Christlich-Essenische Kirche

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Die Christlich-Essenische Kirche (abgekürzt CEK) ist eine christliche Glaubensgemeinschaft, die zentral von der Essener-Legende beeinflusst ist, die davon ausgeht, dass Jesus Christus in seiner Jugend Anhänger der historisch lange Zeit schwer fassbaren jüdischen Sekte der Essener gewesen und von dieser zum Geistheiler ausgebildet worden sei.

Mit einem Gründungsjahr von 1971 gehört die CEK zu den jüngeren neuen religiösen Bewegungen. Ihrer Bildung voraus gingen ab 1948 regelmäßige Treffen von spirituell begabten Menschen, die nach eigener Aussage von Engeln über den Willen Gottes aufgeklärt wurden. Dabei entstand die Idee der Gründung einer Kirche ohne konfessionelle Schranken. Sie sollte die eine Kirche Gottes sein, zu dessen Gemeinschaftsleben jeder Interessent freien Zugang hat. Bereits anhand ihrer Initiatoren lässt sich dieses Leitbild ablesen. Die CEK wurde am 10. Juni 1971 von Mitgliedern unterschiedlicher religiösen Anschauungen ins Leben gerufen. Darunter waren neben einem Rabbiner, einem Lama und einem Imam auch ein Erzbischof sowie zwei Bischöfe des katholischen und einer des evangelischen Glaubens. Die Namen der Gründer sind bis heute der Öffentlichkeit nicht bekannt, jedoch sollen sie nach Angaben der CEK bereits verstorben sein. Lediglich eine Person des Gründerkreises ist heute noch am Leben und in der CEK aktiv. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Industriekaufmann und Reiki-Meister Eckard Strohm. „Nach Rücksprache mit den Engeln“ und „geführt durch den Heiligen Geist“ ist er durch einen Beschluss der „Internationalen Bischofskonferenz“ seit 1999 Oberhaupt der CEK. Er trägt den Titel „Seine Heiligkeit PAX Immanuel II.“[1] Durch ihn begann die christlich-essenische Kirche immer stärker die Nähe zur Öffentlichkeit zu suchen, um ihre Botschaft der Einheit der Religionen publik zu machen. Gegenwärtig ist sie in 30 Ländern aktiv. In Deutschland hat sie ihren Sitz in Erfurt und ist als eingetragener Verein anerkannt.

Der Hauptaspekt der christlich-essenischen Lehre ist sie bereits angesprochene Interreligiosität. Hier spiegelt sich auch das Selbstverständnis die eine Kirche Gottes zu sein, wider. Die CEK beansprucht auf ihrer Homepage die Charakteristika „interreligiös, ökumenisch, spirituell, weltoffen, familiär“ für sich. Es ist daher unerheblich welchen religiösen Hintergrund ein Besucher des Gottesdienstes hat. Aufgrund ihres Verständnisses als religiös offene Gemeinschaft, ist es nicht möglich, sich offiziell zur CEK zu bekennen. Daher ist eine Erhebung der genauen Mitgliedszahlen nur auf Basis von Schätzungen möglich. Nur diejenigen, die ein Amt bekleiden, sind offizielle Mitglieder der Kirche. Die angebotene Integrationstaufe dient nur zur Verbesserung der geistigen Fähigkeiten und ist somit nicht als offizielles Bekenntnis zu sehen. Weitere Angebote der CEK wie die Ausrichtung von Hochzeiten, Beerdigungen oder der Seelsorge können ungeachtet der Konfession von jedem beansprucht werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Christlich Essenische Kirche wurde laut Eigendarstellung am 10. Juni 1971 gegründet. Sie nimmt historischen Bezug auf die antike Gemeinschaft der Essener, einer religiösen Lebens- und Glaubensgemeinschaft im antiken Judentum. Sie bezeichnet sich als eine überkonfessionelle und interreligiöse Kirche von einer Gruppe von Menschen unterschiedlicher Religionen. Sie wollten demnach eine Gemeinschaft schaffen, in der alle trotz unterschiedlichen Glaubens gemeinsam Gottesdienst feiern und so zu einer einzigen, großen Menschheitsfamilie zusammen wachsen könnten.

Zu diesen Gründern sollen unter anderen gehören: ein Rabbiner, ein Lama, ein röm. kath. Erzbischof, zwei röm. katholische Bischöfe, ein evangelischer Bischof und ein Imam. Insbesondere wird hierbei auf den 2010 verstorbenen indisch-spanischen Religionsphilosophen und Religionswissenschaftler Raimon Panikkar verwiesen, der zu den herausragenden Theoretikern des Interreligiösen Dialogs zählt und testamentarisch der Enthüllung seiner Position als Kardinal der Christlich-Essenischen Kirche zugestaimmt habe. Beginnend mit dem Jahr 1948 solle sich dieser erste Gründerkreis regelmäßig getroffen haben, um gemeinsam die Kommunikation mit den Engeln nach dem Vorbild der Essener zu praktizieren. Viele von ihnen hätten über außergewöhnliche spirituelle Fähigkeiten (wie Hellsichtigkeit oder die Fähigkeit, Verstorbene und Engel zu sehen und mit ihnen sprechen zu können) verfügt. Hierdurch sei eine absolute, liebevolle Hingabe erzeugt worden, den Willen Gottes, überbracht durch seine Engel, zu erfüllen. Zunächst habe die Kirche noch nicht öffentlich wirken, sondern nur über Mund-zu-Mund-Propaganda wachsen wollen. Als erstes Kirchenoberhaupt wurde Borromäus I. gewählt. Nach seinem Tode 1972 fiel die Wahl auf Johannes I.

