Die Kriegstrommel

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Filmdaten
Deutscher TitelDie Kriegstrommel
ProduktionslandDeutschland & Vereinigtes Königreich
OriginalspracheDeutsch, Englisch
Erscheinungsjahr2012
Länge55 Minuten Minuten
AltersfreigabeFSK 0
Stab
RegieTahir Chaudhry
DrehbuchTariq Chaudhry, Goran Vidovic und Tahir Chaudhry
MusikArne Berner, Sam Hertges

Die Kriegstrommel ist ein Dokumentarfilm, der 2012 in Deutschland und Großbritannien produziert wurde. Er befasst sich mit der Euro-Krise, dem Bürgerkrieg in Syrien und dem Atomstreit zwischen Israel und Iran. Der Dokumentarfilm wurde von drei Studenten selbständig finanziert und unter der Regie von Tahir Chaudhry erstellt. Die Sprecher sind Dieter Brandecker und Thomas Arnold (Schauspieler).[1]

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Der Film führt seinen Zuschauern zu Beginn die Fortschritte der Menschheit seit der industriellen Revolution vor Augen und zeigt die Herausforderungen, denen sich der Mensch trotz dieses Fortschritts gegenübersieht. Hierbei treten die Krisen einerseits naturbedingt auf und andererseits sind sie durch Menschenhand geschaffen. Als Beispiel dafür wird zuallererst die Euro-Krise präsentiert, die die Europäische Union vor Probleme historischen Ausmaßes stellt. Hierzu erläutern die Wirtschaftsexperten Wolfgang Maennig (Wirtschaftswissenschaftler) und Michael Mross (Wirtschaftsjournalist) grundlegende Zusammenhänge und verdeutlichen die Implikationen für die Bevölkerung der krisengeplagten Länder. Proteste in Griechenland 2010–2012 bringen vor allem die Jugend auf die Straßen. Sie protestiert gegen die steigende Arbeitslosigkeit und die Sparmaßnahmen des Staates. Ähnlich wird die Situation in der arabischen Welt durch Gil Yaron (israelischer Journalist) geschildert. Menschen protestieren gegen die herrschenden autoritären Regime ihrer Länder und fordern eine grundlegende Umwälzung der politischen und sozialen Strukturen. Es beginnt ein Prozess, der unter dem Namen Arabischer Frühling bekannt wird. Was in Tunesien beginnt, greift schnell in etliche Staaten des Nahen Osten und Nordafrikas über. Auch in Syrien wird die Regierung von Baschar al-Assad auf die Probe gestellt. Der Dokumentarfilm betrachtet diesen Konflikt aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei spielt einerseits das innerstaatliche Zerwürfnis und andererseits die immer deutlicher auftretende Blockbildung in der Weltpolitik eine entscheidende Rolle.

Datei:Peter Kloeppel - Die Kriegstrommel.jpg
Interview mit Peter Kloeppel (RTL-Chefredakteur)

Die Kriegstrommel zeigt elementare Probleme des Konflikts in Syrien auf und stellt einen diplomatischen Weg zur Befriedung in den Vordergrund. Christoph Teuner (Chefmoderator, n-tv) und Peter Kloeppel (Chefredakteur, RTL) schildern die Probleme, die es bei der Berichterstattung im syrischen Bürgerkrieg gibt. Es folgt die Darstellung des Iran-Israel Konflikts, der mittlerweile zum Spielball der Blöcke geworden ist. Auf der einen Seite China, Russland und der Iran und auf der anderen Seite die USA, europäische Staaten und Verbündete in der arabischen Welt. Der erstere fürchtet eine Ausweitung der westlichen Interessenpolitik in der Region und möchte sie unter allen Umständen verhindern. Udo Steinbach (Nahost-Experte) und Jürgen Bertram (deutscher Journalist und Autor) erläutern die Rolle der Großmächte Russland und China.

Auch in diesem Fall wird ein wertneutraler Einblick in die Historie des Konflikts geboten, in dessen Zentrum das umstrittene Atomprogramm des Iran steht. Hier kommen Volker Perthes (Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik) und Margret Johannsen (Friedensforscherin im IFSH) zu Wort. Dann wird die Rhetorik der Kontrahenten thematisiert, die eine besondere Schärfe erreicht hat und mittlerweile ein Wettrüsten in der Region befeuert. Ferner wird veranschaulicht welche Auswirkungen eine mögliche militärische Intervention in der Region und darüber hinaus haben könnte; vor allem im Hinblick der Tatsache, dass nicht wenige Mächte um die Konfliktparteien herum über nukleare Waffen verfügen. Gedanken über Krieg und Frieden äußern Kay Sokolowsky (Schriftsteller) und Udo Baer (Psychotherapeut).

