Chronik Afghanistans

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Die Chronik Afghanistans

Inhaltsverzeichnis

Antike bis zum Islam[Bearbeiten]

  • ca. 3.000 v. Chr.: Erstmalige Ernte der "Möhre/Karotte" [1]
  • 3. Jtsd. v.Chr.: Bronzezeitliche Helmandkultur in Ostiran und Westafghanistan treibt Handel mit den pakistanischen Induskulturen. Die zweitgrößte Stadt "Mundigak" liegt in der Nähe des heutigen Kandahar (die größte "Shahr-i-Sokhta" im Iran).[2]
  • ca. 2.000 v.Chr.: Erste Blüte der uralten Stadt Balkh (später "Bactria", bei den Arabern "Umm Al-Belaad", Mutter der Städte) in der Nähe des heutigen "Mazar-e Sharif" , die an der Kreuzung von Handelsstraßen liegt und in einer damals sehr fruchtbaren Region. Von 1.500 v.Chr.bis 700 v.Chr. ist sie unbedeutend, dann erfolgt ein zweiter Aufstieg.[3]

 

Meder[Bearbeiten]

  • ca. 650- ca. 550 v.Chr.: Die heterogenen nordiranischen Meder beherrschen wohl auch Afghanistan, sie haben aber keine eigene Schrift, daher ist ihr Herrschaftsgebiet schwer belegbar.
  • 600 v. Chr.(? Datum hoch umstritten) Zarathustra führt den Parsismus in Baktrien ein. Sein heiliges Buch "Avesta" gibt den legendären iranischen Helden Esfandiyar, den Sohn Goschtasps aus dem Geschlecht der Kayaniden als Gründer Kabuls an.
  • ca 500 v. Chr.: Die Buddha-Schüler Trapusa und Bahalika leben in Balkh.

 

Achämeniden[Bearbeiten]

  • 522-486 v. Chr.: Die achämenidischen Perser unter Darius dem Großen erobern das Gebiet. Den Norden nennen sie "Baktrien", Südafghanistan "Arachosien", den Osten "Paropamisaden".

 

Makedonen und Seleukiden[Bearbeiten]

  • 329- 326 v.Chr.: Die Makedonen unter Alexander dem Großen erobern Afghanistan, er gründet Kandahar (ob dies eine Übersetzung seines Namens ist, ist umstritten) und heiratet die baktrische Roxana. Die exakte Lage seiner damals bedeutendsten Gründung "Alexandria am Kaukasus" (mit "Kaukasus" ist in diesem Zusammenhang der Hindukusch gemeint) ist umstritten, sie lag nördlich von Kabul am Hindukusch, Begram oder Charikar gelten als wahrscheinlich. [4]
  • 323/305-256 v Chr.: Nach Alexanders Tod wird das Land Teil des hellenistischen Seleukidenreichs.
  • 322–185 v.Chr. Das riesige indische Maurya-Reich beherrscht auf seinem Höhepunkt auch Südostafghanistan, drängt hier die Seleukiden zurück.

 

Griechisch-Baktrisches Königreich, ca. 255 v.Chr- ca. 130 v.Chr.[Bearbeiten]

  • 255 v.Chr.: Der zunächst seleukidische Satrap Diodotos I. Soter (ca.285 v.Chr.-ca. 239 v.Chr.) begründet das reiche Griechisch-Baktrische Königreich, das auch "Sogdiana" (etwa: Usbekistan, Turkmenistan) umfasst. Er fällt ab, als die seleukidische Hauptarmee im Westen in Diadochenkriegen gebunden ist. Doch ihm erwächst sofort ein weiterer mächtiger Feind im Westen als in Persien Arsakes ca. 240 v.Chr. einen anderen abtrünnigen Satrapen namens Andragoras schlägt und das persische Partherreich gründet. Die zwei baktrischen Hauptstädte sind das uralte "Balkh" (griechisch "Baktria", s.o.) bei Mazar-i-Sharif und Alexandria am Oxus, das heutige "Ai Khanoum" in der Provinz Takhar. [5]
  • 235 v. Chr.- ca. 223 v.Chr: Diodotos II.

 

  • ca. 223 v. Chr: Euthydemus I ermordet seinen Schwager Diodotos und usurpiert den Thron. Er muss 208-206 die Vorstöße des Seleukiden Antiochos III.des Großen abwehren.
  • 200/195 v. Chr.- ca. 180 v Chr.: Demetrios I. regiert bis 180 v.Chr. und erobert Gebiete in Persien. Er nutzt den Zerfall des nordindischen Maurya-Reichs 185 v.Chr. zur Eroberung Südafghanistans und Vorstößen nach Indien.
  • ca. 180 v. Chr.- ca. 170 v.Chr.: Nach Demetrios' Tod folgen mehrere kurze Herrschaften

 

  • ca. 170 v.Chr.: Eukratitides beendet die Euthydemidendynastie und herrscht bis zu seiner Ermordung 145 v.Chr, seinen Sohn Eucratides II ereilt kurz danach das gleiche Schicksal. Alexandria am Oxus wird ca 145 v.Chr. von nomadischen "Saken" (im weiteren Sinne Skythen) geplündert und aufgegeben.
  • ca. 145 v.Chr.: Letzter griechisch-baktrischer König ist Heliokles I (145–130 v. Chr.), er wird ca. 130 v Chr. von den Saken und Tochari (oder westchinesischen "Yuezhi"-Nomaden) geschlagen. [6] Möglicherweise zogen griechisch-baktrische Adlige ins indo-griechische Königreich in NW-Indien.

 

Indo-Griechisches Königreich (ca. 175 v.Chr.--Zeitenwende, Datierung unsicher)[Bearbeiten]

  • ca 175--165 v.Chr.: Apollodotus I
  • ca. 155--130 v.Chr. : Menander I Soter gründet im Punjab (heutiges Pakistan) ein prosperierendes buddhistisches Reich mit der Hauptstadt "Sagala" (heutiges Sialkot). Er beherrscht auch Ost-Afghanistan und führt erfolgreich Krieg gegen NW-Indien. [7]

 

Kushana-Reich der westchinesischen Yuezhi (Zeitenwende bis ca. 250) [8][Bearbeiten]

