Bogida

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Bonn gegen Islamismus in Deutschland und im Abendland, kurz Bogida, ist eine Initiative, die sich als Ableger der Dresdener PEGIDA versteht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Bogida-Veranstaltung auf dem Bonner Kaiserplatz am 15. Dezember 2014 wurde von Melanie Dittmer angemeldet. Sie ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied im Landesvorstand der "Jungen Nationaldemokraten" (JN) in Nordrhein-Westfalen [1] und seit Dezember 2014 Beisitzerin im Parteivorstand von “PRO NRW”.[2] Ihre derzeitige Gesinnung zeigte sie in einem Interview mit Spiegel-TV. Darin wurde sie zu ihrer Einstellung zum Massenmord an den Juden gefragt. Ihre Antwort: "Für mich ist es völlig unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat. Das ist 70 Jahre her!" [3]

Die Veranstalterin hatte für die Veranstaltung bei der Polizei 500 Teilnehmer angemeldet. Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Bonner Kaiserplatz sollte eine Demonstration durch die Innenstadt stattfinden.

An der Kundgebung nahmen nach Polizeiangaben 150,[4] nach Angaben der Veranstalter 300 Personen teil. Zu den Rednern auf der Kundgebung gehörten neben der Veranstalterin der in Bonn lebende Autor Akif Pirinçci und Karl-Michael Merkle (Pseudonym: „Michael Mannheimer“).

Unter den Kundgebungsteilnehmern, so der Bonner General-Anzeiger, " waren zum einen Bürger, die gegenüber den zahlreichen Medienvertretern jede Nähe zu rechtsextremen Positionen von sich wiesen. Zugleich nahmen auf dem Kaiserplatz Personen aus der Neonazi- und der Hooliganszene teil." Und der General-Anzeiger weiter: "Einige reisten auch von außerhalb an, wie der Mönchengladbacher Pro-NRW-Funktionär Dominik Roeseler, der die in schwere Ausschreitungen gemündete Demonstration "Hooligans gegen Salafisten" Ende Oktober in Köln angemeldet hatte."[5]

Die von der Veranstalterin für den 15. Dezember 2014 angekündigte und geplante Demonstration durch Bonn fand nicht statt. Auf den Straßen und Wegen rund um den Bonner Kaiserplatz und Hauptbahnhof hatten sich am frühen Abend so viele Demonstranten des Bündnisses "Bonn stellt sich quer" versammelt, dass die Anmelderin der Bogida-Versammlung von einem Aufzug durch die Innenstadt absah und stattdessen eine Kundgebung auf dem Kaiserplatz abhielt.[6] Angaben über die Zahl der Gegendemonstranten schwanken zwischen 1000 [7] und 3000 Teilnehmern.[8]

Die Veranstalterin kündigte weitere Kundgebungen und Demonstrationen an.[9] So will Bogida am 22. Dezember 2014 auf dem Bonner Marktplatz einen "2. Spaziergang" durchführen.[10] Nachdem Pegida nach Dresden am selben Tag zum "gemeinsamen Weihnachtsliedersingen" aufgerufen hatte, soll auf dem Bonner Marktplatz ebenfalls "Alle Jahre wieder" gesungen werden.[11] Als Redner auf der Bogida-Kundgebung ist Udo Ulfkotte angekündigt.

Forderungen[Bearbeiten]

Von den Rednern der Abschlusskundgebungen am 15. Dezember 2014 wandte sich Akif Pirinçci besonders „an die Antifa-Wichser“ und las eine Passage aus seinem neuesten Buch „Deutschland von Sinnen“ vor. Sein Schlusssatz: "Es lebe das heilige Deutschland!" Michael Mannheimer kündigte an, die gemeinsame „deutsche Bewegung hier und in Dresden“ werde anschwellen und „die Verbrecher von Politik, Medien und Gewerkschaften von unserer Landkarte spülen“. [12]

Politische Einordnung[Bearbeiten]

faz.net zitiert den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) : „Die Organisatoren der nordrhein-westfälischen Pegida-Ableger Dügida und Bogida stammen aus dem rechtsextremistischen Spektrum.“ Jäger weiter: „Dass in Bonn ein führendes ProNRW-Mitglied als Organisatorin aufgetreten ist, macht dies besonders deutlich.“ [13]

