Eduard Franz Lindner

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Eduard Franz Otto Julius Lindner (* 23. Juni 1903 in der Bukowina; † 27. Mai 1964) war ein rumänischer Sportflieger und Diplom-Ingenieur.

Johann Lindner, sein Großvater, ein bayerischer Einwanderer, stammte aus Trockau (Pegnitz-Bayreuth). Eduard Lindner hat das Gymnasium in Câmpulung Moldovenesc besucht. Im Dezember 1934 hat er die Universität Bukarest, Naturwissenschaftliche Fakultät, als Diplomingenieur für Elektrotechnik, absolviert.

Als Mitglied des Fliegervereins „Metropola“ hat er die Pilotenschule ARPA (rumänisches Verein für Unterstützung der Fliegerei) besucht, wo er die „Lizenz der Befähigung und die Lizenz als Pilot für Tourismusmaschinen“, Nr. 162 am 4. Dezember 1936 und die „Lizenz als Pilot“ Nr. 456 am 15. Oktober 1936 erhielt.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg gewann er für Rumänien gegen zahlreiche, erfahrene (viele davon Militärflieger aus der Tschecheslowakei, Rumänien und Jugoslawien) den Fliegerwettbewerb „Kleine Entente“. Er flog ein französisches "Caudron-Aiglon"-C.600 Flugzeug mit der Kennzeichung YR-AAP. Für sein Erfolg wurde er vom König Karl II von Rumänien mit ein Fliegerorden in Gold geehrt.

Er hat im Team mit Bodea auf dem gleichen Flugzeug am Wettbewerb um den Fliegerpokal „Lt. Radu Beller“ teilgenommen. Auf dem Parcours Bukarest–Brașov–Dărmănești–Iași–Chișinău–Cetatea Albă–Galați–Bukarest haben es nur drei von acht gestarteten Mannschaften geschafft am Ziel zu landen. Aufgrund der widrigen atmosphärischen Bedingungen auf dem Teilstück Brasov-Darmanesti ist er, beim Versuch die Berge entlang eines Flusses im Tal zu überqueren, in eine Nebelbank geraten, und im Wald abgestürzt. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt, aber die beiden Flieger sind mit dem Leben davongekommen. Der Gewinner des Wettbewerbes war Ing. Lascu.

Er hat im Jahre 1939 das Stella Sava geheiratet mit der er zwei Kinder hatte. Lindner hat bei den Stadtwerke Bukarest (UCB) von 1934 bis 1945, als Leiter des technischen Dienstes gearbeitet. Hier, unter der Direktion des Herrn Ing. Caranfil, hat er unter anderem in entscheidendem Maße bei der Entstehung/Neukonzeption der Seenkette im Norden Bukarests mitgewirkt.

Während des Zweiten Weltkrieges ist er für lokale Aufgaben einberufen, um die Instandhaltung der Wasserversorgung und der Kanalisation, die durch Bombardierungen beschädigt worden waren, anzuführen. Außerdem hat er beim Stab der rumänischen Luftwaffe einem Übersetzungsteam angehört. Diese übersetzten ins rumänische Flugvorschriften, Prospekte, Handbücher u. ä. der deutschen Importgeräte. Dafür erhielt er das Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler, dritter Stufe, mit Schwertern am 14. Dezember 1942.

Nach dem Krieg ist er in die Sowjetunion deportiert worden, wo er ein Jahr lang in einer Bleimine im Ural Zwangsarbeit leisten musste. Er konnte 1948, mit stark angeschlagener Gesundheit, in die Heimat zurückkehren. Nach der Scheidung hat er 1951 wieder geheiratet. Nach dem Krieg konnte er nicht mehr fliegen. Er hat als Diplomingenieur im Ministerium für Elektrische Energie gearbeitet, an verschiedenen Planungsbehörden (für Studien und Energieprojekte in Bukarest, für die Holzindustrie, für Baumaterialien für die Industrie, etc.) und beim Trust für Bau und Energie, Bukarest. Das Kapitel über hydrotechnische Arbeiten aus dem Handbuch für Ingenieure wurde von ihm verfasst (1960).

Wegen seiner deutscher Herkunft und des erhaltenen deutschen Ordens wurde er bis zum Tode von der "Securitate" (rumänische Geheimdienst) unter Beobachtung gestellt.

Am 27. Mai 1964 ist er in Folge einer schweren Krankheit gestorben und wurde am Friedhof Bellu in Bukarest begraben.


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