  • ca. 100 v.Chr, Anfänge der Reichsentwicklung in Afghanistan
  • ca. Christi Geburt -250 n. Chr.: "Kushana"-Reich der chinesischen Yuezhi in Afghanistan, Pakistan und Nordindien: Die Yuezhi übernehmen die baktrische Schrift und werden allmählich indisiert, der Buddhismus ist weit verbreitet.
  • Heraios (etwa 1–30 n.Chr.?),
  • Kujula Kadphises (reg. 30-80 n.Chr.?), schlägt die Indo-Parther, [9]
  • Vima Kadphises,
  • Kanishka (ca. 100-123 n Chr.?, 127-151?) Höhepunkt mit Hauptstädten im pakistanischen Peschawar und Begram/Kadisa bei Kabul,
  • Huvischka (reg. ca.140-183 n. Chr)
  • ca. 250: Verdrängung durch die persischen Sassaniden, die die Parther abgelöst haben.[10]

 

Indo-Parthisches Königreich[Bearbeiten]

  • ca. 19 n.Chr. - 130: Nachdem der parthische Vasall Gondophares sich von den Parthern unabhängig gemacht hat, gründet er im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ein Indo-Parthisches Königreich, das v.a. aus Münzfunden bekannt ist, über das man aber sonst wenig weiß. Gondophares macht Taxila (im heutigen Nordpakistan) zu seiner Hauptstadt, nach seinem Tod werden seine schwächelnden Nachfolger nach Afghanistan abgedrängt. Der etwa 100 lebende Pacores ist der letzte namentlich bekannte Herrscher.

 

Kushano-Sassaniden[Bearbeiten]

  • 250-400: Die persischen Sassaniden beherrschen das Gebiet, ihre Statthalter heißen Kushano-Sassaniden (seltener Indo-Sassaniden). Sie liefern sich Kriege mit dem Reitervolk der Kidariten. Etwa 380 verdrängen die Alchon beide aus dem Osten Afghanistans. [11]

 

Hephtaliten und Alchon ("Huna")[Bearbeiten]

  • ca 425- ca.560; (letzter Herrscher 670): Die kriegerischen Hephtaliten errichten ein Großreich, das auf seinem Höhepunkt auch Usbekistan umfasst. Sie werden die Erzfeinde der persischen Sassaniden, die Kriege sind Gegenstand des bekannten persischen Epos "Shah Name" von Firdausi. Das Baktrische ist Verwaltungssprache, ihre Hauptstadt ist in Balkh und Kunduz.
    Die mit ihnen oft in einen Topf geworfenen Alchon beherrschen den heute pakistanischen Pandschab. Aus mehreren Gründen ist die Informationslage über diese Völker schwierig, v.a. weil ihre Feinde mehrere Reitervölker als "Huna" bezeichnen, Hephtaliten (um die es hier hauptsächlich geht), Alchon, Chioniten (ihre Vorläufer?) und Kidariten (bis Mitte 5.Jh.).
  • (ca 430-461: Alchon Khingila I.)
  • (c.461-493, Alchon Mehama regiert im Punjab)
  • 484: Der Hephtalit Khush-Newaz schlägt ein gewaltiges persisches Heer bei Herat. Die Hephtaliten töten den Sassanidenkönig Peroz I. [12]
  • (ca.490-515: Alchon Toramana erobert Nordindien, leitet 510 mit dem Sieg über den Prinzen Bhanugupta das Ende des 200-jährigen indischen Guptareichs ein.) [13]
  • 6.Jh.: Im 2500 Meter hoch gelegenen Bamiyan-Tal werden Buddhastatuen aus rotem Sandstein im "Gandhara"Stil in den Fels gehauen, die beiden größten sind 53 und 35 m hoch.
  • (ca.515-530: Herrschaft des grausamen Alchon Mihirakula, er erobert das ostafghanisch-pakistanische Gebiet "Gandhara" und bekämpft erbittert den Buddhismus, unterliegt aber etwa 528 dem zentralindischen Malwa-Herrscher Yasodharman und dem Gupta Baladitya von Magadha.)
  • 557?,560: Der Sassanide Chosrau I. vernichtet im Bündnis mit den Kök-Türken unter Sizabulos die Großmachtstellung der Hephthaliten, die in kleineren Restreichen aber noch eine Weile weiterbestehen.
  • 7.Jahrhundert: Ein Reich der "Nezak" mit Hauptstadt Kapisa wird auf einer Münze erwähnt. Es handelt sich vielleicht um eine Dynastie der Rest-Hephthaliten oder Alchon.

 

Beginn des Islams, Mittelalter[Bearbeiten]

  • ab ca.500: Aufstieg des buddhistischen Shahi-Reichs, das wohl aus dem Osten, also Nordpakistan kommend das Vakuum ausfüllt, das der Abstieg der Hephtaliten hinterlassen hat. Ihre erste Hauptstadt in Afghanistan ist Kapisa (das heutige Bagram, also nicht in der heutigen Provinz Kapisa).
  • ca. 600-870: Die nichtislamische, nach dem Hindugott Zun benannte Zunbil-Dynastie hat ihre Hauptstadt in Zamindawar bei Kandahar. Die Zunbil sind wohl Abkömmlinge der Hephtaliten.
  • 652-54: Ein Arabisches Expeditionschor erobert erstmals Teile des Lands, die Moslems nennen Persien und Afghanistan "Chorasan". Doch die Zunbil und andere Völker leisten lange Widerstand, erst gegen 1000 wird es dauerhaft muslimisch.
  • 683: Kabuler schlagen ein arabisches Expeditionskorps.
  • 685: Araber schlagen die Afghanen.
  • 721: Noch 721 beschreibt der koreanische Mönch Hyecho das zentralafghanische Bamyan als unabhängiges buddhistisches Königreich, doch Ende des 8.Jh. unterliegt es den Abbasiden.

 

  • 794-870: Die buddhistischen Turki-Shahi verlegen ihre Hauptstadt nach Kabul (vgl.870).

 

Tahiriden, Saffariden, Samaniden[Bearbeiten]

  • 821: Gouverneur Tahir ibn Husayn macht sich vom Kalifen selbstständig, wird aber 822 ermordet. Seine Familie, die sunnitische Dynastie der Tahiriden beherrscht 50 Jahre Ostiran, Turkmenistan (ihre Hauptstadt ist in Merv) und Westafghanistan.
  • 861: Der persische Abenteurer Yaqub ibn al-Laith (reg. 861–879), genannt "Saffar" vernichtet die Tahiriden und erobert ganz Chorasan (etwa Iran und Afghanistan), das dadurch erstmals nachhaltig muslimisch wird, seine Westfeldzüge scheitern aber 876. Seine Saffaridendynastie hat ihre Hauptstadt in Südwestafghanistan in Sarandsch/Zaranj.
  • 870 bis 1026: Der Brahmane Lalliya gründet ein zweites, hinduistisches Shahi-Reich (vgl.784) in Ostafghanistan und Pakistan.
  • 900: Die in Buchara (Usbekistan) herrschenden sunnitischen Samaniden unter Ismail Samani (reg. 892–907) schlagen die Saffariden bei Balkh
  • ca. 900-1000: Die Farighuniden kontrollieren nur ein kleines Gebiet in der heutigen Nordprovinz "Faryab", hinterlassen aber ein bedeutendes kulturelles Erbe.
  • 914–943: Unter Nasr II. erreicht das Samanidenreich seine größte Ausdehnung.

