Claus Bubolz

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Claus Bubolz (*22.März 1949 in Berlin) ist der Vereinsvorsitzende des Berliner Kulturvereins Brücke 7 e.V. und ein Berliner Original.

Portrait

Leben[Bearbeiten]

Claus Bubolz wurde 1949 als uneheliches Kind von Lotte Bubolz und Bernd Bajinskie in Berlin geboren und wuchs dort auf. Nach liebvoller Kindheit und Schulzeit wurde er Gasthörer für Psychologie an der Humboldt Universität Berlin. Er während seines Wehrdienstes in der NVA verweigerte er jede Art von Auszeichnungen. Am Ende der Dienstzeit nutzte er die Befehlsverweigerung, um seine Beförderung zum Gefreiten zu verhindern. Seine zweimalige Einberufung als Reservist stellte eine Maßreglung dar. Auch aus dem Reservistendienst wurde er als Soldat entlassen. Er ist Vater zweier unehelicher Kinder, die Jura und Schauspiel studierten. Nach den erlernten Berufen als Bäcker, Warenbeweger (Lebensmittellogistiker) und Kellner absolvierte er die Ausbildung als Gaststättenleiter. Anschließend leitete er das Mitropa-Restaurant Städteexpress im Berliner Bahnhof Lichtenberg.

Kulturverein Brücke 7[Bearbeiten]

Am 15.4.1998 gründete Bubolz den Kulturverein Brücke 7 in der Brückenstrasse 7 am S-Bahnhof Schöneweide. Die von ihm dort betriebene Gaststätte baute er mit Harald Schuster für den Verein aus. So entstanden eine Galerie in drei Räumen und eine Kellergalerie mit Bühne. Wegen seines kulturpolitischen Engagements gingen mehrfach durch Rechts- und Linksextreme die Scheiben zu Bruch. 1999 wurde die Gaststätte Spezialcafe in der Brückenstrasse 7 von Bubolz geschlossen.

Das Bezirksamt Berlin – Treptow / Köpenick stellte für seine kulturpolitischen Arbeiten andere Räumlichkeiten in einem öffentlichen Gebäude in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofes Schöneweide zur kostenlosen Verfügung. Der Bahnhof ist beliebter Treffpunkt der Neonazis.

2003 übergab der damalige Bezirksbürgermeister Klaus Ulbricht den Verein für seine Erfolge bei der Bekämpfung rechtsextremistischer Jugendlicher ein Flachgebäude im Anbau des bereits vom Verein genutzten Gebäudes als Rohbau. Für den Ausbau des Gebäudes sollte der Verein Mittel aus dem Fond Aufbau Ost – Kultur erhalten.

Der Verein wurde von zahlreichen namhaften Persönlichkeiten unterstützt. Er organisiert Ausstellungen und Podiumsdiskussionen.

Bei der ersten Ausreichung eines von Bubolz gestifteten Weltfriedenstag-Gedenkpreises an Berlins Parlamentspräsidenten a.D. Hanna – Renate Laurin fertigte er ein Hinweisplakat an. Er befestigte es für die Öffentlichkeit sichtbar an der Außenwand des ihm überantworteten Objektes.

Streit mit dem Bezirksamt[Bearbeiten]

Der Verein war zunächst befristet als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. Um öffentliche Zuwendungen wie die aus dem Fonds Aufbau Ost - Kultur erhalten zu können, hätte eine unbefristete Anerkennung erfolgen müssen. Dies hat das Bezirksamt wegen Zweifeln am Konzept des Vereins und der Qualität des Personals Anfang 2004 abgelehnt [1]. Hintergrund war, dass der Verein im Bestreben, auch rechtsorientierte Jugendlichen anzusprechen, diesen zunehmend eine Bühne bot. Bubolz ging gegen die Entscheidung des Bezirksamtes letztlich erfolglos vor. Er hatte angenommen, den damit beauftragten Rechtsanwalt nur im Erfolgsfall bezahlen zu müssen, was sich sich aber als Irrtum herausstellte. Als Bubolz den Rechtsanwalt nicht bezahlen konnte, verklagte dieser ihn wegen Betrug. Bubolz wurde zu einer Geldstrafe verurteilt [2]. Durch den Prozess und die ausbleibenden Fördermittel geriet auch der Verein in Zahlungsschwierigkeiten und konnte nach Angaben des Bezirksamtes die Miete nicht mehr bezahlen [3]. Bubolz bestreitet Mietrückstände. Im Jahr 2008 wurde der Verein schließlich zwangsgeräumt[2]. Seitdem agiert der Verein als Gast in anderen Räumen, u.a. 2009 in der Akademie der Künste oder im öffentlichen Raum.

Parteiordnungsverfahren[Bearbeiten]

Bubolz war Mitglied der SPD. Wegen der Räumung des Vereins durch den Bezirk, dessen Bürgermeisterin zu dieser Zeit die SPD-Politikerin Gabriele Schöttler war, unterstellte er, dass die SPD faktisch die NPD unterstützen würde und trat mit entsprechenden Plakaten in der Öffentlichkeit auf. Daraufhin leitete die SPD ein Parteiordnungsverfahren ein, das letztlich zu Parteiausschluss führte.[4]. Bubolz nahm das Urteil nicht an und lässt es auf Rechtsstaatlichkeit prüfen.