Die „Internationale Bischofskonferenz" der CEK wählte am 21. Oktober 1999 F.E.Eckard Strohm zum Oberhaupt. In einem feierlichen Akt empfing er am 21. November 1999 durch dazu bestimmte Bischöfe die Weihe als „Seine Heiligkeit PAX Immanuel II”. Der Namenszusatz PAX bedeutet auf Latein „Frieden” und drückt den Willen der Oberhäupter der Kirche aus, sich für den Frieden in der Welt, besonders aber für den Frieden unter den verschiedenen Religionen einzusetzen. Unter der Leitung von PAX Immanuel II. beschloss die Internationale Bischofssynode, in Deutschland das öffentliche Wirken auf der juristischen Plattform des gemeinnützigen Vereines zu beginnen. PAX Immanuel II. begann auch mit einer Systematisierung der Kirchenstrukturen und führte zu diesem Zweck auch verschiedene Ämter ein, unter anderem das des Kardinals und des Nuntius.

Im Jahr 2001 wurde die Ungarisch-Essenische Kirche (Fény Gyermekei Magyar Esszénus Egyház) nach dem ungarischen Kirchengesetz als eigenständige Kirche gegründet und bekam ihre staatliche Anerkennung. Zu diesem Zeitpunkt gehörten laut Eigenaussage etwa 100 Menschen in Ungarn zur Christlich-Essenischen Kirche. PAX Immanuel II. wurde von der Ungarisch-Essenischen Kirche zum Fürstprimasch gewählt. In den folgenden Jahren etablierte sich die Christlich Essenische Kirche in der Schweiz, Österreich, Spanien, Rumänien, Serbien und in der Slowakei. In Südamerika, Afrika, USA, Portugal und Frankreich entstanden weitere Gemeinden. Heute blickt sie auf eine Präsenz in über dreißig Ländern. Im Jahre 2004 nahm die Christlich Essenische Kirche am ”Weltparlament der Religionen“ teil, welches sich in diesem Jahr in Barcelona, Spanien, zusammenfand. Seit diesem Zeitpunkt arbeitet die Christlich-Essenische Kirche in Spanien ständig in den Arbeitsgruppen für Frieden und Verständigung der UNESCO mit. Im gleichen Jahr erhielt die Christlich-Essenische Kirche ihre staatliche Anerkennung in Spanien (Iglesia Cristiana Esenia).

Seit 1971 werden innerhalb der Christlich-Essenischen Kirche Priesterinnen und Priester ausgebildet und geweiht. Bischöfe und Erzbischöfe erhalten ihre Ernennungen und Weihen gemäß dem Selbstzeugnis der Kirche in der apostolischen Sukzession. 2005 wurde die „Akademie für Theologie und Religionslehre“ zum Zwecke der erweiterten Priesterausbildung gegründet. Im selben Jahr war die Christlich-Essenische Kirche Mitbegründerin des Marienordens „Orden der Königin des Himmels“, der sich besonders der Verehrung der Muttergottes widmet. 2006 wurde die CEK Mitbegründerin des „Ordo Templi Christi Esseniorum“, der in der Tradition des Templerordens humanitäre Projekte initiiert und durchführt.

Struktur und Institutionen[Bearbeiten]

Um die Christlich-Essenische Kirche nach außen sichtbar zu machen, wurden ab dem Jahr 2003 Strukturen in Form von Gremien und Ämtern etabliert. Die Christlich Essenische Kirche verzichtet aber vollständig auf eine äußere Verwaltungsstruktur und hat nur innere Strukturen geschaffen, die das Organisationsgerüst der Kirche abbilden und mit den damit verbundenen Zuständigkeiten eine für alle Amtsträger stabile Orientierung schafft. Eine "Kirchenmitgliedschaft" im klassischen Sinne ist nicht vorgesehen. Vielmehr betrachten sich die Amtsträger der CEk als zuständig für alle Menschen, unabhängig von ihrer Religion oder ihrer Beziehung zur Kirche.

Ämterhierarchie[Bearbeiten]

Priester/Priesterin[Bearbeiten]

Das Priestertum steht jedem Menschen offen. Das Frauenpriestertum ist integraler Bestandteil der kirchlichen Lehre. Wichtig sei, dass der Mensch sich zum Priester berufen fühle. Er müsse diesen Ruf Gottes, Ihm und den Menschen zu dienen, in seinem Herzen spüren. Priester sein bedeute zudem Priestertum 24 Stunden am Tag zu leben leben - in allen Situationen des Alltags. Der Wunsch, Menschen zu helfen, stehe dabei im Vordergrund des Priestertums.

Monsignore/Monsignora[Bearbeiten]

Beim einem Monsignore bzw. einer Monsignora handelt es sich um einen Priester bzw. eine Priesterin, die zu einem engen Mitarbeiter des Bischofs oder der Bischöfin ernannt worden ist. Priester und Priesterinnen sind die Helfer des Bischofs. Den Monsignoras und Monsignores wird dieser Titel vergeben um sie zu ehren und ihnen damit einen direkten Platz beim Bischof zuzuteilen. Sie sind nicht dem Bischof gleichgestellt aber eben 'nahe gestellt' um ihm bei seiner Arbeit direkte Unterstützung zu geben. Voraussetzung für den Titel ist die Priesterweihe. Sie erhalten - wenn sie mit einem Bischof die Messe zelebrieren - durch diesen die Energie automatisch übertragen um mit ihm zusammen die Hl. Geisttaufe durchzuführen. Sie wirken hier als direkte Gehilfen des Bischofs. Allein und ohne Anwesenheit eines Bischofs ist die Spende der Geisttaufe durch Montsignores/Montsignoras nicht möglich. Obwohl die Position des Monsignore bzw. der Monsignora eine Art energetische Vorstufe des Bischofs bildet, erwerben die Ernannten nicht automatisch das Anrecht auf eine spätere Bischofsweihe.

Bischof/Bischöfin[Bearbeiten]

Wie alle anderen Amtsträger auch ist der Bischof oder die Bischöfin vorrangig Priester. Sein Aufgabenbereich ist erweitert auf die Führung seines Bistums. Als Stellvertreter Christi auf Erden obliegen ihm besondere Pflichten, deren Erfüllung oberste Priorität hat. Der Bischof ist außerdem Seelsorger der Priester.

