Chepo Yuvanc

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Chepo Yuvanc

Chepo Yuvanc (Künstlername, eigentlich Serhad Yuvanc; * 1974 in Varto, Türkei) ist ein deutsch-kurdischer Autorenfilmer.

Leben[Bearbeiten]

Yuvanc studierte in Malatya Psychologie. Ende der 1990er-Jahre floh er nach Deutschland, um dem Militärdienst in der Türkei zu entgehen. Nachdem er an der Volkshochschule Mainz Deutsch gelernt hatte, belegte er an der FU Berlin zunächst Studiengänge in Philosophie und neuerer deutscher Literatur sowie in Film- und Theaterwissenschaft, sah sich jedoch aus familiären und wirtschaftlichen Gründen gezwungen, die akademische Ausbildung abzubrechen und zog mit seiner Familie nach Freiburg im Breisgau.

Sein erster, in Freiburg gedrehter Spielfilm, Cerx – das Rad, beschäftigt sich mit Gewalt gegen Frauen.[1]

Sein zweiter Spielfilm, GAV – In Zeiten des Wandels, eine Koproduktion zwischen Regisseur Chepo Yuvanc und dem Theaterverein Theater 1098, thematisiert am Beispiel einer kurdischen Familie das Leben von Migranten in Deutschland. Der Film lief in Freiburg, in Berlin und auf dem Kurdish Film Festival in London.

Der Episodenfilm Die Untergeher, 2015 mit geringem Budget gedreht und im Juni 2017 im kommunalen Kino Freiburg uraufgeführt, „versucht eine Antwort auf die Frage zu finden, was es braucht, damit der Mensch zum empathielosen Gewalttäter wird.“[2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 2010: Çerx - Das Rad (Spielfilm, 72 min)[3]
  • 2012: GAV - In Zeiten des Wandels (Spielfilm, 88 min)[4]
  • 2015: Die Untergeher (Episodenfilm, 77 min)[5]

Rezeption[Bearbeiten]

„Yuvancs Film ist sorgfältig und klar komponiert, seine Figuren wirken glaubwürdig. Der Film hat – seinem Titel gemäß – einen fast durchgehend dunklen Ton. Das gilt für Bilder, Farben, Atmosphäre und Musik. Yuvanc hat sich gefragt, warum Menschen ihre Mitmenschen verunglimpfen, verletzen, erniedrigen. Diese Fragen sind nicht neu, doch der Filmemacher sieht eine neue Dimension der Verrohung, weil die Fähigkeit zur Empathie, zur Kommunikation, zur Fairness zusehends verloren gehe.“

Badische Zeitung zum Film Die Untergeher[5]

„Seine Filme sind politisch, aber nicht politisch korrekt. Sein erster Film ‚Cherx – Das Rad‘ etwa handelt von einem kurdischen Mädchen, das in der Türkei zwangsverheiratet werden soll. Als sie auf dem Weg dorthin flieht, wird sie umgebracht. Sie kehrt als Geist zurück und rächt sich an den Männern. ‚Wir hatten lauter Entmannungsszenen, wo sich das Mädchen daran macht, Männern der Reihe nach den Penis abzuschneiden.‘ Das stieß auf harte Kritik und Ablehnung aus den eigenen Reihen.“

Christian Neumann: Chilli – Das Freiburger Stadtmagazin[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für das Drehbuch Die Hölle in meinem Kopf wurde Chepo Yuvanc 2016 auf dem Filmfestival FILMZ – Festival des deutschen Kinos mit dem Jurypreis ausgezeichnet.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chepo Gewez: Die Geschichte eines Alptraums, Badische Zeitung, 12. Dezember 2011
  2. Die Untergeher. In: www.koki-freiburg.de. Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof, 2017, abgerufen am 8. Juli 2017.
  3. 3,0 3,1 Christian Neumann: Filmstadt Freiburg: Was junge Filmemacher auf die Leinwand bringen. Über die Philosophie ins Filmbusiness. In: chilli-freiburg.de. Chilli Freiburg, 28. Oktober 2014, abgerufen am 8. Juli 2017.
  4. Iris König "In Zeiten des Wandels": Ein Film über den Alltag einer kurdischen Familie in Freiburg, Fudder, 20. Januar 2014
  5. 5,0 5,1 Ein durchgehend dunkler Ton: Das Kommunale Kino zeigt den Episodenfilm „Die Untergeher“. In: www.badische-zeitung.de. Badischer Verlag, 8. Juni 2017, abgerufen am 7. Juli 2017.
  6. FILMZ 2016 endet – Die Gewinner stehen fest, filmportal, 29. November 2016
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