Weiterer Prozess[Bearbeiten]

Eine Mitarbeiterin beschuldigte Bubolz der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz und gewann im Arbeitsrechtsstreit. Bubolz ging öffentlich durch alle Instanzen. Im Strafgericht empfahl in letzter Instanz der Staatsanwalt dem Richter den Freispruch. Die Kammer folgte den Antrag.

Denkmal für Harald Juhnke[Bearbeiten]

Nach Presseberichten [5] plante Bubolz die Errichtung eines Denkmals für Harald Juhnke. Die Kosten dafür wurden auf 50.000 Euro geschätzt. Zu einer Realisierung ist es bisher nicht gekommen.

Ausstellungen des Vereins Brücke 7 (Auszug)[Bearbeiten]

  • Andrej Smolak CSSR
  • Sowjetische Plakate Glasnost und Perestroika
  • Catherine J. Nicely USA
  • Manfred Bofinger Karikaturist
  • Klaus Staeck Plakatkunst
  • Günter Grass Erotische Stiche
  • Ost West Einstein Gymnasium Kunstwettbewerb 1 und 2
  • Peter Muzeniek Karikaturist
  • Thrafia Griechenland
  • Michael Dur Collagen
  • Ursula Braune Malerei
  • Nino Malfatti Österreich
  • Erich Rauschenbach Karikaturist
  • Pablo Picasso im Original
  • Prinzessin Irmingard von Bayern
  • Prof. Matthias Koeppel mit Ehefrau SOOKI
  • Rüdiger Roehl und Jan Skuin Metallplastik
  • Ost-West Ausstellung des Künstlers Bernd Klein
  • Barbara Engholm
  • Georg Krause Diplomfotograf
  • Mitanbieter bei den Lange Nacht der Museen
  • Ausstellung OSTERWEITERUNG im Kreiswehrersatzamt
  • Dieter Zehentmeir Karikaturist
  • Michael Kröning Reichstagsfotografie
  • Harald Juhnke zum 75. Mit dem Filmmuseum Berlin
  • Deutsch Österreich, Jugendkunst "Für Toleranz, gegen Gewalt!"
  • Siegfried Schütze Malerei
  • Harald Junke Erinnerungsausstellung, Lebenswerk
  • Elias Matt Songreiter Mahler
  • Deutsch Österreich, Polen Jugendausstellung im Kreiswehrersatzamt
  • Clemens Becker und Antje Wosylus Moderne Malerei
  • Catherine Nicely USA, Jevgenij Martyschev RUS.
  • Markus und Katja Latzke Metallplastik Malerei
  • Claus Bubolz sinnliche Aktfotografie
  • Ed Wepp USA

Kuratoriumsmitglieder des Vereins Brücke 7[Bearbeiten]

  • Günter Grass, Schriftsteller Nobelpreisträger
    Gespräch zw.Grass und Bubolz
  • Prof. Klaus Staeck Plakatkünstler Präsident der Akademie der Künste
  • Prof. Walter Jens Ehrenpräsident der Akademie der Künste
  • Richard von Weizsäcker Bundespräsident a.D.
  • Thomas Krüger Präsident der Bundesanstalt für Politische Bildung
  • Joachim Zeller MdEP Landesvorsitzender der CDU a.D.
  • Stefan Heym † Schriftsteller
  • Prinzessin Irmingard von Bayern † Humanistin
  • Dr. Dr. Hanna Renate Laurin † Parlamentspräsidenten Berlin
  • Prof. Matthias Koeppel Mahler
  • Janusz de Wojciechowski Theaterregisseur Polen
  • Prof. Dietger Pforte Präsident Stiftung Kulturfonds
  • Björn Engholm Vorsitzende des Kulturforum SH Ministerpräsident a.D.
  • Dr. Ulrich Janetzki Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin
  • Ferdinand Baron von König Rechtsanwalt
  • Siegfried Scheffler MdB a.D. für Treptow Köpenick
  • Dr. Herbert Knoblich Präsident des Landtages von Brandenburg a.D.
  • Klaus Schütz Regierender Bürgermeister a.D.
  • Dr. Volker Hassemer Senator a.D.
  • Ulrich Roloff-Momin Senator a.D.
  • Martin Wille Landrat Dahme Spreewald a.D.
  • Dr. Manfred Rexin Journalist RIAS-Rundfunklegende
  • Reinhard Kraetzer Bürgermeister a.D.
  • Charlotte von Malsdorf † Museumsdirektor

Zeitweise Kuratoriumsmitglieder[Bearbeiten]

  • Joachim Gauck Vorsitzender Verein Gegen Vergessen Für Demokratie
    Brücke 7 beim Verein gegen Vergessen für Demokratie e.V. v.r.n.l. Pascal Veigel, Claus Bubolz, Joachim Gauck, Markus Schächter
  • Klaus Rüdiger Landowsky Fraktionsvorsitzender
  • Klaus Ulbricht Bürgermeister
  • Siegfried Stock Bürgermeister
  • Rolf Eden Berliner Playboy

Weltfriedenstags Gedenkpreis des Vereines[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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