Erzbischof/Erzbischöfin[Bearbeiten]

Die Leitung eines Erzbistums bedeutet für einen Geistlichen, mit den bischöflichen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam ein großes Gebiet zu betreuen. Er ist zudem Seelsorger der Bischöfe.

Landeserzbischof/Landeserzbischöfin[Bearbeiten]

Der Landeserzbischof oder die Landeserzbischöfin ist der leitende Geistliche für das Gebiet eines souveränen Staates. In dieser Funktion steht er den BIschöfen seines Bereiches als primus inter pares vor und ist nur noch dem Nuntius und dem Kirchenoberhaupt unterstellt.

Kardinal/Kardinälin[Bearbeiten]

Die Kardinalswürde ist ein auf internationaler Ebene verliehener Ehrentitel, der an enge Mitarbeiter des Kirchenoberhauptes vergeben wird und sie mit einer besonderen Aufgabe für das Funktionieren der Gesamtkirche betraut, so z.B. die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Daneben werden auch die amtierenden Landeserzbischöfe in aller Regel mit dieser Würde versehen.

Nuntius/Nuntia[Bearbeiten]

Der Titel Nuntius oder die Nuntia bezeichnet den Stellvertreter des Kirchenoberhaupts der Christlich-Essenischen Kirche, des PAX. er vertritt das Kirchenoberhaupt in den internationalen Leitungsgremien und führt deren Vorsitz. Zudem übernimmt er bei besonderen Anlässen die Aufgaben des Kirchenoberhaupts.

Das Kirchenoberhaupt (PAX)[Bearbeiten]

Der PAX (dessen Titel dem lateinischen Wort für Frieden entspricht) ist das geistliche Oberhaupt der Christlich-Essenischen Kirche und die oberste Instanz ihres Institutionengefüges. Ihm untersteht die Kurie, die sich aus den für besondere Aufgaben ernannten Kardinälen zusammensetzt. Amtierendes Kirchenoberhaupt ist seit 1999 Eckard Strohm, der den Namen Immanuel II. angenommen hat. Seine Vorgänger im Amt waren Borromäus I. (1948-1972) und Johannes I. (1972-1999).

Institutionen[Bearbeiten]

Nationale Bischofskonferenz[Bearbeiten]

Die Nationale Bischofskonferenz besteht aus den Bischöfen eines souveränen Staates und berät den Landeserzbischof bzw. die Landeserzbischöfin. Darüber hinaus erarbeitet sie Positionspapiere, Erklärungen und Projekte.

Internationale Länderbischofskonferenz[Bearbeiten]

In der Internationalen Länderbischofskonferenz treffen sich die Landeserzbischöfe unter Leitung des Nuntius, um gemeinsam die verschiedenen Arbeiten und Projekte abzustimmen.

Internationale Bischofssynode[Bearbeiten]

Die internationale Bischofssynode ist das Zentralorgan der Christlich-Essenischen Kirche und berät bei ihren Sitzungen über den Kurs der Kirche sowie theologische Fragen. Einer Abordnung der internationalen Bischöfe kommt zudem die Aufgabe zu, das neue Kirchenoberhaupt zu weihen.

Metropolitanische Synode[Bearbeiten]

Die Metropolitanische Synode besteht aus jenen Amtsträgern, die aus altersbedingten Gründen ihr Amt nicht mehr ausüben. Sie stellen in der Synode ihre Erfahrung und Weisheit der Kirche weiterhin zur Verfügung.

Akademie für Theologie und Religionslehre[Bearbeiten]

Die Akademie für interreligiöse Religionswissenschaften ist der internationalen CEK angeschlossen und verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung ihrer Priester und Bischöfe. Sie soll möglichst lebensnah das notwendige Wissen über Seelsorge, Notfallseelsorge (internationaler Standard (Kasseler Thesen), Liturgie und die Weltreligionen vermitteln. Komplettiert wird die Ausbildung durch ein Studium der Theologie durch ausgesuchte Fachkräfte mit den entsprechenden Ausbildungsberechtigungen.

Geistliche Orden[Bearbeiten]

Marienorden 'Königin des Himmels'[Bearbeiten]

Der Marienorden wurde von PAX Immanuel II. ins Leben gerufen. Trotz seiner engen Bindung an die Christlich-Essenische Kirche ist er organisatorisch von ihr unabhängig und wird von einer Erzäbtissin geführt.

Ordo Templi Christi Esseniorum[Bearbeiten]

Der OTCHE (Ordo Templi Christi Esseniorum) ist eine weltweit wirkende christlich und interreligiös ausgerichtete und an die Christlich-Essenische Kirche angeschlossene gemeinnützige Organisation für humanitäre Hilfe, Umwelt- und Tierschutz. Als Fundament beruft sich der OTCHE auf die Gebote und Werte der Ritter des Templerordens. Der OTCHE wurde in Deutschland zu Beginn des Jahres 2005 von PAX Immanuel II. gegründet. Zum jetzigen Zeitpunkt finden sich weitere Niederlassungen in Ungarn, Rumänien, Tschechien und Spanien. Der OTCHE ist offen für alle volljährigen Menschen, die sich von der Philosophie der Templer angezogen fühlen und die bereit sind, sich altruistisch für Bedürftige einzusetzen. Der OTCHE schließt keine Personen wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihres Gedankengutes, ihrer Religion, ihres Geschlechtes, ihrer sozialen Stellung oder wegen anderer Gründe aus.

Theologie[Bearbeiten]

Glaubenslehre[Bearbeiten]

Die Christlich-Essenische Kirche nutzt in ihren Gottesdiensten eine Version des Vaterunsers, die sich in einigen Details sehr massiv von der traditionellen Version des Matthäusevangeliums unterschied und einen sehr guten Einblick in verschiedene Aspekte der ethischen Lehre der Christlich-Essenischen Kirche zulässt.

