hobby wird gewissermaßen ein geek- oder nerdhaftes Image nachgesagt. Diesem Klischee entspringen die spöttischen bis selbstironischen Bezeichnungen als Pufferküsser, Nietenzähler, Ferrosexueller, Freaks und vergleichbare Begriffe. Eisenbahnfotografen werden gelegentlich als Fuzzis bezeichnet, das Hobby als fuzzen. Aus den amerikanischen Fankreisen sind der foamer (Schäumer - Schaum vor dem Mund) und der flim (fan living with mother) überliefert.

Ausprägungen[Bearbeiten]

Es existieren verschiedenste Ausprägungen, welche sich aber nicht gegenseitig ausschliessen müssen.

Betrieb historischer Eisenbahnen[Bearbeiten]

Der Betrieb und Unterhalt der meisten Museumsbahnen wird fast vollständig von Eisenbahnfreunden abgewickelt; meistens unentgeltlich, da sonst viele dieser Bahnen nicht in der Lage wären, ihre Kosten zu decken.

Modellbahner[Bearbeiten]

Modellbahner bauen, betreiben und besuchen Modelleisenbahnen.

Eisenbahnfotografen und Train Spotter[Bearbeiten]

Eisenbahnfotografen fotografieren oder filmen Züge. Je nach Ausprägung des Hobbys werden auch Loknummer, Zugnummer, Verspätung und genaues Wagenmaterial notiert und als "Sichtung" archiviert oder im Internet publiziert; dies wird auch mit dem englischen Begriff "train spotting" bezeichnet. "Sichtungsbilder" dienen als Beleg, dass diese oder jene Komposition genau so unterwegs war und erheben keinen qualitativen oder künstlerischen Anspruch. Andere Fotografen legen hingegen genau darauf wert und suchen sich die schönsten Fotopunkte einer Strecke heraus, wobei Richtung, Vorder- und Hintergrund sowie Sonnenstand genau eingeplant werden.

Neben Fotografen, die sich hauptsächlich für Alltagszüge interessieren, gibt es auch solche, die sich auf historische, selten fahrende oder regionale Eisenbahnen (Parkeisenbahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen) spezialisiert haben.

Höhepunkte oder auch Tiefpunkte der Eisenbahnfotografen sind Eisenbahnfeste, Streckenstilllegungen oder letzte Fahrten bestimmter Baureihen. Nicht selten werden besondere Fahrten mit dem Pkw begleitet, um möglichst viele Fotostandorte abfahren zu können.

Als wichtiges Kommunikationsmittel dient das Internet. Hier existieren umfangreiche Bild- bzw. Videoverzeichnisse und Datenbanken, die z. B. den Heimatbahnhof oder den Lackierungszustand aller Lokomotiven beinhalten.

Straßenbahn-Spotter[Bearbeiten]

Diese Art von Train Spotting ist besonders bei Jugendlichen beliebt, da sie günstig ist und es in den meisten größeren Städten neue Bahnen zu entdecken gibt. Aufgrund der Fahrzeugvielfalt sind "Straßenbahnfreaks" auch nicht so sehr auf Sonderfahrten angewiesen, sondern gehen im alltäglichen Leben mitten in der Stadt auf Jagd nach dem besten Motiv. Oftmals ist genaues Studium der Fahrpläne notwendig, um ein bestimmtes Fahrzeug, z. B. mit einer speziellen Werbung, am gewünschten Ort abzulichten. Daher besteht diese Ausprägung des Hobbys nicht nur aus dem Fotografieren, sondern auch aus dem Aneignen genauer Kenntnisse über die Betriebe und deren Wagenparks.

Bahnreisen[Bearbeiten]

Einige Eisenbahnfans unternehmen gerne Bahnreisen, teilweise mit Sonderzügen, die meist mit speziellen Lokomotiven bespannt sind und häufig passendes Wagenmaterial haben, durchaus aber auch mit Regelzügen, die spezielle Strecken befahren (z. B. Glacier-Express oder die Transsibirische Eisenbahn). Solche Bahnreisen sind häufig so organisiert, dass über verschiedenste Strecken oder mit verschiedenen Bahnen gefahren werden kann. Das Hauptinteresse liegt dabei häufig auf dem Zusammenspiel zwischen Eisenbahn und Landschaft sowie der Freude an historischem Rollmaterial.

Train/Track Bashing[Bearbeiten]

Eine Kombination aus Train Spotting und Bahnreisen ist Train/Track Bashing. Ziel ist es hier, mit möglichst vielen und schwer erreichbaren (z.b. Güterzug und Verschub) Baureihen zu fahren. Eine Lok gilt dann als "gebasht", wenn diese den Zug, in dem man sitzt aus eigener Kraft bewegt. Ähnlich wie beim Trainspotting wird hier je nach Auffassung und Umfang der Aufzeichnungen Loknummer, Zugnummer, Verspätung und Wegstrecke dokumentiert. Fotografieren steht bei dieser Ausprägung im Hintergrund. Des weiteren wird auch Wert darauf gelegt, hier möglichst alle noch befahrenen Strecken abzufahren, um im Idealfall "Netzabdeckung" (alle Strecken, die es gibt) zu erreichen. Insbesondere für den Personenverkehr geschlossene Strecken oder Fabriken oder Industriegleisanlagen sind für das "Streckenbashing" interessant. Eine Strecke gilt dann als abgefahren, wenn bis zum Prellbock gefahren wird, frei aus dem englischen "Until the Pufferstop".

Gefahren[Bearbeiten]

Aufgrund einiger Eisenbahnfans, welche sich nicht an Sicherheitsregeln halten, z. B. bei der Suche nach einem möglichst exquisiten Fotostandpunkt, sind Eisenbahnfans nicht überall gerne gesehen.

Die Züge sind aufgrund hoher Geschwindigkeiten und langer Bremswege darauf angewiesen, dass der Gleisbereich immer frei ist. Der Aufenthalt im Gleisbereich ist daher sehr gefährlich; Personenunfälle enden häufig tödlich. Zusätzlich kommen bei einigen Bahnen Stromschienen zum Einsatz, deren Berührung zum Tod führen kann.

Nicht direkt eine Gefährdung, aber ein Ärgernis stellen für Lokführer in Gleisnähe stehende Personen dar, da sich oftmals nicht feststellen lässt, ob eine an der Strecke befindliche Person nur den Zug fotografieren oder einen Schienensuizid verüben möchte. Dies führt zu Stresssituationen und schlimmstenfalls zu einem Nothalt.

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