Argeo Bämayr

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Argeo Bämayr (* 1945 in Bayerisch Gmain, Berchtesgadener Land) ist ein Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und befasst sich schwerpunktmäßig mit Mobbing und psychischer Gewalt, sowie deren Auswirkungen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie[Bearbeiten]

Bämayr wurde 1945 in Bayrisch-Gmain geboren, war von 1964 bis 1971 Angehöriger in einer Sanitätseinheit der Bundeswehr, besuchte 1972 bis 1974 das Münchenkolleg und erwarb am 21. Juni 1974 die Hochschulreife.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München folgte das Medizinstudium zwischen 1974 bis 1981 mit Approbation als Arzt. Anschließend war Bämayr als Doktorand am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (München) tätig. Bereits in seiner Dissertation befasste er sich Bämayr dem Thema Suizid von Ärzten.[1] 1987 erlangte er die Anerkennung zum Facharzt für Nervenheilkunde (Psychiatrie und Neurologie), sowie im März 1988 die Anerkennung zur Zusatzbezeichnung Psychotherapie. Er war von 1988 bis 2008 in eigener Praxis in Coburg tätig.

Forschung und Thesen[Bearbeiten]

Bämayr befasst sich schwerpunktmäßig mit individueller und struktureller psychischer Gewalt, d. h. mit Folter und Mobbing, deren Entstehung und Besonderheiten, Kriterien von Gewaltkonstellationen (Herrschaftsformen bzw. Persönlichkeitskategorien) sowie deren Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft. Nach seiner Auffassung führt eine Abfolge von vielfältigen Mobbinghandlungen im Rahmen einer Täter-Opfer-Konstellation aufgrund des psychischen Gewaltcharakters zu einer psychosozialen Destabilisierung bei Mobbingopfern, die als „kumulative traumatische Belastungsstörung“ (KTBS)[2] einzustufen ist. Diese Belastungsstörung ist eine psychische bzw. psychosomatische Erkrankung, die im Rahmen einer chronologischen Längsschnittbetrachtung als Mobbingsyndrom in vier Stadien eingestuft und spezifiziert werden könne. Die Aufarbeitung gesundheitlicher Folgen von Mobbing bleibe jedoch bisher vorrangig den Ärzten der basismedizinischen Versorgung überlassen und sei nicht Thema der Universitäten.

Die Erkennung und Beschreibung eines Mobbingsyndroms durch Bämayr erfolgte erstmals auf Veranlassung des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte, Deutscher Psychiater und Deutscher Neurologen in der Fachzeitschrift Neurotransmitter.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Mobbingsyndrom: Diagnostik, Therapie und Begutachtung im Kontext zur in Deutschland ubiquitär praktizierten psychischen Gewalt. 1. Auflage. Europäischer Universitätsverlag, 2012, ISBN 978-3-89966-514-7.
  • Das psychiatrische Gutachten: eine subjektive unwissenschaftliche Werteinschätzung auf dem Prüfstand der Menschenrechte. Aufklärung und Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung. Europäischer Universitätsverlag, 2016, ISBN 978-3-86515-240-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über den Selbstmord von 119 Ärzten, Ärztinnen, Zahnärzten und Zahnärztinnen in Oberbayern von 1963 bis 1978. München 1983, DNB 840134835, OCLC 643895844 (PDF-Datei; 6,9 MB – Dissertation).
  2. Gottfried Fischer, Peter Riedesser: Lehrbuch der Psychotraumatologie. Reinhardt UTB, 2009
  3. Neue Mobbing-Methoden – Die faktische Aufhebung der Fremdanamnesen-Abrechnung. NeuroTransmitter 11/2006 bei bv-neurologe.de
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