Unser Vater, Schöpfer des Universums, der du bist in uns;

Heiligen will ich deinen Namen durch mein Tun;

Dein neues Reich entstehe in mir und durch mich;

Dein Wille geschehe durch meinen Körper und meinen Geist.

Unsere tägliche Nahrung für Geist und Körper gib uns heute

Und vergib uns unsere Irrtümer,

denn wir wissen nicht, was wir tun,

wie auch wir vergeben denen, die uns schaden.

Und führe uns durch deine Engel auf den Weg der Erkenntnis;

Denn dein ist das Universum und die Liebe und das Licht

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

Amen

Bereits in der ersten Zeile findet sich ein sehr wertvoller Hinweis auf das Gottesbild der Essener, die zudem davon ausgehen, dass der Gott des Alten und des Neuen Testaments auch der Gott jeder anderen Religion sei, unabhängig davon, welchen Namen man ihm in verschiedenen Kulturen gegeben habe. Dieser Gott ist nun kein autokratischer Weltherrscher, sondern im Sein des Menschen selbst verankert. Der Mensch ist als Ebenbild Gottes eines „göttlichen Lichtfunkens“ in seiner Seele teilhaftig. Zudem ist jeder Mensch grundsätzlich in der Lage, mit diesem göttlichen Licht in Kontakt zu treten, wenn der dafür erforderliche innere Zustand erreicht ist. Diesem Zweck dienen verschiedene Einweihungsgrade, die auch außerhalb der eigentlichen Kirche in Seminaren vermittelt werden.

Die nächsten drei Abschnitte haben insbesondere ethischen Gehalt, da sie das Gottesreich zum Thema haben und eine deutliche Weltzugewandtheit zum Ausdruck bringen. Der Name Gottes soll durch das eigene Tun geheiligt werden. Insofern ist die Grundlage eines gottgefälligen Lebens im Lichte dieses Zitates insbesondere die tätige Nächstenliebe, die sich auch darin manifestiert, dass die Christlich-Essenische Kirche keinerlei Grenzen zwischen sich und anderen zieht, sich also prinzipiell für die gesamte Menschheit unabhängig von ihrem Bekenntnis zuständig fühlt. Tut man den Willen Gottes, indem man tätige Nächstenliebe übt, errichtet man das Reich Gottes auf Erden, das in diesem Fall nicht als fernes, jenseitiges Heilsversprechen aufgefasst wird, sondern als konkreter Handlungsauftrag für die Gläubigen im irdischen ‚Hier und Jetzt’. Dabei kommt zu der nach außen wirkenden Nächstenliebe noch der Aspekt der inneren Ausgeglichenheit, denn nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann zum Wohle anderer wirken: „Dein neues Reich entstehe in mir und durch mich.“ Insofern überrascht auch der letzte Absatz nicht, der davon spricht, dass der Wille Gottes durch den Geist und den Körper erfüllt wird. Ein bloßes Lippenbekenntnis ist demnach ebenso fruchtlos wie gute Werke ohne Grundlage. Innere und äußere Heiligung des Menschen bilden also im ethischen Verständnis der Kirche eine untrennbare Einheit.

Analog zu Jesu Ausspruch „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Mt. 4,4; Lk. 4,4) wird auch das „tägliche Brot“ nicht ausschließlich als physische Nahrung verstanden, sondern ebenso als ‚geistige Nahrung’, die die Lehren Gottes darstellen. Gottesdienst, Andacht, Meditation und Selbstreflexion gehören daher zum Leben eines Gläubigen ebenso selbstverständlich dazu, wie die täglichen Mahlzeiten.

Für das theologische Verständnis der Christlich-Essenischen Kirche höchst aufschlussreich ist insbesondere der nun folgende Abschnitt, in dem von „Irrtümern“ gesprochen wird. Die Kirche kennt keine Sünde und lehnt diesen Begriff kategorisch ab. Denn Fehler, wie sie oft genannt werden, entstehen nicht durch Aufsässigkeit oder Verderbtheit, sondern durch Unwissenheit, die wiederum aus der Nichterkenntnis des göttlichen Willens und des göttlichen Lichtes im eigenen Selbst resultiert: „Denn wir wissen nicht, was wir tun.“ So wird denn auch der Sündenfall Adams und Evas im Paradies nicht theologisch aufgewertet, sondern im Gegenteil als negatives Gegenbeispiel exemplarisch dem positiven Vorbild Jesu gegenübergestellt. Der Mensch ist durch den „Fehler“ Adams nicht von Gott gestraft, vererbbar ist diese Schuld ohnehin nicht. Dementsprechend gibt es auch keine generelle Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und keine Notwendigkeit für ein stellvertretendes Sühneopfer am Kreuz, wie es die paulinische Theologie postulierte.

Die Führung durch die Engel ist schließlich das nächste auffallende ‚Sondergut’ des essenischen Vaterunsers. Ohnehin spielen die Engel als Ratgeber, Helfer und Schutzpatrone der Menschen eine wichtige Rolle in der Theologie der Christlich-Essenischen Kirche. Die Engel übermitteln den Willen Gottes, sind gleichzeitig aber auch Fürsprecher der Menschen und werden um Segnungen der himmlischen Welt angerufen. Maria als „Königin der Engel“ sind eigene Gebete, darunter ein eigenes Ave Maria, gewidmet. Die häufigen Bezüge auf die Engel sind denn auch für die meisten der kirchlichen Autoren einer der Gründe gewesen, die Christlich-Essenische Kirche dem esoterischen Spektrum zuzuordnen, ungeachtet der Tatsache, dass auch in der katholischen Spiritualität phasenweise Engel einen wichtigen Platz einnahmen und zahlreiche Heilige berichteten, mit Engeln in Kontakt gestanden zu haben.

