Bossert&Erhard

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bossert & Erhard GmbH & Co. KG
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft
Gründung 1919
Sitz Mühlacker DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernard Olujic
Branche Schreibgeräte
Website www.bossert-erhard.de

Die Bossert & Erhard GmbH & Co. KG ist ein 1919 von August Erhard und Christian Bossert gegründeter Hersteller von Schreibgeräten mit Sitz im baden-württembergischen Mühlacker.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Aufbau der Firma[Bearbeiten]

In Pforzheim wurde 1919 die „Bossert&Erhard Pforzheim – Fabrik für feine Schreibgeräte und Taschengebrauchsartikel in Edelmetall“ von dem Kaufmann Christian Bossert und dem Techniker August Erhard gegründet. Produktionsstätte war eine große Werkstatt in der Zerrennerstraße, Pforzheim. Zu Beginn produzierte der Betrieb neben Fall- und Schiebebleistiften aus Silber und Emaille auch Zigarettenspitzen, Taschenmesser und Zahnstocher. Ein Jahr nach der Gründung ermutigten erste Erfolge dazu, alle Artikel auch in Gold anzufertigen.

1923 zog das Unternehmen in ein größeres Gebäude an der Kronprinzenstraße, Pforzheim, um. Das Sortiment wurde durch Füllfederhalter sowie Zigarrenabschneider, Maniküre-Bestecke und Schreibtischgarnituren erweitert. Zudem begann man mit dem Export: Mit Skandinavien, Holland, Belgien und einigen weiteren europäischen Ländern wurden Verbindungen geknüpft. Auch in den Vereinigten Staaten und Südamerika fand man Käufer. 1929 gründete das Unternehmen in Mailand eine eigene Filiale. Im Jahr 1935 fanden einige Veränderungen im Unternehmen statt. Der Unternehmensgründer August Erhard schied aus der Firma. Im selben Jahr wurden zwei neue Produkte auf den Markt gebracht: Der METRO-Bleistift mit 1-mm-Minen sowie der erste Vierfarbstift COLOR.

Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Beim Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 wurden auch die Werksanlagen des Unternehmens zerstört. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs halfen ehemalige Mitarbeiter beim Wiederaufbau der Firma, bereits im Mai 1946 wurde wieder produziert. 1947 wurde der Sohn des Firmengründers Walter Bossert als Teilhaber in die Firma aufgenommen. Kurze Zeit darauf entwickelte man den Vierfarbschreiber BOSCOLOR. Die Taschengebrauchsartikel wurden durch Feuerzeuge, Taschenmesser, Hülsen für Kämme und Lippenstifte erweitert.

Die Erfindung des Kugelschreibers inspirierte das Unternehmen zu zwei Modellen. Der EBOS-Kugelschreiber wurde 1951 auf den Markt gebracht. Kurz darauf folgte der Vierfarb-Kugelschreiber BOSCOLOR. 1952 wurde die Firma in eine Familien-Kommanditgesellschaft umgewandelt und Paul Stähle, der Schwiegersohn des Gründers, erhielt Prokura.

1957 starb der Gründer Christian Bossert an einem Herzinfarkt. Die Baupläne für einen Neubau in der Luisenstraße wurden 1959 genehmigt und 1960 umgesetzt. Zwei Jahre später kam mit dem BOSCOLOR-OPTIMATIK ein Vierfarbenkugelschreiber mit Sichtwahl auf den Schreibgerätemarkt.

Übernahme durch das Ehepaar Hochstatter[Bearbeiten]

1982 wurde die Firma Bossert&Erhard von dem Ehepaar Agnes und Helmut Hochstatter aufgekauft. Bereits vier Jahre zuvor hatte das Ehepaar die Firma Emrich erworben. Die Fusion der Marke Emrich mit der Firma Bossert&Erhard erfolgte 1994.

Bechtold Unternehmensgruppe[Bearbeiten]

2014 wurden die Markenrechte des Unternehmens von der B+E Bechtold GmbH aufgekauft. Seit 2016 vertreibt die Marke in einer neuen Kollektion wieder Schreibgeräte unter dem Namen BOSSERT&ERHARD. In dem Familienunternehmen wurde zudem Felix Bechtold, der Sohn des Inhabers Richard Bechtold, in die Geschäftsleitung aufgenommen.

Schreibgeräte[Bearbeiten]

Magic BOSSERTundERHARD

Die Schreibgeräte von BOSSERT&ERHARD zeichnen sich durch die ausschließliche Verwendung von Sterlingsilber AG 925 aus. Zudem werden die verschiedenen Modelle aus der Stange gefertigt und besitzen mindestens eine Guillochiervariante.

Techniken[Bearbeiten]

BOSSERT&ERHARD Guillochiermaschine

Bei BOSSERT&ERHARD werden alte Techniken wie das Guillochieren und auch das Diamantdrücken immer noch angewendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B&E (Hrsg.): Vom Handwerk der schönen Schreibkünste. (17 S., Broschüre der Marke B&E).
  • 50 Jahre Bossert&Erhard Pforzheim 1919 1969. 1969 (22 S., Broschüre der Marke Bossert&Erhard).

Weblinks[Bearbeiten]

Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.