 

Ghaznawiden (962-1040, bzw.1140)[Bearbeiten]

  • 961: Der türkische Kommandant der samanidischen Königsgarde Alp-Tigin (-962) wird als Gouverneur nach Chorasan geschickt, er macht sich, nachdem er bei einem Thronfolgestreit dummerweise auf den späteren Verlierer gesetzt hatte, mehr oder weniger selbstständig, schlägt ein Samanidenheer und macht Ghazna/Ghazni im heutigem Ost-Afghanistan zu seiner Hauptstadt.
  • 977–997: Alp-Tigins Schwiegersohn Sebük Tigin baut seine Machtposition aus, er schlägt die lokalen Hindu-Shahis mehrfach.
  • 997: Der extrem aggressive, sunnitische Sultan Mahmud regiert 997 bis 1030, er verschleppt das Universalgenie al-Biruni an seinen Hof. Auch der bedeutendste persische Dichter Firdausi lebt dort bis sein schiitischer Glaube thematisiert wird und er fliehen muss. Mit seiner Mamluken-Armee erobert Mahmud ein Riesenreich, v.a. in Indien. Er beseitigt 1003 in Ostpersien den letzten Saffariden Ahmad Chalaf (reg. 963–1003).
  • 1025 zerstört Mahmud den Tempel von Somnath im westindischen Gujarat.

 

  • 1030: Masud I. (reg.1030-1040) usurpiert den Thron von Ghazna
  • 1032: Krieg gegen das usbekische Kara-Khanat
  • 1034: Krieg in Turkmenistan
  • 1035 & 1038: Kleinere Siege der Seldschuken gegen den Ghaznawidengeneral Begtoghdi
  • 1040: In der Schlacht von Dandanqan (bei Merw in Turkmenistan) besiegt Seldschukensultan Toghril Beg (reg.1037-1063) eine doppelt so große Armee der Ghaznawiden, der paranoide Masud lässt seine Generäle Begtoghdhi und Ali Daya hinrichten, wird aber von der unzufriedenen Armee abgesetzt, die Ghaznawiden halten sich noch ein Jahrhundert in Restgebieten, sind aber keine Großmacht mehr.
  • 1117: Die Seldschuken erobern Ghazni und ersetzen den Sultan durch einen seiner Verwandten

 

Ghuriden 1150-1215[Bearbeiten]

  • ca. 1150-1215: In den zentralen "Ghur"-Bergen entsteht die Ghuridendynastie, die die schwächelnden Ghaznawiden bis 1186 nach und nach besiegt.
    Das Minarett von Dscham, mit 65 Metern das zweithöchste Backstein-Minarett der Welt, ist wohl der Rest ihrer Hauptstadt "Firozkoh".
  • 1148: Sayf al-Din Suri nimmt Ghazni, aber der geflohene Ghaznawidensultan Bahram-Shah entkommt, kehrt im nächsten Jahr mit einem stärkeren Heer zurück, überwältigt ihn und lässt ihn hinrichten
  • 1151: Sayfs Bruder Ala al-Din Husayn erobert Ghazni abermals und richtet ein gewaltiges Massaker (ca. 60.000 Tote) an.
  • 1152: Niederlage Ala al-Din Husayns gegen die mit den Ghaznawiden verbündeten mächtigen Seldschuken unter Ahmad Sanjar bei Herat, er bleibt zwei Jahre ihr Gefangener; Bahram-Shah kehrt ein zweites Mal nach Ghazni zurück, Ala al-Din stirbt 1161.
  • 1161-1163: Sayf al-Din Muhammad
  • 1163-73: Ghiyath al-Din Muhammad, er regiert zunächst allein
  • 1173–1202: Ghiyath ad-Din Muhammad bildet mit seinem Bruder Mu'izz-ad-din eine gemeinsame Regierung[14]
  • 1174: Abermalige Einnahme Ghaznis, diesmal aus der Hand der türkischen Oghusen
  • 1175: Sieg bei Multan (in Nordpakistan) gegen die paschtunischen Hamid Ludi
  • 1178: Niederlage in der Schlacht von Kayadara (indisches Gujarat)[15]
  • 1186: Vernichtung der letzten Ghaznawidenreste im pakistanischen Lahore
  • 1189-90: Sieg im Norden gegen den Khworesmier Sultan Shah
  • 1191: Niederlage bei Tarain (Haryana), gegen die vereinigten Rajputenheere unter dem Hindu Prithviraja III. von Delhi.
  • 1192: Zweite Schlacht von Tarain: Sieg gegen die Koalition der Hindufürsten , Prithviraja wird getötet. Laut Zeitgenossen waren beide Heere jeweils über 100.000 Mann stark. Die Ghuriden werden die ersten Moslemherrscher in Delhi und errichten das Qutb Minar im Gedenken ihres Siegs.
  • 1193: Sieg bei Chandawar in Indien
  • 1200: Krieg gegen den neuen Khworesmierschah Ala ad-Din Muhammad II
  • 1202: Tod Ghyaths, 1206: Tod Mu'izz-ad-dins und schneller Zerfall der Macht
  • 1215: Niederlage des letzten Sultans Ala al-Din Ali gegen den Khworesmierschah Ala ad-Din Muhammad II

 

Mongolen, Tschagatai-Khanat, Timur Lenk und Nachwirkungen bis 1400[Bearbeiten]

  • 1219-1221: Dschenghis Khan verwüstet bei seiner Eroberung die Bewässerungssysteme.
  • 1221: Der kriegerische Khworezmier Jalal ad-Din Mingburnu und seine afghanischen Verbündeten schlagen den Mongolengeneral Shihihutag in der Nähe von Parwan bei Ghazni, die Sieger zerstreiten sich aber wegen der Beute.
  • (1221: Dschinghis Khan persönlich schlägt das deutlich verkleinerte Khworezmierheer in Pakistan am Indus vernichtend. Jalal sammelt später eine neue Armee und führt bis 1231 in ganz Asien Eroberungsfeldzüge durch, das hat aber nicht mehr viel mit Afghanistan zu tun)
  • ab 1229: Das nach einem Sohn Dschenghis Khans benannte Tschagatai-Khanat beherrscht von Westchina (dem heutigen Xinjiang) aus bis zu seiner Teilung ca. 1350 Nordafghanistan [16]]

 

  • ab 1234: Die "Mihrabaniden" beherrschen zwar ein nur kleines Gebiet in Südwestafghanistan mit der Haupstadt "Zaranj", halten sich aber mehrere hundert Jahre.
  • 1245–1389 Vasallendynastie der "Kartiden" regiert in Herat

 

  • 13./14.Jh.: Mongolische Räuberbanden namens "Qara'unas" terrorisieren die Gegend.
  • 1290-1320: Die türkischstämmige "Khilji"-Dynastie beherrscht von Delhi aus Nordindien und Ost-Afghanistan.