Zu guter Letzt sei noch auf die Attribute eingegangen, die Gott in der Schlussformel des Vaterunsers zugeordnet werden. Denn hier stechen nicht etwa herrschaftliche Attribute wie „Reich“, „Kraft“ und „Herrlichkeit“ heraus, sondern die „Liebe“ und das „Licht“. Die Gleichsetzung Gottes mit der grenzenlosen Liebe, wie sich auch Jesus schon im Evangelium vornahm, spielt in der Christlich-Essenischen Kirche eine große Rolle, da über diese insbesondere auch die Interreligiosität und die Zuständigkeit der Kirche für alle Menschen hergeleitet werden. Die Lichtmetaphorik spielt schließlich eine wesentliche Rolle im Verhältnis von Gott zu Mensch. Da das göttliche Licht im Menschen selbst vorhanden ist, strahlt dieser das göttliche Licht wider. Hier ordnet sich auch die Lesung aus dem 1. Thessalonicherbrief bei der Adventskranzsegnung ein: „Ihr seid alle Kinder des Lichts.“

Insgesamt setzt die Vaterunser-Version der Essener die Schwerpunkte dezidiert anders als ihr Pendant bei Matthäus. Das Reich Gottes wird konkreter als diesseitig verstanden, das handeln des Menschen auf diese Welt ausgerichtet und die Einheit Gottes mit dem Menschen in den Vordergrund gerückt. Wesentliche Lehrinhalte der Christlich-Essenischen Kirche lassen sich bereits aus diesem kurzen Gebet herauslesen.

Interreligiosität und allgemeine Offenheit[Bearbeiten]

Die CEK beansprucht auf ihrer Homepage die Charakteristika „interreligiös, ökumenisch, spirituell, weltoffen, familiär“ für sich. Besonders der Aspekt der Interreligiosität hebt die Kirche aus der Masse der kleineren religiösen Bewegungen heraus. Aufgrund des Selbstverständnisses als die eine Kirche Gottes ist jeder Besucher willkommen, unerheblich welchen religiösen Hintergrund er vorzuweisen hat. Am 10. Juni wird in der CEK sogar ein 'Tag der Interreligiosität' als kirchlicher Feiertag begangen. Aufgrund ihres Verständnisses als religiös offene Gemeinschaft ist es allerdings nicht möglich, sich offiziell zur CEK zu bekennen. Der dahinter stehende Gedanke ist, dass bereits jeder Mensch der Gemeinschaft Gottes angehöre, da alle Menschen Kinder des einen Gottes seien. Die angebotene Integrationstaufe dient nur zur Verbesserung der geistigen Fähigkeiten und ist nicht als offizielles Bekenntnis zu sehen. Aufgrund der fehlenden Gemeindestruktur ist eine Erhebung von Mitgliedszahlen praktisch nicht möglich.

Weitere Angebote der CEK, wie die Ausrichtung von Hochzeiten, Beerdigungen, der Seelsorge oder Segnungen können ungeachtet der Konfession von jedem beansprucht werden. Insbesondere bei der Eheschließung zeigt sich ihre offene Haltung gegenüber den Lebenseinstellungen, die den religiösen Bereich überschreiten Die CEK nimmt neben gleichgeschlechtlichen Partnern auch polygam lebenden Menschen das Eheversprechen ab.

Ein weiters Alleinstellungsmerkmal ist die Positionierung der CEK zu Tieren. Diese werden als gleichwertig beseelte Geschöpfe Gottes angesehen, so dass sie ebenfalls die Berechtigung der Teilnahme an Gottesdiensten haben.

Sakramente[Bearbeiten]

Die Christlich-Essenische Kirche kennt vier Sakramente: Taufe, Kommunion, Gebetsheilung und Priesterweihe.

Taufe[Bearbeiten]

Die Christlich-Essenische Kirche praktiziert drei Arten der Taufe. Keine der drei Taufen ist mit der Aufnahme in die Christlich-Essenische Kirche verbunden. Als 'Interreligiöse Kirche' kennt sie keine feste Mitgliedschaft für Laien, sondern begrüßt es ausdrücklich, wenn die Teilnehmer an ihren Gottesdiensten in ihrer Ursprungsgemeinschaft verbleiben und dort die Ideale der CEK pflegt.

Integrationstaufe[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um ein Ritual, welches dazu dient, die eigenen Energien zu sammeln und auf das jetzige Leben zu konzentrieren. Eventuell noch nicht integrierte Energiebestandteile der Persönlichkeiten aus anderen Leben sollen durch die Integrationstaufe Bestandteil der jetzigen Persönlichkeit werden können.

Taufe mit dem Heiligen Geist[Bearbeiten]

Die Bischöfe praktizieren für die Kirche die Taufe mit dem Heiligen Geist. Bei dieser Taufe rufen sie den Heiligen Geist mit der Bitte um Führung im Leben auf den Täufling herab. Diese Taufe soll bei irdischen Problemen hilfestellung leisten und ein harmonisches Inneres gewährleisten, damit im Alltag der göttliche Ursprung nicht vergessen wird.

Taufe mit dem Christuslicht[Bearbeiten]

Die Lichttaufe wird als Geschenk Gottes betrachtet. Dadurch unterstützte er mit seiner Kraft und Liebe, welche helfen könnten, das Leben lebendiger wahr zu nehmen und durch Erkenntnis besser zu gestalten, sodass selbst in ausweglosen Situationen das Gute gesehen werden kann.

Kommunion[Bearbeiten]

Die 'Kommunion der Liebe' ist das Kernstück des essenischen Gottesdienstes. Die Priesterinnen und Priester bitten Gott, Seine Liebe in Brot und Wein fließen zu lassen, damit sie in sichtbarer Gestalt miteinander geteilt werden können. Sie unterscheidet sich damit fundamental von der Kommunion der übrigen christlichen Kirchen, die in Brot und Wein Symbole für das Opfer Christi am Kreuz sehen.