Datei:Tahir Chaudhry im STUDIO Filmtheater Kino, Kiel.JPG
Filmvorführung am 28.10.2012 - STUDIO Filmtheater, Kiel

Des Weiteren setzt sich der Film gründlich mit dem Instrument der Diplomatie auseinander, das verbreitet weniger Interesse erfährt und damit häufig durch rasche Militäraktionen hintergangen wird, um schnellen Applaus zu kassieren. Die Kriegstrommel wendet sich gegen die Durchsetzung eigener Interessen auf Kosten der Moral und warnt vor doppelten Maßstäben, die die Menschheit mehr und mehr von einer friedvollen und gerechten Welt entfernen. Zum Schluss hin fordert der Film vom Zuschauer, unabhängig von der persönlichen Einstellung, sich an politischen und gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen und die Demokratie in unserem Lande zu befruchten, um Veränderungen herbeiführen zu können. Dazu kommen mehrere Politiker wie Ralf Stegner, Konstantin von Notz, Wolfgang Börnsen und Burkhardt Müller-Sönksen zu Wort.[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Aufnahmen begannen im Ende März und liefen bis Anfang Mai. Die Dokumentarfilmer reisten auf eigene Kosten zu den Drehorten: Kiel, Hamburg, Berlin, Köln und London. Dazu nutzten sie ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel. Die Produktionskosten belaufen sich insgesamt auf 2500 Euro. Hindernisse beim Dreh waren finanzielle Engpässe und die Lehrveranstaltungen im Studium. Der Film hatte am 25. Juni 2012 Premiere im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die von mehr als 200 Gästen besucht wurde.[3]

Kampagne[Bearbeiten]

Im Laufe der Präsentationstour nach der Veröffentlichung ist die Kampagne „STOP the War Drums“ entstanden. Die Kriegstrommel wurde mittlerweile in Flensburg, Kiel, Hamburg, Berlin, Jena, Bonn, Frankfurt, Darmstadt und Wien präsentiert. Darunter auch in der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn oder im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg. Daneben treffen die Filmemacher von Zeit zu Zeit Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete, Europaabgeordnete und Botschafter, um die Kernbotschaft des Film für mehr Frieden, mehr Diplomatie und mehr Gerechtigkeit zu vermitteln.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Der Film wurde von unzähligen Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik positiv aufgenommen.

Datei:FES Berlin - Filmvorführung.jpg
Filmvorführung am 06.10.2012 in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin

Gerald Koll (Regisseur & Journalist) sagt: Der Film beherzigt das menschliche Credo hinter den Geflechteten und beinahe glaubt man, mit etwas besserer Kinderstube wären Netanjahu und Ahmadinedschad vielleicht Kumpels geworden. Die Kriegstrommel schafft es diese Vorstellung gekonnt der Realität gegenüberzustellen. Entgegen der Kriegstrommel pochen die Friedensapelle wie ein Herz.[5]

Wolfgang Börnsen (Mitglied des Bundestages, CDU) beeindruckt das Engagement der jungen Filmer. Denn er merke jeder Minute des Films die Leidenschaft an sowie den Wunsch nach einem respekt- und friedvollen Miteinander.[6]

Raju Sharma (Mitglied des Bundestages, DIE LINKE) betont, dass die Macher mit ihrem Film einen großen Beitrag für den Frieden leisten. Daher wünscht er dem Film viele und vor allem aufmerksame Zuschauer.[7]

Nadja Hirsch (Mitglied des Europäischen Parlaments, FDP/ALDE) richtet sich in einem Schreiben folgendermaßen an die Filmemacher: Sie haben als Studenten eine große Leistung erbracht, auf die Sie stolz sein können und mit ihrem Dokumentarfilm gelingt es Ihnen hervorragend, die Verbindung zwischen Politik, Wirtschaft, Krieg und Frieden aufzuzeigen.[8]

Marlene Löhr (Vorsitzende des Landesverbands der Grünen in Schleswig-Holstein) erklärt: Beide Konflikte halten die Welt auch Monate nach Abschluss dieses Filmprojekts weiter in Atem. Täglich erreichen uns schreckliche Bilder aus Syrien. Israel und Iran befinden sich zunehmend auf einem besorgniserregenden Kollisionskurs. Der Film geht beiden Konflikten auf den Grund und blickt hinter die Kulissen der täglichen Nachrichtenmeldungen. Den Filmemachern ist eine Dokumentation gelungen, die zum Nachdenken anregt.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]