 

  • ca. 1365-1405: Besetzung durch den Eroberer Timur Lenk, der 1370 die alte Stadt Balkh vernichtet.

Neuzeit[Bearbeiten]

  • 1504-1519: Der aus Ost-Usbekistan stammende junge Timuride Zahir ud-Din "Babur" (1483-1530) nutzt ein Machtvakuum in Afghanistan, um sich dort gegen die Arghunen zu etablieren.
    Er kann sich in seinem Stammland Usbekistan nie dauerhaft gegen die Usbeken durchsetzen, aber mit neuen Waffen, hervorragender Kavallerie, persischen Verbündeten und großem Talent Nordindien erobern. 1526 schlägt er in der ersten Schlacht bei Paniput und 1527 bei Khanwa die paschtunische Lodi-Dynastie und wird erster Mogul von Delhi (das Mogulreich besteht von 1526 bis 1858), die Bengalen besiegt er 1529 bei Ghaghra. Er ist botanisch interessiert und führt viele neue Kulturpflanzen in Indien ein. Seine Autobiografie heißt "Baburnama".
  • 1510: Die safawidischen Perser (Schiiten) schlagen die Usbeken bei Herat

 

  • 1530: Babur stirbt in Indien, lässt sich aber in Kabul (Bagh-e Babur) begraben.
  • 1531: Humayun folgt seinem Vater Babur. Er lebt bis 1556.
  • 1544: Humayun muss vorübergehend an den persischen Hof fliehen und übergibt im Gegenzug Kandahar an die persischen Safawiden unter Schah Tahmasp

 

  • 1556 bis 1605: Herschaft des Mogulkaisers Akbar in Indien
  • 1581: Akbar schlägt persönlich eine Revolte in Afghanistan nieder. Seine religiöse Denkweise nennt er ab 1582 "Din-i-Ilahi", ein eigenwilliger Synkretismus. Der dichtende Sufi Pir Roshan (1525 – ca. 1581/1585) eint den paschtunischen Widerstand gegen ihn, sein Sohn Pir Jalala, nach dem Jalalabad benannt ist, führt sein Werk erfolglos fort.
  • 1595: Akbar gewinnt Kandahar von den Persern zurück, die zur gleichen Zeit die Usbeken aus Herat vertreiben

 

  • 1603: Der portugiesische Jesuit Bento de Góis (1562-1607) durchquert von Indien aus auf den Spuren Marco Polos Afghanistan in Richtung westchinesisches Xinjiang. Er durchquert den heute "Wakhankorridor" genannten Panhandle im Nordosten (benannt nach dem Fluss Wachandarja). Góis stellt fest, dass das von Polo beschriebene Cathay und China ein und dasselbe Land sind.
  • 1605: Die Perser unter Abbas I.dem Großen (reg.1588–1629) belagern vergeblich Kandahar
  • 1622-23: Abbas erobert den Westen mit Kandahar
  • 1639: Der Perser Safi I. (reg.1629 bis 1642) erobert Bamyan
  • 1640er: Moguln kämpfen gegen Usbeken in der Gegend um Balkh
  • 17.Jh. Der paschtunische Nationaldichter Khushhal Khan Khattak (1613-1689) ist einer der Köpfe des Kampfs gegen die Moguln
  • 1648: Die Perser unter Abbas II. erobern Lashkar Gah (Bost) in Helmand
  • 1649–1653: Die Perser vertreiben endgültig die Moguln aus Kandahar, der Dichter Saib Tabrizi schreibt ein Epos über diese Kriege, der K.Hosseini Buchtitel "1000 strahlende Sonnen" stammt aus diesem Werk.

 

Hotaki-Dynastie 1709-1738[Bearbeiten]

  • 1708: Der Ghilzai-Paschtune Mir Wais (Hotak) vertreibt die schwächelnden persischen Safawiden unter Sultan Hosein (reg. 1694-1722;† 1726) aus Kandahar und schlägt sie mehrfach. Er stirbt 1715.

 

  • 1715-17: Sein Bruder Abdul Aziz folgt ihm, wird aber von Mir Wais' Sohn Mir Mahmud ermordet

 

  • 1720: Mir Mahmud schlägt den rivalisierenden Duranni-Clan
  • 1722: Mir Mahmud schlägt die Perser bei Gulnabad und erobert sogar die persische Hauptstadt Isfahan, stirbt aber 1725.

 

  • 1729: Der persische General Nadir Shah besiegt die Hotaki bei Damghan/Mihmandoost in Nordiran und geht danach zum Gegenangriff über.

 

Intermezzo der persischen Afschariden[Bearbeiten]

  • 1736: Nadir Shah wird zum ersten Herrscher der kurzlebigen persischen Afschariden-Dynastie. Er ist grausam, aber ein militärisches Genie, erobert 1738 Afghanistan, besiegt 1739 das Mogulheer in der Schlacht von Karnal und nimmt sogar Delhi ein, wo er den Pfauenthron raubt.

 

Durrani-Dynastie 1747-1823[Bearbeiten]

  • 1747: Der überaus kriegerische Popalzai Ahmad Shah Durrani (1722-1772) begründet die Durrani-Dynastie der Sarbanipaschtunen.
  • 1757: Ahmad Schah erobert das höchste Heiligtum der Sikh, den Goldenen Tempel von Amritsar.
  • 1761: In der außerordentlich blutigen "Dritten Schlacht von Panipat" (ein vielfacher Kriegsschauplatz nördlich von Delhi) besiegt Ahmad Schah das hinduistische Marathenreich und ebnet damit ungewollt der englischen Herrschaft über den Subkontinent den Weg. Die Durrani behalten den Punjab.