Gebetsheilung[Bearbeiten]

Häufig wird nach dem Gottesdienst von den Priesterinnen und Priestern das Heilungsversprechungen durch Handauflegen angeboten. Sie bitten dabei Gott durch Gebet, „seinen Heiligen Geist zum Heil des Menschen herab zu senden“. Die Bitte wird im Namen Jesu Christi ausgesprochen. Die Christlich-Essenische Kirche schließt damit an die altkirchliche Tradition der Geistheilung an, wie sie Paulus in seinem 1. Korintherbrief erwähnt.

Liturgie[Bearbeiten]

Die Liturgie der Christlich-Essenischen Kirche gründet sich laut Eigenaussage auf einen urchristlichen essenischen Ritus. Im Gottesdienst verehren die eingeladenen Teilnehmer aller Glaubensgemeinschaften den einen Gott, den die CEK in allen Religionen am Werk sieht. Die Verehrung der Engel hat einen festen Platz in der Messe. Sie sind für die Essener Schwestern und Brüder in der Einheit des Christus.

Die Liturgie der Christlich-Essenischen Kirche orientiert sich stark am katholischen Vorbild, mit zahlreichen rituellen Vollzügen, auf denen auch für den neutralen Beobachter der Fokus des Geschehens liegt. Das Grundgerüst der Liturgie ist ebenso wie die entsprechenden Texte in mehreren, leicht voneinander abweichenden und auf spezielle Anlässe und Umstände zugeschnittenen Versionen in einem von der Kirchenleitung erstellten Kompendium zusammengefasst. Dieser Ordner mit offiziellem Aufdruck wird den Geistlichen von der Kirchenleitung zur Verfügung gestellt. Diese Dokumente stehen nicht unter Verschluss und werden auch nicht wie Geheimschriften behandelt, allerdings sollte eine Weiterverbreitung der Texte möglichst nicht vorkommen.

In der Gesamtbetrachtung lässt sich erkennen, dass der Christlich-Essenische Kirche sehr daran gelegen ist, einen liturgischen Rahmen zu finden, der mit demjenigen der großen christlichen Konfessionen konform geht. Einige besondere Charakteristika unterscheiden die essenische Liturgie jedoch von den großkirchlichen Gottesdiensten. Dazu gehören neben der Liebesmahlfeier, deren Pendant das Abendmahl bzw. die Eucharistie mit stark opferzentriertem Charakter ist, und dem fast völligen Fehlen von Musik insbesondere die starke Bezugnahme auf die Engel sowie die Handauflegung, die in der großkirchlichen Tradition keine Parallele (mehr) haben und dem essenischen Gottesdienst daher eine unverwechselbare, individuelle Gestalt verleihen.

Einzug[Bearbeiten]

Wie in evangelischen oder katholischen Gottesdiensten beginnen die Andachten der Christlich-Essenischen Kirche mit einem feierlichen Einzug der Bischöfe, Priester und Diakone in den Andachtstraum. Die Geistlichen nehmen hierbei eine traditionell andächtige Haltung ein und verschränken die Hände meist vor dem Bauch.

Musikalische Untermalung[Bearbeiten]

Auffallend im Gottesdienstablauf ist das völlige Fehlen von Liedern oder intonierter Liturgie. Macht dies für gewöhnlich in evangelischen Gottesdiensten und katholischen Messfeiern einen gewichtigen Anteil der Gestaltung aus, zu dessen Vereinfachung hunderte von verschiedenen Gesangbüchern herausgegeben wurden und in den unterschiedlichsten Kirchen Verwendung finden, so ist das einzige erkennbare Auftauchen von Musik in essenischen Gottesdiensten auf das Abspielen von Einzugs- und Auszugsmelodien, meist von CD, beschränkt.

Erklärende Einschübe[Bearbeiten]

Aufgrund der Tatsache, dass meist einige der Besucher zum ersten Mal einen essenischen Gottesdienst besuchen, gibt es während der Liturgie verschiedentlich erklärende Einschübe, die sowohl den weiteren Ablauf erläutern als auch den Sinn der liturgischen Elemente. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass die Gottesdienstbesucher nur an den Teilen des Gottesdienstes beteiligen sollten, bei denen sie sich wohlfühlen.

Lesungen und Predigt[Bearbeiten]

Einen wichtigen Platz im Gottesdienstablauf nehmen die Lesungen aus der Bibel sowie die daran anschließende Predigt ein. Die Lesungen erfolgen aus allen Büchern der Bibel sowie bisweilen auch aus explizit essenischen Texten wie einer eigenen Version des Johannesevangeliums, das nach eigener Aussage eine Neuübersetzung durch PAX Immanuel II. darstellt, sowie aus anderen Sekundärtexten, die ur-essenische Lehren übermitteln sollen. Einen direkten thematischen Zusammenhang zwischen Lesung und Predigt kann es, muss es aber nicht geben.

Die Predigten selbst gehen meist nicht nur auf Glaubenslehren der Kirche ein, sondern decken ein breites Spektrum an Ansichten ab, sodass auch Vorstellungen aus anderen Religionen, persönliche Einsichten des Geistlichen und/oder ganz Alltägliches in die Predigt einfließen können. Tatsächlich ist der Zweck der Predigt nicht die Vermittlung von Theologie, sondern ein Denkanstoß für die Anwesenden. Denn auch hier spielt die grundsätzliche Interreligiosität eine Rolle, die niemandem abverlangt, die Lehren der Christlich-Essenischen Kirche anzunehmen. Während der Predigt steht der Prediger nicht an einem Pult oder auf einer erhöhten Kanzel, sondern in der Regel vor dem Altar, sodass er gut sichtbar ist, aber nicht erhoben. Es wird frei geredet. Schriftliche Ausarbeitungen der Predigten gibt es zwar, diese sind aber insbesondere zum Upload auf der Homepage der Kirche gedacht. Bisweilen kann es vorkommen, dass der Prediger sich auch im Kirchenraum bewegt oder Fragen stellt. Dies lockert den Gottesdienst merklich auf, ebenso wie die einfache Sprache, die für die Predigten bevorzugt wird.

