Christian Rommel

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Christian Rommel (* 23. Januar 1965 in Verl) ist ein deutscher Sachbuchautor, Verleger, preisgekrönter Ausstellungsmacher, Packungsgestalter und einer der profiliertesten Kenner auf dem Gebiet asiatischen Verpackungsdesigns. Des Weiteren hat er sich als Neuguinea-Spezialist einen Namen gemacht.

Leben[Bearbeiten]

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Christian Rommel (1997) vor der neuen Produktionsstätte für flexible Druckplatten in Dalian

Rommel, Sohn des Kaufmanns Johannes Rommel und der Lehrerin Ingeborg Rommel, wuchs im ostwestfälischen Bielefeld auf. Nach seinem Abitur, das er 1984 am Hans-Ehrenberg-Gymnasium in Sennestadt ablegte, machte er eine Ausbildung zum Druckformhersteller bei der Firma Loewe Druck. Nach dem Militärdienst siedelte er 1989 nach Stuttgart über und absolvierte sein Studium der Verpackungstechnik an der Fachhochschule für Druck. Seine Auslandssemester verbrachte er an der Japan Printing Academy in Tokyo/Japan (1990) und der Hochschule für Maschinenbau in Xi’an/China (1992). Prädikatsabschluss als Diplomingenieur 1994.

Es folgte eine zweijährige Tätigkeit als Unternehmensberater bei der Firma Pack´Ing in Hamburg. Im Auftrag des westfälischen Druckvorstufen-Unternehmens Flexicon ging er 1997 in die Mandschurei nach Dalian/China, um als technischer Leiter eine Produktionsstätte für flexible Druckplatten aufzubauen.

Auswanderung nach Hong Kong 1998 und Gründung des Beratungsunternehmens ROX Asia Consultancy Ltd., das er seitdem als Geschäftsführer leitet. Seit 2004 pendelt er monatlich zwischen seinen Büros im münsterländischen Emsdetten und Hong Kong. Mit seiner Frau Andrea hat er einen Sohn. Sein Bruder Prof. Dr. Thomas Rommel ist Rektor des Bard College Berlin.[1]

Werk[Bearbeiten]

Rommel hält sich seit 1982 regelmäßig im asiatischen Kontinent auf und hat dort beruflich wie privat zwanzig Jahre als Reisender, Betreuer, Berater und Lieferant deutscher Unternehmen der Markenartikelindustrie zugebracht. Er ist China-Spezialist, der die Volksrepublik bereits seit dem Jahr 1989 kennt und das Land aus der Sicht des Individualtouristen, des Expeditionsorganisators, des Studenten, des Fachjournalisten, des Handelspartners, des technischen Leiters eines sino-deutschen Joint-Ventures, des Firmengründers und des selbständigen Marketing-Consultants kennengelernt hat.

Bekanntestes Ergebnis seiner bisherigen Berufstätigkeit war die Herstellung von Video-in-Print-Produkten, die das Abspielen von Video-Komponenten in Kombination mit traditionellen Printmedien oder Verpackungen für die grafische Industrie und die Kommunikationsbranche verbinden. Vidipri® ist ein markenrechtlich geschütztes Produkt, das Rommel zusammen mit Till Isensee entwickelt hat. Die europäische Markteinführung von Vidipri® erfolgte erstmalig am 28.12.2009 für den Volkswagen-Konzern in Kooperation mit der Zeitschrift Der Spiegel. Diese multisensorische Technologie-Innovation, die Elektronik mit Papier verbindet, sorgte für weltweites Aufsehen.[2]

Die Verpackungsinnovation für die Gin-Marke „Bombay Sapphire“ des Bacardi-Konzerns wurde unter Rommels Ägide 2012 zusammen mit seinem Partner, der Karl Knauer AG entwickelt und global erfolgreich auf den Markt gebracht. Diese weltweit erste illuminierte Faltschachtel mit integrierter Elektrolumineszens-Applikation ist mit 22 internationalen Auszeichnungen eine der erfolgreichsten und meistbeachteten Verpackungsinnovationen der letzten Jahrzehnte.[3]

Des Weiteren ist Rommel Mitbegründer der Verpackungsdesign-Fachzeitschrift Creativ Verpacken (1996) und eines China-Business-Clubs in Münster. Er tritt regelmäßig als Referent auf internationalen Messen, Kongressen und Symposien in Erscheinung und bietet interkulturelle Vorträge und Präsentationen zum Thema Innovation, Design und Verpackung in Asien.