 

  • 1772: Timur Shah regiert bis 1793, er verlegt seine Hauptstadt von Kandahar nach Kabul.
  • (1785: Die oghusischen Kadscharen kommen im Iran an die Macht)

 

  • 1793: Der 23-jährige Zaman Shah setzt sich mit Hilfe des mächtigen Barakzai-Clans bei der Thronfolge gegen seine Brüder durch und regiert bis 1800, dann wird er von einem Rivalen gefangen genommen, geblendet und verbringt seine letzten 40 Jahre im Gefängnis.
  • 1801-1803: Mahmud Schahs erste Herrschaftszeit
  • 1803-1809: Shuja Shah (I),

 

  • 1809-1818: Mahmud Shahs zweite Herrschaft
  • 1813: Ein Russisch-Persischer Vertrag leitet die Spannungsphase in Zentralasien ein, die man "Great Game" nennt (der Begriff stammt wahrscheinlich vom Geheimdienstoffizier Arthur Conolly (1807–1842)), die britisch-russische Rivalität in der Region dauert bis ca. 1907.
  • 1818,1819: Ali Shah, von seinem Bruder Ayub abgesetzt
  • 1819-1823: Ayub Shah verliert den Kaschmir und wird 1823 vom rivalisierenden Baraksaiclan gefangen gesetzt.

   

Baraksai-Dynastie (1826-1973)[17][Bearbeiten]

  • 1826: Dost Mohammed (1793-1863) begründet die "Baraksai-Dynastie", die letzte Afghanistans, er ist 1826 bis 1839 und ab 1843 Emir.
  • 1834: Die Sikh erobern Peshawar (im heutigen Pakistan, Pashtunengebiet)
  • 1835: Annäherung von Russland und Afghanistan
  • 1837: In der "Schlacht von Jamrud" bei Peshawar schlagen die Afghanen die mit England verbündeten Sikh
  • 1838: Der Indiengouverneur Lord Auckland beschließt Dosts Entmachtung

 

  • Erster Britisch Afghanischer Krieg 1839-1842
  • April 1839: General John Keane rückt von Süden (Pakistan) über den Bolan-Pass kommend in Kandahar ein
  • Juli 1839: Keane nimmt das strategisch wichtige Ghazni und Kabul ein. Der Durrani Schah Schudscha wird als Marionettenkönig eingesetzt, Dost Mohammad muss ins Exil
  • 1840: Trügerische Ruhe. Der Unmut gegen die Besatzung wächst
  • Januar 1841: General William Nott quartiert sich in Kandahar ein.
  • November 1841: Der schottische Reiseschriftsteller ("Travels into Bokhara", 1834) und der Diplomat Alexander Burnes [börns] (1805-1841) werden mit 23 Mitarbeitern in Kabul gelyncht, nachdem ihm freies Geleit versprochen worden war.
  • November 1841 -April 1842: Afghanen unter Kronprinz Akbar Khan belagern die britische Garnison von Dschalalabad, bis Entsatz unter George Pollock eintrifft.
  • Dezember 1841: Der britische Offizier und Diplomat William Macnaghten (1793-1841) wird in Kabul erschossen.
  • Januar 1842: "Massaker von Gandamak" (Gandamakpass): Die Britische Armee unter dem kranken und greisen William George Keith Elphinstone bekommt freies Geleit zugesichert und will ins 140 km entfernte Dschalalabad abziehen. Elphinstone wird von Ghilzai gefangen genommen, seine 4.500 Soldaten und >10.000 Zivilisten im Tross jedoch mit "Jezail"-Gewehren erschossen, der britische Militärarzt William Brydon erreicht als einziger Überlebender die Stadt Dschalalabad.
  • März 1842: Der Earl of Ellenborough ersetzt den erkrankten Lord Auckland als Gouverneur von Indien und wechselt die Strategie zu Rückzug. Dost Mohammed wird aus dem Gefängnis freigelassen.
  • April 1842: Schah Schudscha wird in Kabul ermordet,
  • August 1842: General Nott schlägt ein zahlenmäßig überlegenes afghanisches Heer bei Ghazni
  • September 1842: George Pollocks Armee plündert Kabul und zieht ab.
  • Dost Mohammed kehrt an die Macht zurück.
  • 1845: Kronprinz Akbar Khan stirbt , vielleicht durch Mord.

 

  • 1856: Die Briten verhindern die persische Eroberung Herats
  • 1863: Sher Ali Khan regiert bis 65/66, dann endgültig ab 1868 bis zu seinem Tod 1879.
  • 1865-67: Mohammad Afzal Khan erobert die Macht, stirbt aber schnell
  • 1867-68: Mohammad Azam Khan wird kurz Emir, stirbt ebenfalls schnell, nach vier Monaten. Sher Ali kehrt zurück.
  • 1870er: Der britische Landvermesser Goldsmid wählt den Fluss Hilmend im Westen als vermeintlich natürliche Grenzmarkierung zu Persien. Da dieser Fluss aber häufig seinen Lauf ändert, bringt dies Streit und Zank.
  • 1876: Die Russen erobern das Khanat Kokand im heutigen Usbekistan und üben Druck auf die Briten aus.
  • Juli 1878: Sher Ali erlaubt Russland die Errichtung einer Gesandtschaft in Kabul und brüskiert damit die Briten, die Gleichberechtigung verlangen. Er muss vor ihnen fliehen.

 

  • 1878 bis 1880: Zweiter Anglo-Afghanischer Krieg beginnt mit dem britischen Einmarsch.
  • November 1878: Die Briten gewinnen die "Schlacht von Ali Masjid" am Khyberpass und siegen bei "Peiwar Kotal". Sher Ali kann keine russische Hilfe mobilisieren und stirbt 1879.
  • Februar bis August 1879: Mohammed Yakub Khan ist Emir.
  • Mai 1879: Im "Vertrag von Gandamak" gibt Yakub den wesentlichen Forderungen Englands nach, was zu Unmut führt. Der Gesandte Louis Cavagnari (1841–1879) , der den Vertrag unterzeichnete, wird in Kabul ermordet und der Krieg flammt wieder auf.
  • Oktober 1879: Die Briten schlagen die Afghanen bei Char Asiab (bei Kabul).
  • Dezember 1879: Yakubs Sohn Musa wird bis März 1880 Emir.
  • Dezember 1879: Die Belagerung von Sherpur bei Kabul durch einen Paschtunenstamm scheitert kläglich, nur 33 englischen Toten stehen ca. 3.000 tote Afghanen gegenüber.
  • April 1880: Die Briten siegen bei Ahmed Khel (West-Pakistan)
  • Juli 1880: Yakubs Bruder Ayub Khan schlägt die Briten unter dem unerfahrenen Offizier George Burrows [dʃo:rdʃ 'böro:s] im Westen bei Maiwand, 969 britische Soldaten sterben. Die in der Schlacht gefallene Jugendliche Malalai von Maiwand hat bis heute einen Status vergleichbar mit Johanna von Orleans, die pakistanische Nobelpreisträgerin ist nach ihr benannt.
    Ayub Khan kann aber Kandahar nicht nehmen, weil General George Roberts 10.000 Mann in einem Gewaltmarsch aus Kabul heranführt und ihn im September besiegt.