Gegendemonstrationen und Reaktionen[Bearbeiten]

Zu der Gegendemonstration am 15. Dezember 2014 hatte des Bündnis „Bonn stellt sich quer“ aufgerufen. [14] Der Bonner Stadtrat verurteilte in einer Resolution am 11. Dezember 2014 die von der Bogida geplante Kundgebung und Demonstration und rief alle Bonnerinnen und Bonner auf, immer wieder gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen.[15]

"Bonn stellt sich quer" hat zu erneuten Aktionen gegen den "2. Spaziergang" am 22. Dezember 2014 aufgerufen.[16]

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch forderte am 19. Dezember 2014 Bogida auf, die Kundgebung und geplante Demonstration abzusagen: „Es gibt in Bonn keinen dringenden Anlass, der jetzt eine Demonstration notwendig macht“, so Nimptsch. „In Bonn herrscht ein offenes Klima, in dem man jederzeit Sorgen und Nöte ansprechen kann, auch zu schwierigen Themen - das ganze Jahr über. Und hier kann jeder darauf vertrauen, dass wir damit achtsam umgehen. Dass Pro NRW ausgerechnet die Vorweihnachszeit nutzt, um Ausländerfeindlichkeit zu schüren und Ängste vor Flüchtlingen herbeizureden, missbillige ich zutiefst. Weihnachten ist unser Fest der Nächstenliebe.“[17]

Die Kölner Initiative „Arsch huh“ kündigte am 21. Dezember 2014 an, dass sie gerichtlich gegen Bogida vorgeht. Auf der "offiziellen" Bogida-Seite auf Facebook wirbt Bogida für die Veranstaltung auf dem Bonner Marktplatz und benutzt dafür den Slogan „Arsch huh, Zäng ussenander“ mit dem Zusatz „mir sin dat Volk“. Das Bonner Amtsgericht wird am 22. Dezember 2014 über eine einstweilige Verfügung entscheiden. [18]

Bedeutung[Bearbeiten]

Nach dem Anwachsen der Pegida stellt sich bundesweit die Frage, ob es sich bei dieser Bewegung um eine lokales Ereignis handelt, das sich auf Dresden beschränkt, oder ob daraus eine bundesweite Bewegung wird. Von einer solchen, das ganze Land erfassenden Bewegung träumt zumindest die Anmelderin und PRO NRW.[19] Um diesen Traum umzusetzen, schien den Veranstaltern Bonn besonders geeignet zu sein. Zu den Orten, denen in der Öffentlichkeit der Titel "Islamisten-" und "Salafistenhochburg" gegeben wird, gehört die Bundesstadt. [20]

Angesichts der bundesweiten Bedeutung, die die Initiative in Bonn hat, war bei der ersten Bogida-Kundgebung das Interesse der Presse groß. Zeitweise waren genau so viele Presseleute wie Bogida-Teilnehmer auf dem Kundgebungsplatz. Lokale, regionale und überregionale Medien berichteten am selben Abend oder am nächsten Tag über die Kundgebung und kommentierten das Ereignis.

Unterschiede zwischen Pegida und Bogida[Bearbeiten]

Pegida wurde von Einzelpersonen initiiert, die in keinem ersichtlichen Zusammenhang mit einer politischen Organisation standen. Politische Parteien wie die NPD und die AfD versuchten Einfluss auf Teilnehmer der Demonstrationen zu nehmen, nachdem die Bewegung angewachsen war.

Bogida ist demgegenüber eine Initiative von PRO NRW. Die Partei unternahm in Bonn in den vergangenen Monaten immer wieder Versuche, politischen Einfluss zu erhalten. Bei der Kommunalwahl im Mai 2014 erhielt die Partei in Bonn 1,58 Prozent der Stimmen (landesweit: PRO NRW 0,51 Prozent). Dass PRO NRW nun über Bogida mehr Erfolg hat, bezweifeln Beobachter wie z.B. der FAZ-Autor Reiner Burger: "Wir simulieren das Volk", titelte er seinen Bericht über die Kundgebung am 15. Dezember in Bonn.[21]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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