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Christian Rommel 2013 beim FOGRA-Symposium in München

Im Online-Bereich ist er auf der Bildungsplattform Lecturio als China-Referent tätig und bietet Tipps für Buchautoren und Selbstverleger.

Rommel ist Autor von zahlreicher Sach- und Fachbücher verschiedener Genres. Vieler seiner Werke hat er im eigenen Verlag produziert und herausgegeben. Am bekanntesten sind seine Standardwerke über Verpackungsdesign. Darüber hinaus publizierte der Unternehmensberater 2007 im OWC-Verlag für Außenwirtschaft erstmals den „Business-Knigge China“ als Ratgeber für deutsche Manager in China. Im Auftrag globaler Unternehmen hat er mehrere Bücher konzipiert, verfasst und produziert. Dazu zählen „Ein Duft geht um die Welt“, eine Hommage an den Kaffeegenuß, für die Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG (1997), „Genesis“, eine Dokumentation zum Aufbau eines Joint-Ventures in China, für den britischen Konzern BBA Fiberweb (2001) sowie „Inspiration“, einem Bildband und Musterbuch über modernste Drucktechnik, für die Silfox Gruppe (2005). Das Buch „Pleiten, Pech und Pannen made in China“, eine Publikation über typische Probleme aus dem Produktionsalltag, soll 2014 erscheinen. Ebenfalls in 2014 erscheint das Universitätslehrbuch „Grundlagen der Verpackung“ im Beuth Verlag, wo Rommel Co-Autor ist. Darüber hinaus ist Rommel Autor von über 120 Artikeln in mehr als 20 internationalen Fachzeitschriften wie Neue Verpackung, Deutscher Drucker, Wörkshop oder Page.

Sammlungen und Ausstellungen[Bearbeiten]

Seit 25 Jahren ist Rommel Sammler von asiatischem Verpackungsdesign mit über 10.000 Exponaten. Schwerpunkt sind traditionell gestaltete Warenverpackungen des Konsumgüterbereichs aus China, Japan, Nord-Korea und Vietnam. Seine Zusammenstellung chinesischer Zigarettenpackungen dokumentiert die Entwicklungsgeschichte des Packungsdesign in der Tabakindustrie der Volksrepublik China seit den 1970er Jahren.

Rommel ist Initiator und Organisator vieler internationalen Ausstellungen zum Themenkomplex Verpackungsdesign in Japan, China sowie Produktpiraterie. „Tsutsumi - Traditionelle Verpackungskunst aus Japan“ wurde 1994 unter der Schirmherrschaft des Japanischen Kulturinstituts in Köln als Wanderausstellung in zwölf deutschen Städten gezeigt. „Tsutsumi“ ist ein Plädoyer für den Erhalt kunsthandwerklicher Naturverpackungen in Zeiten zunehmender Anonymisierung industrieller Warenverpackungen. Im Jahr 1996 wurde Tsutsumi im schwedischen Frövi Papiermuseum durch Prinzessin Christina von Schweden, der Schwester des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf eröffnet.

China Packaging ist eine erstmalige Zusammenstellung traditioneller chinesischer Warenverpackungen. Unter der Schirmherrschaft des Goethe Instituts in Hong Kong war es 1999 die erfolgreichste Ausstellung im Hongkonger Arts Centre. Anschließend wurde China Packaging im Museu de Arte in Macao als letzte Ausstellung vor der Wiedervereinigung Macaos mit der Volksrepublik China gezeigt. Es folgten weitere Ausstellungen in Deutschland, unter anderem in Nürnberg und in Hamburg.