 

  • Juli 1880: Abdur Rahman Khan wird auf Betreiben der Briten 1880-1901 Emir, er überlässt ihnen die Außenpolitik. Der "Bismarck von Afghanistan" ist im Inneren sehr durchsetzungsfähig, sein stehendes Heer wirft mithilfe britischer Zahlungen mehrere Rebellionen nieder. Ayub Khan geht ins Exil, wo er 1914 stirbt.
  • 1893: Nach Einigung mit Russland zwingt Großbritannien Afghanistan die bei Paschtunen wegen der Durchschneidung ihrer Siedlungsgebiete verhasste "Durand-Linie" als neue Staatsgrenze zu Pakistan (damals Britisch-Indien) auf.

 

20.Jahrhundert[Bearbeiten]

  • 1901: Bis zu seiner Ermordung Februar 1919 regiert Habibullah Khan als Emir.
  • 1905: Ein Friedensvertrag mit Britisch-Indien reduziert vorerst Spannungen
  • 1914: Im Weltkrieg bleibt das Land neutral. Die deutsche "Niedermayer-Hentig-Expedition" 1915-16 kann Emir Habibullah nicht umstimmen.

 

  • 1919: Afghanistan wird durch den dritten afghanisch-britischen Krieg (Mai bis August) im "Vertrag von Rawalpindi" von Großbritannien völlig unabhängig, Amanullah Khan wird Emir. Er beendet die lange erzwungene Isolation des Landes und versucht mithilfe des in der Türkei aufgewachsenen Mahmud Tarzi (1865-1933) Reformen durchzusetzen, trifft aber auf heftigen Widerstand der Religiösen.
  • 1926: Emir Amanullah Khan (1892-1960) nennt sich jetzt "Padschah" (König).

 

  • 1929: Der ethnische Tadschike Hababullah Kalakani usurpiert mit Hilfe von Fundamentalisten Januar bis Oktober den Thron.
    Nadir Shah aus einer Nebenlinie besiegt mit britischer Hilfe Kalakani, lässt aber Amanullah nicht wieder an die Macht und wird selbst König.

 

  • 1933: Nadir Shah wird von einem Hazarastudenten ermordet, sein 19-jähriger Sohn Mohammed Zahir Schah (1914 – 2007) wird letzter König
  • 1934: Beitritt zum Völkerbund
  • 1935: Ausweitung der Beziehungen zu Nazideutschland
  • 1937: Saadabad Pakt, Nichtangriffspakt zwischen der Türkei, Iran, Irak und Afghanistan
  • 1939: Die Kharkar-Kohlenmine wird in der Provinz Bhaglan eröffnet
  • 1941, Oktober: Ausweisung aller Deutschen und Italiener auf britisch russischen Druck
  • 1953: Prinz Mohammed Daud, ein Neffe Nadirs, wird Premierminister, er schielt auf die paschtunischen Gebiete Pakistans
  • 1954: Die USA weigern sich dem Land Waffen zu verkaufen außer es tritt SEATO und CENTO bei
  • 1955, Dezember: Chrustchowbesuch und Wirtschaftshilfe. Daud will Waffen von den Sowjets kaufen
  • 1959: Verschleierung ist nicht mehr vorgeschrieben.
  • 1961: Pakistan schließt die Grenzen zu Afghanistan, Wirtschaftskrise
  • 1962: Daud sendet wiederholt Truppen über die pakistanische Grenze (Durandlinie)
  • 1963: König Zahir setzt seinen Cousin Daud als Premier ab
  • 1964: Konstitutionelle Monarchie. Moderne liberale Verfassung mit Frauenwahlrecht
  • 1967: Die afghanischen Kommunisten spalten sich in die leninistische Khalq-Gruppe um Nur M.Taraki und die damals noch als gemäßigt geltende Partscham-Gruppe ("Flagge") der städtischen Mittelschicht unter Babrak Karmal (1929-1996).

 

1973-1978, Diktatur Dauds[Bearbeiten]

  • 1973: "Republik". Mohammed Daud putscht gegen seinen königlichen Cousin als der zur Kur in Italien ist, er ernennt sich zum "Präsidenten" und erklärt Afghanistan zur Republik. Banken, Versicherungen und viele Industrieunternehmen werden verstaatlicht.
  • 1977: Daud will seinen Einparteienstaat von einer Loya Jirga absegnen lassen, er verbietet die Kommunistische Partei.
  • 17. April 1978: Der kommunistische Paschtune Mir Khyber (1925-1978) wird ermordet, die Kommunisten sehen in Daud den Drahtzieher.

 

1978-1992 Kommunismus[Bearbeiten]

  • 27. April 1978: Kommunistischer Putsch "Saur-Revolution" (Saur ist der zweite Monat des iranischen Kalenders), Daud wird getötet, der sowjetfreundliche Khalqist Nur M.Taraki Ministerpräsident
  • Juli 1978: Politiker des rivalisierenden Parcham-Flügels der KP werden zunächst ausgebootet
  • 14. Februar 1979: Der erst im Juni eingesetzte US-Botschafter Adolph Dubs wird entführt und stirbt bei einem stümperhaften Befreiungsversuch der Behörden.[18]
  • 14. September 1979: Der Khalqist Hafizullah Amin ermordet seinen Khalq-Rivalen Taraki und ergreift die Macht.
  • 27. Dezember 1979: "Operation Storm-333": Sowjetische Invasion, Hafizullah Amin wird von den Russen ermordet.
    Der Widerstand formiert sich maßgeblich mit ethnischen Tadschiken unter Shah Massud im Pandschirtal im Nordosten und dem Usbeken Raschid Dostum im Nordwesten, die prominenteste Ghilzaipaschtunengruppe ist Hekmatyars "Hezb-i Islami", der von Pakistan bevorzugt wird. Die CIA unterstützt sie in "Operation Cyclone"
  • 1980: Babrak Karmal wird Präsident
  • ca 1980: Die Rekrutierungsstelle für Araber MAK wird vom Palästinenser Abdallah Azzam, einem Mentor Osama bin Ladens, im pakistanischen Peschawar gegründet.
  • 1981: Sultan Ali Keshtmand ist bis 1989 Ministerpräsident.
  • 1982
  • 1983
  • 1984
  • 1985: Afghanische Mona Lisa: Im pakistanischen Flüchtlingslager "Nasir Bagh" macht Steve McCurry [sti:v mäk'körri] ein berühmtes Foto vom paschtunischen Flüchtlingsmädchen Sharbat Gula (*ca. 1972) für den National Geographic. 2012 wird das Original für $147.000 versteigert.
  • 1986: Mohammed Najibullah bootet Karmal aus und wird Präsident. (Hadschi Mohammed Tschamkani war ganz kurz Übergangspräsident). Karmal geht ins Exil nach Moskau. Infrarotgelenkte Luftabwehrraketen von "Raytheon" (mit 5 Jahre Batterie) werden an die Rebellen geliefert (500 bis 2000, je nach Quelle), September 1986 wird der erste russische "Hind"-Hubschrauber abgeschossen, insgesamt 269 Luftfahrzeuge. Viele, aber nicht alle Historiker halten diese Lieferung für einen Wendepunkt.
  • 1987:
  • 1988: Der Oberst der Luftwaffe Abdul Ahad Momand, ein Pashtune, ist der erste Afghane und vierte Moslem, der ins All fliegt. (Er floh 1992 nach Deutschland).
  • 1988/1989: Friedensvertrag und sowjetischer Truppenabzug
  • 1990:
  • 1991: Noch halten sich die Kommunisten, aber der in Russland an die Macht gekommene Boris Jelzin kürzt alle Hilfen und empfängt den Mudschahedin Rabbani in Moskau.