Liebesmahl[Bearbeiten]

Das von der Christlich-Essenischen Kirche wieder aufgenommene Liebesmahl (griech. Agapé) geht in seiner Ursprungsgestalt bereits auf das früheste Christentum zurück. In den ersten Jahrhunderten gehörte es zu den Haupt-Gemeindeaktivitäten der Urchristen und etablierte sich als feste Form des Gemeinschaftsmahls, zu dem jedes Gemeindemitglied abhängig von seinem Einkommen beitragen sollte. Zunächst koexistierte es auch noch mit der heutigen Eucharistiefeier, die zu dieser Zeit jedoch in der Regel den hohen Feiertagen vorbehalten war.

Die CEK führt das Liebesmahl auf die essenische Gemeinschaft der Zeit Jesu zurück und geht davon aus, dass bereits Jesus es im Kreise der Essener und seiner Jünger gefeiert habe. In dieser Tradition wird das Liebesmahl anstelle der katholischen Eucharistiefeier während jedes regulären Gottesdienstes gefeiert.

Wesentliches Element ist hierbei, dass dem Liebesmahl kein Opfercharakter innewohnt und ihm auch keine memoriale Funktion für das Leiden und Sterben Christi zukommt, sondern im Gegenteil der Fokus auf die Verbindung mit Gott, auf die Aufnahme der Liebe Gottes in Form von Brot und Wein gelegt wird. Das Liebesmahl ist demzufolge auch nicht von der Mitgliedschaft in einer Kultgemeinschaft oder der Unterweisung in gewissen Mysterien des Opfers abhängig, sondern soll dem Anspruch nach allen Menschen zugänglich und auch für alle Menschen annehmbar sein. Ganz im Gegenteil gilt auch, der allgemeinen Lehre der Kirche von der Gleichwertigkeit allen Lebens folgend, keine scharfe Grenze zwischen Tieren und Menschen, sodass auch anwesende Tiere Anteil an den Ritualen haben können.

Zur Feier des Liebesmahls gehören auch eigene Einsetzungsworte, die in ihrem Wortlaut zwar deutliche Parallelen zum Text der synoptischen Evangelien aufweisen, jedoch im Kern eine völlig andere Botschaft vermittelt. Woher diese Einsetzungsworte stammen, ob sie aus einem eigenen oder anders übersetzten Evangelium hergeleitet werden oder einzeln stehen, ist bisher noch nicht geklärt. Die Einsetzungsworte selbst zitieren Jesus derart, dass er selbst auf den Charakter als ‚Aufnahme der göttlichen Liebe’ durch Essen und Trinken hindeutet. Ebenso, wie die Hostien und der Wein in der Katholischen Kirche für die Eucharistiefeier gesegnet werden, so werden auch die Elemente des Liebesmahls speziell gesegnet, bevor sie zum Einsatz kommen, jedoch grundsätzlich im Gottesdienst selbst. Der Wein kann im Übrigen, dem interreligiösen Anspruch entsprechend, problemlos durch Traubensaft ersetzt werden, sollten Muslime oder andere Gläubige anwesend sein, denen der Genuss von Alkohol verboten ist.

Ebenfalls ist es möglich, gesegnete Hostien für Ehepartner oder enge Freunde zu empfangen und diese mit nach Hause zu nehmen, sodass prinzipiell niemand, auch nicht durch körperliche Abwesenheit, von der Mahlfeier ausgeschlossen ist.

Anrufung der Engel[Bearbeiten]

Im Verlaufe des Gottesdienstes tauchen immer wieder Verweise auf die Engel auf, die als Begleiter der Menschen, Wegweiser und Sprachrohre Gottes eine entscheidende Rolle spielen. Hierbei wird Maria, die Mutter Jesu, als Königin der Engel angerufen. Eine weitergehende, ausführliche Differenzierung der Engelhierarchie wird im liturgischen Kontext jedoch nicht vorgenommen. In einer speziellen Anrufung werden die Engel in ihrer Gesamtheit um ihren Segen und Schutz gebeten.

Gebetsheilung[Bearbeiten]

Ein weiteres wichtiges liturgisches Element ist die Handauflegung zum Ende des Gottesdienstes. Sie soll sowohl als Segen als auch zur Heilung dienen können und wird jedem gespendet, der freiwillig nach vorne zum Altar kommt. In der Regel wird dabei nicht gekniet, sofern es die Körpergröße beider Beteiligten zulässt. Eine standardisierte Formel vollzieht den Segen, der allumfassend auch als Glücksbringer für die Zeit bis zum nächsten Gottesdienst fungieren kann. Unabhängig davon gibt es selbstverständlich auch Menschen, denen konkret an der heilenden Wirkung des Segens und der Handauflegung gelegen ist. Ein Kreuzzeichen auf der Stirn schließt den Segen ab. Auch der Segen ist, wie das Liebesmahl, nicht auf Menschen beschränkt.