Für die mehrjährige internationale Wanderausstellung des deutschen Zolls „Echt falsch - Marken- und Produktpiraten im Visier des Zolls“ steuerte Rommel große Teile seiner Sammlung chinesischer Produktplagiate bei.[4] Sie wurde 2006 durch den damaligen Finanzminister Dr. Hans Eichel im Deutschen Zollmuseum in Hamburg eröffnet.[5]

Das gleiche Thema wurde bei der langjährigen APM-Wanderausstellung Schöner Schein - dunkler Schatten des „Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie e.v.“ aufgegriffen. Die Ausstellung veranschaulicht mit realen Beispielen, in welchem Ausmaß Unternehmen von der Verletzung ihres geistigen Eigentums betroffen sind. Sie soll Verbraucher informieren sowie zum kritischen Umgang mit Markenplagiaten und zum Umdenken beitragen. Auf der Frankfurter Lifystyle-Messe Ambiente hielt Rommel 2004 zusammen mit dem ehemaligen badenwürttembergischen Ministerpräsidenten Dr. Lothar Späth das Eröffnungsplädoyer. Rommel Exponate sind ebenfalls Teil der seit 2012 laufenden Wanderausstellung Heimliche Helden des Vitra Design Museums.[6] Zentraler Teil aller Ausstellungen ist Rommels kuriose Sammlung gefälschter Tempo-Taschentuch-Packungen in über 130 Variationen. Kein anderes Markenprodukt wurde weltweit jemals so oft kopiert. Rommels Sammlung von Markenplagiaten ist seit 2003 als Dauerausstellung fester Bestandteil des Museum Plagiarius in Solingen.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

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Christian Rommel bei der Verleihung des „Preis des Innovationspreises Verpackung“ des Bundesumweltministeriums (1995)

Für das Wanderausstellungsprojekt „Tsutsumi – Traditionelle Verpackungskunst aus Japan“ erhielt Rommel 1995 den „Preis des Innovationspreises Verpackung“ des Bundesumweltministeriums verliehen durch Dr. Angela Merkel in Frankfurt am Main.

Sein selbstverlegtes Werk „China Packaging - Im Reich des Goldenen Drachen“ wurde 1999 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis für eines der „Schönsten Deutschen Bücher“ ausgezeichnet.[8]

Rommels Unternehmen ROX Asia erhielt 2008 vom Hongkonger Trade Development Council den „Hong Kong Success Story Award“.[9] Für die leuchtende Faltschachtel „Bombay Sapphire“ erhielt sein Unternehmen ROX Asia bislang 22 internationale Auszeichnungen im Bereich Technologie, Design und Innovation. Zu den Preisen zählten der Deutsche Verpackungspreis[10], der Innovationspreis der deutschen Druckindustrie, der Packaging World Star, der Popai-Award, der Pentaward, der Starpack Award, der Epica Award, der Mobius Award, der Red Dot Design Award, der IF Design-Award sowie der weltweit hoch angesehene Kreativpreis, der Cannes Löwe.

Expeditionen[Bearbeiten]

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Christian Rommel auf einer seiner Trekkingreisen in West-Papua

Rommel ist Mitglied der Royal Geographic Society in Hong Kong und hat über 100 Länder der Erde bereist. Er zeichnet für die Organisation und Durchführung von Pionier-Expeditionen in Asien, Afrika und Südamerika verantwortlich. Schwerpunkt dieser Reisen waren Trekkingtouren sowie Besuche ethnischer Minderheiten in Ländern wie der Mongolei, China, Burma, Borneo, Äthiopien, Yemen, Kamerun, Mali, Uganda, Brasilien, Ecuador, Französisch Guayana und Venezuela. Höhepunkt war seine, in fünf Einzeletappen durchgeführte Durchquerung von West-Neuguinea auf den Spuren des österreichischen Bergsteigers und Forschungsreisenden Heinrich Harrer.[11]

Als Ergebnis seiner fünfmonatigen Studienreise durch Südamerika im Jahr 1987 publizierte er 1995 als Co-Autor den Individual-Reiseführer „Französisch-Guayana - Reisen in die Grüne Hölle“ im Verlag Edition Aragon. Seine Reiseberichte erschienen in Zeitschriften wie „Reisefieber“, „Expeditions“, „Action Asia“, „Nissan Magazine“ oder „In Hong Kong“. Rommel ist Gewinner des Schreibwettbewerbs „Die besten Reiseberichte Chinas“ und Co-Autor der gleichnamigen Anthologie (2012) mit seinem Beitrag über die abenteuerlichen Treppenwege durch die Bergwelt des Hua Shan. Seine Ethnographika-Sammlung über West-Papua stiftete er 2004 dem Lippischen Landesmuseum in Detmold.

Schriften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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