Constantin Cramer von der Laue

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Dr. iur. Constantin Oskar Martin Cramer von Laue (* 14. August 1906 in Berlin-Lichterfelde; † 21. Juli 1991 in Bonn) war ein deutscher Offizier und Staatsbeamter.

Leben und Tätigkeit[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch gehörte Cramer von 1927 bis 1935 der Reichswehr als Berufsoffizier an, in der er den Rang eines Hauptmanns erreichte. Seit seiner Jugend war Cramer mit Helmuth Brückner befreundet, der in den 1930er-Jahren zum Gauleiter von Schlesien aufstieg. Nachdem Brückner auf Betreiben Heinrich Himmlers 1934 wegen homosexueller Betätigung seines Amtes enthoben und verhaftet wurde, wurde zusammen mit mehreren Personen aus Brückners Umgebung auch Cramer verhaftet. In seinem Prozess vor einem Militärgericht in Leipzig in den Monaten Januar bis April 1935 wurde Cramer freigesprochen, wobei unter anderem Hans Hasso von Veltheim als Zeuge zu seinen Gunsten aussagte. Anschließend konnte er ohne Beschädigung seines Ansehens aus dem Militärdienst ausscheiden und ein Jurastudium an der Universität Leipzig aufnehmen, dem er sich von 1935 bis 1939 widmete.[1] Den Lebenserinnerungen von Fritz Günther von Tschirschky hatte Cramer 1933 und 1934 zudem als Militärkontakt einem von Tschirschky und anderen geknüpften konservativen Netzwerk angehört, das auf eine Beseitigung der NS-Herrschaft abzielte.[2]

Von 1939 bis 1945 nahm Cramer am Zweiten Weltkrieg teil. Während des Krieges erlitt er als Teilnehmer des Russlandfeldzuges schwere Verwundungen und wurde er zum Major befördert. Zum Kriegsende geriet er in britische Kriegsgefangenschaft.

Von 1945 bis 1949 arbeitete Cramer als Referendar beim Amtsgericht in Bad Pyrmont, beim Landgericht in Hildesheim und beim Oberlandesgericht in Celle. Von 1949 bis 1951 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg.

Von 1951 bis 1971 war Cramer als Höherer Beamter, zuletzt im Rang eines Regierungsdirektors, im Bundeskanzleramt in Bonn tätig. Von Juni bis November 1951 war er dort zweiter Persönlicher Referent von Konrad Adenauer. Anschließend fungierte er als Hilfsreferent in verschiedenen Grundsatzreferaten, unter anderem von 1951 bis 1957 im Referat 4 („Grundsatzfragen, Koordinierung und Kabinettssachen aus dem Geschäftsbereichen des BMI, BMJ; BMBR; Bundestag, Bunderat, Bundespräsidialamt“), von 1957 bis 1958 im Referat 6 („Grundsatzfragen, Koordinierung und Kabienttssachen aus dem Geschäftsbereich des BMZ, BMF, BMWi, BML, Bundesbank“) und von 1965 bis 1971 Hilfsreferent im Kanzlerbüro. Von 1949 bis 1971 nahm Cramer an zahlreichen Kabinettssitzungen teil, wobei erhäufig als Protokollführer fungierte. Ende der 1960er-Jahre erhielt Cramer den offiziellen Auftrag, eine Geschichte des Bundeskanzleramtes zu schreiben[3], die er aber anscheinend nicht vollendete.

Weblinks[Bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Klaus Walther: Hans Hasso von Veltheim: Eine Biographie. mdv, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, ISBN 3-89812-211-5, S. 270 f.
  2. Fritz Günther Tschirschky: Erinnerungen eines Hochverräters. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1972, ISBN 3-421-01602-X, S. 64.
  3. Zeitung lesen. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1970 (online9. März 1970).
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