Carl-Heinrich Treitschke

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Carl-Heinrich Treitschke (* 17. August 1908 in Kamenz, † 8. April 1968 in Diepholz) war ein deutscher Jurist, Verbandspolitiker, Vorstandsmitglied in einem Unternehmen der Textilindustrie und Direktor der Ausbildungsstätte der Kaufhof Aktiengesellschaft.

Leben[Bearbeiten]

Carl-H. Treitschke war der älteste Sohn von Curt Treitschke (1872–1946), Truppen- und Generalstabsoffizier, und seiner Frau Käthe Karolina Kraft (1880–1957). Nach dem Abitur am König-Georg-Gymnasium in Dresden im Jahr 1928, begann er im gleichen Jahr sein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt/Main, Rostock, Berlin und Leipzig. Im Jahr 1933 promovierte Treitschke an der Universität Leipzig bei Willibald Apelt (1877-1965 )dem Politiker und Staatsrechtler. Mit Apelt, der unter Hugo Preuß(1860-1925 ) an der Formulierung der Weimarer Verfassung gearbeitet hat, bestanden bis zu seinem Tod 1965 freundschaftliche Verbindungen. Nach Gerichtsreferendar an sächsischen Gerichten und Rechtsberater bei der Allianz-Versicherung in Dresden trat Carl-H. Treitschke im Jahr 1936 durch Heirat mit Marga Küttner, der ältesten Tochter des Firmengründers Hugo Küttner (1879–1945) in die Firma Friedrich Küttner Kunstseidenwerke AG Pirna und Sehma ein. Die Firma Friedrich Küttner Kunstseidenwerke AG war einer der größten deutschen Kunstseidenhersteller und der größte Arbeitgeber an ihren Standorten. Er übernahm dort die Leitung des Exportverkaufs in Pirna.

Mit Eintritt in die Firma erkannte Carl-H. Treitschke, dass die Unabhängigkeit des Geschäftsbetriebes durch Einflussnahmen der Sächsischen Staatsregierung unter den Nationalsozialisten Martin Mutschmann (1879–1947) und Georg Lenk (1888–1947) sehr stark gefährdet war. Es tauchten Verträge zur Kreditbeschaffung auf, die ihm in Inhalt und in hierzu nicht schriftlich festgelegten Absprachen äußerst zweifelhaft erschienen. Er sah hier das Tor weit geöffnet, mit der Absicht, den nationalsozialistischen Machthabern, den gesamten Industriebetrieb, deren alleinige Aktienbesitzer die Familie Küttner war, in einem Staatsbetrieb umzuwandeln. Um dies zu verhindern, führte Carl-H. Treitschke intensive aber vom Ergebnis her, erfolglose Gespräche und Korrespondenz mit Mutschmann und Lenk. Lenk war zudem noch Vorsitzender des Aufsichtsrats im Unternehmen. Die weitere Entwicklung gab Carl-H. Treitschke, der wie sein Schwiegervater Hugo Küttner nicht in der Partei war, Recht. Er verlor seinen Sitz im Aufsichtsrat, wurde entlassen und hatte zusammen mit Hugo Küttner Zutrittsverbot zum Werk. Die Aktienmajorität übernahm eine staatseigene Bank. Nach Kriegsende wurde das Pirnaer Werk demontiert und zusammen mit dem Werk in Sehma/Erzgeb. im Jahre 1946 durch Volksentscheid enteignet. Das gleiche Schicksal betraf die Firma "Spindel- und Spinnflügel Fabrik AG Neudorf/Erzgeb." zusammen mit dem Betrieb der Fichtelbergschwebebahn in Oberwiesenthal, deren Eigentümerin Carl-H. Treitschkes Ehefrau war. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im Jahre 1946 nutzte er die damalige schwierige Zeit der Arbeits- und Lebensbedingungen um bei der Britischen Besatzungsmacht (23 Heavy Workshop REME, Wetter/Ruhr) die Abteilung Recht und Soziales zu übernehmen. Gleichzeitig war dies die Möglichkeit durch Vereinbarung britischer und sowjetischer Besatzungsstellen die Umsiedlung der Familie in die damalige Britische Besatzungszone genehmigt zu bekommen. Carl-H. Treitschke strebte durch seine guten Kenntnisse in der Kunstseiden Industrie bei der Friedrich Küttner AG wieder eine Tätigkeit in der Textil-Industrie an. So hatte er im Jahre 1948 die Möglichkeit die Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer im Verband der Nordrhein Westfälischen Textilindustrie in Düsseldorf aufzunehmen.

Im Jahre 1950 beendete Carl-H. Treitschke seine Tätigkeit im Textil-Industrie-Verband und begann seine Tätigkeit als kaufmännisches Vorstandsmitglied bei der I.P. Bemberg AG, Kunstseidenwerke Wuppertal. Im Jahre 1957 nahm Carl-H. Treitschke ein Angebot der Kaufhof AG, Köln an, eine Ausbildungsstätte und persönlichkeitsformendes Institut für die Fortbildung aller leitenden Mitarbeiter des Unternehmens und die Heranbildung der Nachwuchskräfte aufzubauen. In Vorbereitung dieser Aufgabe führte er das in der damaligen Zeit größte Warenhaus des Kaufhofs in Köln, Hohestrasse als Geschäftsführer. Unter seiner Leitung wurde die Ausbildungsstätte des Kaufhof der "Kümmelbacherhof GmbH" Neckargemünd aufgebaut.

Carl-H. Treitschke gehörte verschiedenen Institutionen (u.a. Industrie-Pensions-Verein (IPV), Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als Verwaltungsratsmitglied an.

Er starb 1968 in Diepholz/Niedersachsen

Werke[Bearbeiten]

  • Die Entstehung und Entwicklung der sächsischen Kreiseinteilung unter Kurfürst Moritz und seinem Nachfolger. Dresden 1933, DNB 571311008, OCLC 493224907 (58 S., juristische Dissertation).
  • Jubilar Kupfer-Kunstseide, Zeitschrift "Die Zeit" Nr. 26, 28.6.1951
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  • Die Bedeutung der menschlichen Beziehungen im Handelsbetrieb,
 Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel-und Grossbetriebe des Einzel-
 handels e.V Köln, 7.Betriebswirtschaftliche Arbeitstagung in Baden Baden 1960

Quellen[Bearbeiten]

  • Klaus Müller, Georg-Heinrich Treitschke, Kunstseide aus Pirna. Ein Unternehmen in
 Deutschlands Zeitläufen, Verlag Gunter Oettel,ISBN 978-3-944560-12-0
  • Georg Bergler, In Memoriam: Dr. Carl-Heinrich Treitschke, Jahrbuch der Absatz-
 und Verbrauchsforschung, Berlin, Duncker u. Hemblot ISSN 0021-3985,Vol.14.1968
 S.176 - 177
  • Georg Bergler, Männer und Werke ( 1970 ), Privatdruck, Nürnberg 1970 ( 255 Seiten )