 

Erste Mujahedeen-Regierung, Bürgerkrieg 1992-1996[Bearbeiten]

  • 1992: Najibullah wird gestürzt, es kommt zum Bürgerkrieg. Schon zu dieser Zeit werden von Fundamentalisten viele Restriktionen durchgesetzt, die Kinos werden geschlossen. Der ethnische Tadschike Burhānuddin Rabbāni wird Präsident.
  • 1993: Schwere Kämpfe in Kabul. Najibullah, dem freies Geleit zugesichert worden war, muss sich bei der UN aufhalten. Der berüchtigte Paschtune Gulbuddin Hekmatyar ist 1993/94 Premier.
  • 1994: Schwere Kämpfe zwischen Tadschiken und Paschtunen in Kabul. Die neue Gruppe "Taliban" macht sich in Kandahar erstmals bemerkbar.
  • 1995: Kabul ist zerstört, ein Großteil der Afghanen lebt im nördlichen Gebiet des ethnisch usbekischen säkularen Generals Rashid Dostum.
  • März 1995: Hazaraführer Abdul Ali Mazari (1946-1995) wird von den Taliban in Ghazni ermordet.
  • April 1996: 1000 Paschtunen wählen den einäugigen Mullah Omah zum "Emir" der Taliban.
  • Mai 1996: Osama bin Laden kehrt auf Einladung des paschtunischen Warlords Abdul Rasul Sayyaf (*1946) aus dem Sudan zurück.

 

Taliban 1996-2001[Bearbeiten]

  • September 1996: Die von Pakistan und Saudi-Arabien unterstützten Taliban erobern Süd- und Zentralafghanistan, nehmen am 5. Dschalalabad, am 27. Kabul. Sie gehören weitgehend zum paschtunischen Stammesverband der Ghilzai. Sie verlegen die Hauptstadt nach Kandahar verbieten Musik, Filme und Sport, Tadschiken und Usbeken im Norden kämpfen gegen sie, ihre Quasihauptstadt ist Faizabad (Badachschan). Sogar der fundamentalistische Paschtune Hekmatyar ist anfangs kurz Teil dieser Allianz. Der Deutsche Norbert Holl (*1937) versucht 1996, 1997, für die UN zu vermitteln.
  • 1997: Der Usbeke Abdul Malik Pahlawan verbündet sich im Norden mit den Taliban und vertreibt Rashid Dostum, dann bricht er mit ihnen und massakriert tausende von Taliban.
  • 20.August 1998: Die USA feuern wegen Terroranschlägen in Afrika Raketen auf Osama bin Laden, doch der wird gewarnt.
  • August 1998: Taliban massakrieren Hazara in Mazar-e Sharif.
  • 1999: Die Taliban ermorden den Popolzaiführer Abdul Ahad Karzai, den Vater Hamids, in Pakistan.
  • 2000: US-Präsident Bill Clinton verlangt die Auslieferung Osama bin Ladens
  • 2000: Achmed Raschid veröffentlicht "Taliban, Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad", von dem 1,5 Mio. Exemplare verkauft werden.
  • Januar 2001: Taliban nehmen die von Tadschiken und Usbeken bewohnte Nordallianzstadt Taloqan.
  • März 2001: Die Taliban sprengen die Buddhas von Bamiyan
  • 9. September: Taliban ermorden den überragend wichtigen Nordallianzchef Ahmad Shah Massoud.
  • 11.September: Anschläge in den USA
  • 20. September: US-Präsident George W. Bush verlangt Auslieferung Bin Ladens und Schließung der Terrorcamps.
  • 7. Oktober: "Operation Enduring Freedom" der USA und ihrer Alliierten beginnt.
  • 13. November: Die Nordallianz erobert Kabul.
  • 5. Dezember: The United Nations Security Council authorisiert die International Security Assistance Force (ISAF).
  • 7. Dezember: Taliban räumen auch Kandahar
  • 9. Dezember: Taliban räumen die letzte Provinz "Zabul"

 

Westliche gestützte Regierung seit 2001[Bearbeiten]

