Christian Tychsen

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Christian Tychsen (1943)

Christian Tychsen (* 3. Dezember 1910 in Flensburg, Provinz Schleswig-Holstein; † 28. Juli [[1944] in Gavray, Frankreich) war ein deutscher Offizier, zuletzt SS-Obersturmbannführer der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Christian Tychsen wurde im Jahre 1910 im schleswig-holsteinischen Flensburg als Sohn eine Tischlermeisters geboren. Nach dem Besuch der Städtischen Knaben-Mittelschule, welche er mit der mittleren Reife abschloss, erlernte er selbst den Beruf des Tischlers. Da sein eigentliches Berufsziel jedoch Innenarchitekt war, wurde er im Jahre 1933 Mitglied des Kuratoriums der Kunstgewerblichen Fachschule in Flensburg.

Christian Tychsen wurde im Oktober 1934 zum I. Bataillon der SS-Standarte „Germania“ der SS-Verfügungstruppe versetzt, nachdem er Ende des Jahres 1931 in die Allgemeine SS eingetreten war. Nach Absolvierung der SS-Junkerschule Braunschweig wurde er im Januar 1937 zum SS-Untersturmführer und im Juni 1938 zum SS-Obersturmführer befördert. Im Jahre 1939 zu einer Aufklärungsabteilung nach Ellwangen an der Jagst versetzt, wirkte er dort, aufgrund seiner technischen Begabung, an der Truppentauglichkeit des neu konstruierten VW-Schwimmwagens mit.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Von links: Sylvester Stadler, Hans Weiß, Christian Tychsen, Otto Kumm, Vinzenz Kaiser und Karl-Heinz Worthmann in der Sowjetunion (April 1943); Aufnahme einer SS-Propagandakompanie

Bei Kriegsbeginn war Tychsen bei der Nachrichten-Abteilung der Verfügungstruppe und wurde am 9. November 1939 zum SS-Hauptsturmführer befördert. Anschließend bekam er die Aufgabe, in Ellwangen an der Jagst eine Ersatz-Kompanie aufzustellen. Seiner Versetzung als Kommandeur zu der 3. Kradschützenkompanie der Aufklärungs-Abteilung der SS-Verfügungsdivision, folgte die Teilnahme Tychsens an den Kampfhandlungen im Westen des Jahres 1940. Noch vor Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion wurde Tychsen mit der 3. Kradschützenkompanie in das neugebildete Kradschützen-Bataillon der SS-Division Das Reich eingegliedert.

Nach dem 22. Juni 1941 kämpfte Tychsen erfolgreich und meist seine Einheit von „vorn“ führend. Nach mehrfachen Verwundungen erhielt im Februar 1942 das Verwundetenabzeichen in Gold und nach weiteren Bewährungen im Mai desselben Jahres das Deutsche Kreuz in Gold. Am 1. September 1942 wurde Tychsen zum SS-Sturmbannführer befördert und im Oktober 1942 als Kommandeur mit der Aufstellung der II. Abteilung des SS-Panzer-Regiments 2 in Frankreich betraut. Mit dieser Einheit kehrte er ab Januar 1943 wieder in die Sowjetunion zurück und nahm mit ihr an den Kämpfen um Charkow teil. Für seine dort, meist unter persönlichem Einsatz erbrachten Leistungen, bei denen er weitere Verwundungen erlitt, erhielt er am 31. März 1943 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Sommer 1943 konnte Tychsen am Psell-Abschnitt und bei Marinowka mehrere Angriffe des Gegners, unter großen Verlusten für die Rote Armee abweisen. Am sowjetischen Brückenkopf bei Chodoroff an der Dnjepr-Schleife erkannte Tychsen im November 1943 die Gefahr eines Flankeneinbruchs durch vorstoßende Verbände der Roten Armee. Tychsen hatte entscheidenden Anteil am Zurückdrängen des Gegners sowie dem Abschuss von 9 Feindpanzern. Das eigene Armeekorps hierdurch aus einer kritischen Lage rettend, erhielt Tychsen für diesen Einsatz am 10. Dezember 1943 als 353. Soldat das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Dezember 1943 wurde er Kommandeur des SS-Panzer-Regiments 2 und am 30. Januar 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert.

Im Juli 1944 übernahm Tychsen nach dem Ausfall des Divisionskommandeurs in Frankreich selbst die Führung der 2. SS-Panzerdivision Das Reich.

Tod[Bearbeiten]

Am 28. Juli 1944 prallte Tychsen bei einer Erkundungsfahrt in der Normandie mit einem VW-Kübelwagen auf eine amerikanische Panzereinheit, welche sofort das Feuer eröffnete. Christian Tychsen und sein Fahrer wurden tödlich verwundet, sein Ordonnanzoffizier konnte entkommen.

Trivia[Bearbeiten]

Da bei den deutschen Truppen zunächst unklar war, was sich bei der Erkundungsfahrt genau zugetragen hatte und Tychsen lediglich als vermisst galt, bot die deutsche Seite den Amerikanern durch Parlamentär im Austausch für den hochgeschätzten Offizier an, 20 gefangengenommene amerikanische Soldaten gegen ihn auszutauschen. Die Amerikaner ließen mitteilen, dass sich Tychsen nicht in ihren Händen befinde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Panzerkampfabzeichen in Silber
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Gold
  • Eisernes Kreuz (1939) II. Klasse 1940 während des Frankreichfeldzuges
  • Eisernes Kreuz (1939) I. Klasse 1941 während des Unternehmens Barbarossa
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
    • Ritterkreuz am 31. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur der II. Abteilung SS-Panzerregiment 2, 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“
    • Eichenlaub am 10. Dezember 1943 als 353. Soldat, SS-Sturmbannführer und Kommandeur der II. Abteilung SS-Panzerregiment 2, 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christian Tychsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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