Feiertage[Bearbeiten]

Die Christlich-Essenische Kirche begeht neben den großen Feiertage der übrigen christlichen Konfessionen auch spezifische eigene Feiertage. Die Feiertage der Christlich-Essenischen Kirche sind:

  • Die Adventssonntage
  • Weihnachten, 24. Dezember
  • Neujahr
  • Ostern
  • Fest der Gnadenreichen Mutter Gottes zu Raiffershardt, 1. Wochenende im Mai
  • Pfingsten
  • Tag der Interreligiosität, 10. Juni
  • Fest des Himmlischen Vaters, 24. Juni
  • Fest der Engel, 29. September
  • Ernte Dank, Fest der Mutter Erde, 1. Sonntag im Oktober
  • Versöhnungsfest - angelehnt an Jom Kippur, bewegliches Fest
  • Allerheiligen, 1. November
  • Kirchenfest, 22. Dezember

Verhältnis zu Reiki[Bearbeiten]

Die japanische Heiltechnik des Reiki wurde und wird von Eckard Strohm und anderen Amtsträgern der Christlich-Essenischen Kiche praktiziert. Sie wird als energetische Heilmethode innerhalb der Reiki Association International (RAI) gelehrt, die Strohm 1991 gründete. Den Nutzen von Reiki sehen dessen Protagonisten in der Verbesserung der Lebenssituation, so dass z.B. der Genesungsverlauf bei Krankheiten schneller verläuft oder allgemein Problemen aller Art durch die Teilnahme an Reiki-Seminaren vorgebeugt werden kann. Eigenen Angaben zufolge ist Strohm selbst ein Reiki-Meister. Trotz der persönlichen Verflechtung und trotz der Aussage Strohms, Reiki sei bereits von Jesus und den Essenern praktiziert worden, ist Reiki jedoch kein Teil der offiziellen kirchlichen Lehre, sondern gilt vollständig als Privataktivität des Kirchenoberhaupts.

Kritik[Bearbeiten]

Kritik an der Christlich-Essenischen Kirche wird in erster Linie von den Volkskirchen geübt. „Etwas naiv“ sei die Kirche, wenn sie Eheschließungen auch Homosexuellen erlaubt, die Kommunion für Tiere öffnet oder gar „verkleidet wirkende Amtsträger“ habe. „Theologische Inkonsistenz“ und „Verzicht auf theologische Reflektion“ seien gewichtige Gründe, die Christlich-Essenische Kirche weder ernst zu nehmen noch ihr zu gestatten, sich als christlich zu bezeichnen. Insbesondere gegen einen „interreligiösen Extremismus“ stellen sich die katholischen Berichterstatter. Eine unzulässige Verallgemeinerung, gar „wirre Theologie“ sei es, dass alle Religionen den gleichen Gott verehren.

Bei ihrer Darstellung gehen die meisten Artikel sehr ausführlich auf das Kirchenoberhaupt PAX Immanuel II., bürgerlich Eckard Strohm, ein. Dabei wird sich insbesondere auf vermeintliche Legenden aus seiner Kindheit oder auf private Offenbarungserlebnisse bezogen. Seine Tätigkeit als Reiki-Meister steht dabei im Fokus, während die Christlich-Essenische Kirche selbst deutlich zwischen der Kirchenstruktur und ihrer Lehre auf der einen und dem von Eckard Strohm geleiteten Reiki-Zentrum auf der anderen Seite trennt. Auf der Webseite der Kirche gibt es keinen einzigen Hinweis auf die Reiki-Angebote und auch keine Verlinkung zum Reiki-Zentrum in Erfurt. Die Darstellung der Kirche wird also mit den sonstigen Aktivitäten des Kirchenoberhaupts vermischt. Die Autoren verurteilen die Christlich-Essenische Kirche gerade wegen der privaten Aktivitäten des Kirchenoberhaupts, zu denen sie auch eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Waffengesetz zählen.

Tatsächlich ist es gerade der außerhalb der Kirche angesiedelte spirituelle Bereich, der als „esoterisch“ bezeichnet und theologisch verworfen wird. Hinzu kommen das Eheverständnis (Möglichkeit der Scheidung, Möglichkeit des kirchlichen Segens für Homosexuelle, usw.), das Liebesmahl, das als missglückte Adaption der Eucharistie verstanden wird, das Taufverständnis und die starke Betonung der Engel in der Lehre der Kirche.

Dementsprechend kommen die katholischen Stellen auch zu der Erkenntnis, dass die Christlich-Essenische Kirche bei aller Missachtung doch eine gewisse Gefährlichkeit berge und daher juristisch und theologisch bekämpft werden müsse. So prozessierte der Erzbischof von Paderborn gegen eine essenische Bischöfin, um der Christlich-Essenischen Kirche den Gebrauch kirchlicher Titel verbieten zu lassen. Er unterlag. Das Erzbistum Köln gab eine offizielle Warnung an die Organisatoren von kirchlichen Veranstaltungen heraus, in der die Veranstalter offen aufgefordert wurden, gegen auftauchende Essener mit Platzverweisen und anderen hausrechtlichen Mitteln vorzugehen. Alle genannten Artikel können demnach ihrer Gattung nach als polemisch gehaltene apologetische Werke verstanden werden, die insbesondere eine scharfe Abgrenzung zwischen den Großkirchen auf der einen und der Christlich-Essenischen Kirche auf der anderen Seite zum Ziel haben.

Lediglich ein positives Gegenbeispiel, nämlich ein längerer Artikel von Schmolly-Melk, sticht aus diesem Amalgam aus Unterstellungen, Vorwürfen und Verdammungsurteilen positiv heraus. Obwohl letztendlich auch dieser Artikel in seinem Fazit herausstellt, dass es sich bei der Christlich-Essenischen Kirche um einen Synkretismus handele, ihr mehr theologische Tiefe und ein stärkeres und eindeutigeres Profil verordnet, so hat sich doch Frau Schmolly-Melk wenigstens die Mühe gemacht, als Einzige überhaupt auf Aussagen der Kirche selbst zurückzugreifen und diese zu verwerten. Allem Anschein nach hat sogar ein persönliches Gespräch zwischen ihr und dem Kirchenoberhaupt PAX Immanuel II. stattgefunden.

Weblinks[Bearbeiten]

Selbstdarstellung der Christlich-Essenischen Kirche[Bearbeiten]

Großkirchliche Stellungnahmen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eva-Maria Schmolly-Melk: Die Christlich Essenische Kirche (CEK)
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