  • 20. Dezember: Internationale Konferenz in Bonn, Deutschland: Hamid Karzai wird Interimspräsident.
  • Dezember: Rashid Dostum massakriert mindestens 250 (vielleich über 1000) Taliban in Dasht-i-Leili.
  • 2002.
  • 18. April: Ex-König Zahir Shah kehrt zurück, stellt aber keinen Thronanspruch.
  • Juli: Die Loya Jirga Versammlung bestätigt Hamid Karzai als Interimspräsident.
  • Der tadschikische Massud-Nachfolger Mohammed Fahim wird bis 2004 Verteidigungsminister.
  • 2003
  • Dezember: Eine weitere Loya jirga berät eine neue Verfassung.
  • George Criles [dʃo:rdʃ krail] Buch Charlie Wilsons Krieg beschreibt den Aufstand gegen die sowjetische Invasion. Besonders beleuchtet werden der Kongressabgeordnete Wilson und die CIA-Leute Gust Avrakotos und Michael G. Vickers.
  • 2004
  • Januar: Neue Verfassung mit Gleichberechtigung der Frauen. Die unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission (AIHRC) wird gegründet.
  • 9. Oktober: Hamid Karzai gewinnt Präsidentschaftswahl.
  • 2005
  • Pakistan stationiert 80.000 Mann an der Durand Line (Grenze).
  • September: Erste Parlamentswahl seit über 30 Jahren, das Unterhaus heißt "Wolesi Dschirga", das Oberhaus "Meshrano Dschirga".
  • September: Die Bundeswehr errichtet das "Camp Marmal" (CM) bei Mazar i Sharif.
  • 2006
  • Londoner Konferenz
  • Oktober: NATO übernimmt im Osten
  • Lawrence Wrights (*1947) „Der Tod wird euch finden“ ( "The looming tower") wird veröffentlicht und bekommt einen Pulitzerpreis. Es handelt von den Anfängen Al Qaedas in Afghanistan.
  • 2007
  • Amnestiegesetz für die Zeit vor 2001 beschlossen,
  • Juli: Der ehemalige König stirbt
  • UNO erklärt, dass sich die Opiumproduktion auf Rekordniveau befindet.
  • 2008
  • Auf einer Konferenz in Paris versprechen Geberstaaten 15 Mrd $ Hilfe.
  • August: Der Hazara Rohullah Nikpai gewinnt in Peking als erster Afghane eine olympische Medaille. Er erreicht Bronze im Taekwondo (Fliegengewicht), 2012 wiederholt er seinen Erfolg.
  • September: Der scheidende US-Präsident Bush stockt die Truppen um 4.500 Mann auf.
  • 2009
  • 20. 8: Amtsinhaber Hamid Karzai besiegt bei der Präsidentschaftswahl umstritten den Tadschiken Abdullah Abdullah, der aus Protest gegen Unregelmäßigkeiten zum zweiten Wahlgang nicht antritt
  • Dezember: US-Präsident Obama verkündet eine neue Strategie. Er macht Richard Holbrooke zum Sondergesandten.
  • Ahmed Rashid veröffentlicht (die Fortsetzung von "Taliban"(2000)) "Sturz ins Chaos. Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban" (Descent into Chaos)
  • 2010
  • NATO Offensive "Operation Moshtarak" in Helmand
  • Juli: Wikileaks veröffentlicht geheime Informationen über Afghanistan.
  • Präsident Barack Obama schickt weitere 33.000 Soldaten.
  • US-Oberbefehlshaber Stanley A. McChrystal wird nach einem kritischen Interview als US-Oberbefehlshaber durch David Petraeus (* 1952) ersetzt.
  • Niederlande ziehen ihre Truppen ab.
  • Parlamentswahl
  • 2011
  • Mai: Tod Bin Ladens. Operation Neptune Spear ['neptu:n spi:r] Die US-Spezialeinheit DEVGRU (Navy SEAL Team 6) erschießt Bin Laden im pakistanischen Abottabad.
  • Der wichtige Offizier Mohammed Daud Daud (1969-Mai 2011) , Ahmed Wali Karzai (1961 -Juli 2011), Hamids Halbbruder und Governeur von Kandahar, der Popolzai-Stammesführer Jan Mohammad Khan (?-Juli 2011), der BM von Kandahar Ghulam Haider Hamidi (1947-Juli 2011) und der tadschikische Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani (1940-September 2011) werden ermordet.
  • Jabh-e Melli ( Afghanistan National Front) ist ein Bündnis der Nordvölker als Neuauflage der Nordallianz unter dem ethnischen Tadschiken Ahmad Zia Massoud (Sohn von Shah Massoud), dem Hazara Mohammad Mohaqiq und dem ethnischen Usbeken Abdul Rashid Dostum.
  • Dezember: 58 Schiiten werden in Kabul und Mazar-i-Sharif getötet.
  • 2012
  • US-Unteroffizier Robert Bales ['robert bäyls] erschießt in der Provinz Kandahar 16 Zivilisten.
  • Taliban eröffnen Büro in Dubai.
  • Auf der Airbase Bagram wird versehentlich der Koran verbrannt
  • Das Haqqani Netzwerk der Taliban führt eine Offensive im Kabuler Diplomatenviertel durch.
  • Francois Hollande zieht die französischen Truppen zum Jahresende ab, ein Jahr früher als geplant.
  • Juli: Geberkonferenz Tokio verspricht 16 Mrd. Hilfe
  • 2013
  • Australien gibt seinen Rückzug bekannt.
  • Die Afghanische Armee übernimmt den Oberbefehl über alle Operationen.
  • 2014
  • Januar: Entgegen der Bitten der USA werden von der afghanischen Regierung 72 Taliban freigelassen.
  • März: Australische Beteiligung offiziell beendet.
  • 9. März: Der afghanischer Veteran und Politiker Mohammed Fahim (1957-2014) ethnischer Tadschike und umstrittener Nachfolger Massuds als Führer der Nordallianz, stirbt.
  • 4. April: Die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus wird in Khost vom heimlich islamistischen Polizisten Naqibullah erschossen, dieser wird zum Tode verurteilt.
  • Mai: Der US-amerikanische Soldat Bowe Bergdahl wird gegen fünf in Guantanamo Bay gefangene Taliban ausgetauscht.
  • Juni: Ein Anschlag auf Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah scheitert
  • Juli: Eine Autobombe fordert in Paktika 89 Menschenleben
  • Juli: Karzais Cousin Hashmat Karzai wird ermordet.
  • September: Der Kuchi-Paschtune Ashraf Ghani ['aʃraf 'ga:ni] wird nach heftig umstrittenen Wahlgängen im April und Juni neuer Präsident. Seine Frau ist libanesische Christin.
  • Jalaluddin Haqqani stirbt.[19]
  • 2015
  • Àpril: Bei einem Bombenanschlag in Jalalabad werden mindestens 33 Menschen getötet. [20]
  • Juli: Mullah Omars Tod wird verkündet. Akhtar Mansoor ist neuer Taliban-Emir.
  • September: Taliban stürmen ein Gefängnis in der Provinzhauptstadt Ghasni und befreien 355 Gefangene. [21]
  • Oktober: Eine Klinik der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Kundus wird versehentlich bei einem Luftangriff getroffen.
  • 2016
  • Schwere Kämpfe in der Provinz Helmand. Angriffe auf Polzeistationen. [22]
  • Talibananführer Mullah Achtar Mansur stirbt durch einen Drohnenangriff.[23]. Sein Nachfolger wird Mawlawi Hibatullah Akhundzada.
  • 2017
  • Donald Trump verkündet offensivere Strategie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]