Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld

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Basisdaten
Hochschulort: Bielefeld, Deutschland
Gründung: 15. Mai 1905 in Riesa (Normannia)
7. Juli 1946 in Lage (Nibelungen)
Fusion: 14. November 1953 (Normannia-Nibelungen)
Verband: Deutsche Burschenschaft (DB)
Farben: Grün-Weiß-Gold
Wahlspruch: Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland
Webseite: normannia-nibelungen.de

Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld ist eine pflichtschlagende Burschenschaft aus Bielefeld. Die Normannia-Nibelungen ist Mitglied der Deutschen Burschenschaft (DB).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burschenschaft wurde 1905 als Fechtclub Normannia am Polytechnikum Riesa gegründet. Vier Jahre später wurde der Altherrenverband ins Leben gerufen. Während des Ersten Weltkrieges meldeten sich alle Aktiven als Kriegsfreiwillige. 1919 erfolgte die Neugründung in Strelitz-Alt. 1933 trat die Normannia dem Friedrichsruher Waffenring bei. 1934 erfolgte die Zwangsauflösung durch die Nationalsozialisten. 1946 gründete sich die Christliche Burschenschaft Nibelungen am Polytechnikum Lage/Lippe und zwei Jahre später der dazugehörige Altherrenverband. 1952 mitbegründete sie den Bund Deutscher Ingenieur-Corporationen (BDIC). 1954 erfolgte die Vereinigung der Burschenschaft Normannia und der Christlichen Burschenschaft Nibelungen zur Christlichen Burschenschaft Normannia-Nibelungen. 1959 wurde die Verbindung in Burschenschaft Normannia-Nibelungen umbenannt und nach Schließung des Polytechnikums nach Bielefeld verlegt. 1976 trat sie der Deutschen Ingenieur-Burschenschaft (DIB) und 1988 der Deutschen Burschenschaft (DB) bei. 1995 trat sie zusätzlich dem Bochumer Waffenring bei und mitbegründete 2007 den Niederdeutschen Waffenring.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Burschenschaft orientiert sich an der Urburschenschaft. In der Mitte befindet sich ein Kreuz mit einem den Farben der Verbindung entsprechenden Wappenschild und dem Zirkel. Symbolisch sind u.a. der Goldene Anker des Polytechnikums Riesa und die Goldene Unendlichkeitsschlange für das Lebensbündnis abgebildet. Auf dem Zirkel sind die drei Buchstaben V, C, F für den Ausspruch „Vivat, Crescat, Floreat“ und N für „Normannia-Nibelungen“ gezeichnet.

Bielefelder Ideenwerkstatt[Bearbeiten]

Die Burschenschaft richtet auf ihrem Haus seit 2005 jährlich ein Symposium mit wechselnden Themen als „Bielefelder Ideenwerkstatt“ aus. An dieser Vortragsveranstaltung nahmen Referenten wie Jost Bauch, Peter Brandt, Michael Buback, Elias Davidsson, Monika Ebeling, Wilhelm Hankel, Karl-Heinz Funke, Eberhard Hamer, Odfried Hepp, Heinrich Kemper, Hans Kronberger, Götz Kubitschek, Felix Menzel, Christa Meves, Michael Paulwitz, Johannes Rogalla von Bieberstein, Gerhoch Reisegger, Klaus Rainer Röhl, Barbara Rosenkranz, Karl Albrecht Schachtschneider, Harald Seubert, George Turner, Udo Ulfkotte und Haluk Yildiz teil. Bereits vor 2005 gab es Veranstaltungen mit Horst Mahler (1999), Klaus Weinschenk und Reinhard Günzel.[1][2][3] Ein Vortrag von Heinz Schön wurden wegen Protesten abgesagt.[4]

Anlässlich der Ideenwerkstatt 2011 geriet die Burschenschaft in die öffentliche Kritik.[5] Die örtliche Antifa-Gruppe warf ihr während einer Kundgebung vor, Referenten der extremen Rechten und des Rechtspopulismus eingeladen zu haben.[6] In einem Vortrag beleidigte Felix Menzel die Grünen-Politikerin Claudia Roth.[7] Nach einer Strafanzeige Roths wurde Menzel zu einer Geldstrafe verurteilt.[8] Der Blogger und Politiker der Piratenpartei Daniel Flachshaar sagte einen Vortrag bei der Burschenschaft ab, nachdem er anonyme Drohbriefe gegen sich und seine Familie erhalten hatte.[9][10]

Der polizeiliche Staatsschutz stellte 2009 fest: „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass bei der Burschenschaft die freiheitliche Grundordnung abgelehnt wird“.[11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Georg Balder: Die Deutsche(n) Burschenschaft(en) – ihre Darstellungen in Einzelchroniken, WJK, Hilden 2005, ISBN 978-3-933892-97-3. S. 65.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörg Kronauer: „National befreite Studis“, Jungle World Nr. 53, 22. Dezember 2004.
  2. Hubertus Gärtner: „Ein Podium für Rechtsextreme - Burschenschaft Normannia-Nibelungen mit fragwürdigen Gästen“, Mindener Tageblatt vom 18. Dezember 2010.
  3. Was unter der Mütze ist
  4. Ganz tief in der Grauzone? Rotenburger Rundschau vom 29. Februar 2004.
  5. Hubertus Gärtner: Kritik an Bielefelder Burschenschaft Normannia Nibelungen. In: Neue Westfälische, 25. Oktober 2011.
  6. Demonstration gegen rechte Referenten. In: Neue Westfälische, 7. Juli 2011.
  7. Hubertus Gärtner: Roth erstattet Strafanzeige gegen Menzel. In: Neue Westfälische, 17. Dezember 2010.
  8. Geldstrafe für Beleidigung von Claudia Roth. In: Neue Westfälische, 28. Mai 2012.
  9. Westfalen-Blatt, 1. Dezember 2010
  10. Sachbeschädigung und Nötigung, Blog IfTuZ
  11. Ansgar Mönter: Was unter der Mütze ist. In: Neue Westfälische, 29. September 2009.
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