Consol (Institution)

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ConSol ist eine schweizerische soziale Institution und marktwirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen in einem, mit Sitz in Zug.

ConSol, Arbeit für Menschen mit Behinderung
Rechtsform Verein
Gründung 1999
Sitz Zug, Schweiz
Leitung Mathys Wild
(Geschäftsführer)
Käty Hofer Buser
(Vorstands-Präsidentin)
Mitarbeiter 66 (31. Dezember 2007)
Umsatz 2,5 Mio. CHF (2007)
Website www.consol.ch

Inhaltsverzeichnis

Gründung und Rechtsform[Bearbeiten]

Da der Leistungsdruck in der Privatwirtschaft stark zunahm, wuchs der Bedarf an geschützten Arbeitsplätzen für Menschen mit Erwerbsbehinderung. 1999 wurde die ConSol mit der aktiven Unterstützung der Direktion des Innern des Kantons Zug als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Zug gegründet.

Aufgaben und Finanzierung[Bearbeiten]

Als soziale Institution hat ConSol den Auftrag im Kanton Zug Arbeitsplätze für Menschen mit physischer oder psychischer Erwerbsbehinderung zu schaffen. Zudem werden Ausbildungen und Umschulungen im Auftrag der IV (Invalidenversicherung) durchgeführt. Als Unternehmen verfolgt ConSol das Ziel, sich zu einem großen Anteil selbst zu finanzieren, indem kundenorientierte Produkte hergestellt und qualifizierte, professionelle Dienstleistungen auf dem Markt angeboten und verkauft werden.

Die ConSol wird nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen und mit marktwirtschaftlicher Ausrichtung geführt, die zur Verfügung gestellten Mittel werden wirkungsorientiert und ökonomisch verwendet. Eine ausgeglichene Jahresrechnung soll durch den Verkaufserlös, Beiträge der staatlichen und kantonalen öffentlichen Hand sowie durch Spenden erreicht werden. Ausserdem ist es ein gemeinnütziger Verein und unterhält mehrere verschiedenartig ausgerichtete Betriebsstätten.

Betriebsstätten[Bearbeiten]

Die ConSol ist in vier Bereiche unterteilt, die sich auf drei Gebäude entlang des Zuger Ibelwegs verteilen:

  • ConSol GLAS stellt aus Altglas durch Schleifen und Sandstrahlen Trinkgläser, Windlichter und Schalen her. (ca. 20 Mitarbeiter)
  • ConSol PAPIER produziert handgeschöpftes Papier und daraus Grusskarten, Fotoalben, Gästebücher, Agenden (ca. 15 Mitarbeiter, teilt sich Gebäude mit der Betriebsstätte GLAS)
  • ConSol OFFICE ist ein Bürozentrum, das für Firmen und Privatpersonen Auftragsarbeiten ausführt: Mailings, Telefondienst, Dias einscannen, CDs/DVDs kopieren, Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, Vorverkauf von Konzert-Eintrittskarten uvm. (ca. 25 Mitarbeiter, im Jahr 2002 gegründet)
  • ConSol BISTRO fungiert gleichzeitig als Personal- und als Quartierrestaurant, das auch Angestellte umliegender Firmen besuchen können.

(Ein fünfter Bereich, ConSol TEXTIL, ist geplant. Ebenfalls im Entstehen begriffen ist ein Ausbau des ConSol OFFICE, das künftig etwa doppelt so viele Mitarbeiter beschäftigen können soll.)

Angebot[Bearbeiten]

Die ConSol führt unter anderem Ausbildungen sowie Umschulungen im Auftrag der IV (Invalidenversicherung) durch. Die Institution übernimmt einerseits dreimonatige IV-Abklärungen, in denen der Grad der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person ermittelt wird, andererseits beschäftigt sie manche (z.T. auch abgeklärte) Mitarbeiter auf unbefristete Dauer (weiter).

Es sind auch sechsmonatige Arbeitstrainings möglich: Die Arbeitsfähigkeit, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Leistungsfähigkeit (in Quantität und Qualität) werden trainiert, Ziel ist die Wiedereingliederung in den offenen Arbeitsmarkt.

Auch sonst versucht die Institution, jene Mitarbeiter in der Privatwirtschaft unterzubringen, die dazu geeignet sind. Es werden dafür jeweils in einem ersten Schritt Schnupper-Praktika in dafür angefragten Betrieben vermittelt und ebenda gegebenenfalls IV-finanzierte Dauerpraktika durchgeführt, die im besten Fall zur definitiven Anstellung führen.

Es werden auch Lehrstellen angeboten und Zivildienstleistende können in der ConSol ihren Zivildienst-Einsatz absolvieren.

Zielgruppe und Lohn[Bearbeiten]

Die Zielgruppe sind im Kanton Zug wohnhafte Personen, jedoch können auch von den IV-Stellen anderer Kantone die nötigen IV-Verfügungen ausgestellt werden. Diese Verfügungen müssen entweder bereits gesprochen, oder gesichert in Aussicht sein, damit jemand in die ConSol aufgenommen werden kann. Die Bewerber müssen ausserdem freiwillig und regelmässig mindestens 20 Stunden in der ConSol arbeiten wollen, dürfen unter keiner akuten Suchtproblematik oder starken geistigen Behinderung leiden. Es muss eine ein- bis zweiwöchige unbezahlte Schnupperzeit absolviert werden.

Die Aufnahmekriterien variieren von Teilbetrieb zu Teilbetrieb: Für die Betriebsstätte Office wird eine kaufmännische Ausbildung vorausgesetzt, für die Betriebsstätte Bistro die Einhaltung von Hygienevorschriften und für die Betriebsstätten Glas und Papier handwerkliches Geschick.

Unbefristet angestellte Mitarbeiter erhalten zusätzlich zum IV-Geld einen individuell festgelegten Leistungslohn. Die meisten Mitarbeiter arbeiten Teilzeit. Obwohl manche Arbeitsplätze auf diese Weise doppelt belegt werden können, sind in der Regel alle Plätze ausgebucht.

Vereinszweck gemäss den Statuten[Bearbeiten]

  1. Der Verein fördert die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft und die Wiedereingliederung in den freien Arbeitsmarkt.
  2. Der Verein bezweckt die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, um ihnen Verdienstmöglichkeiten zu bieten.
  3. In den Arbeitsprojekten können auch nichtbehinderte Erwerbslose beschäftigt werden, soweit es die Regelungen des BSV zulassen.
  4. Der Verein kann mit anderen Einrichtungen der Wiedereingliederung Behinderter Kooperationen eingehen.

Weblink[Bearbeiten]