Antje Karin Pieper

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Antje Karin Pieper (* 1943 in Bad Berleburg) ist eine deutsche Rechts- und Medienwissenschaftlerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nachdem sie Abitur 1962 in Lübeck das abitur ablegte studierte Antje Karin Pieper von 1962 bis 1969 Rechtswissenschaften mit den Schwerpunkten Internationales und Europäisches Recht in Köln, Wien, Freiburg, Lyon und Paris. Nach fast dreijähriger Tätigkeit als Projektleiterin am Institut für Kommunikationsplanung in Bonn und juristischem Vorbereitungsdienst legte sie 1975 das Zweite Juristischen Staatsexamen ab.

Von 1976 bis 1977 war sie im Bundesministerium des Inneren tätig, im Anschluss von 1977 bis 1987 im Bundesministerium für Forschung und Technologie, zuletzt als Regierungsdirektorin. Von 1984 bis 1987 war sie von dort als Referatsleiterin "Schlüsseltechnologien" zum Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln entsandt. 1987 wurde Antje Karin Pieper zur Juristischen Direktorin des Westdeutschen Rundfunks Köln (WDR) gewählt. Während ihrer beiden Wahlperioden (bis 1997) vertrat sie – als Mitglied der Geschäftsleitung – den WDR und die ARD in zahlreichen Anhörungen und Stellungnahmen zu Gesetzgebungsverfahren in Bund und Ländern, u.a. beim Verfahren zum sechsten Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts, mit dem der Aktionsradius des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgrund des WDR-Gesetzes voll bestätigt wurde. Von 1991 bis 1992 führte sie den Vorsitz der Juristischen Kommission der ARD, von 1993 bis zum Ende ihrer Amtszeit als WDR-Justiziarin war sie Sprecherin der ARD in der Juristischen Kommission der Europäischen Rundfunkunion (EBU).

Antje Karin Pieper ist seit 1997 als Rechtsanwältin für Medienrecht in Berlin tätig. Sie ist seit 2000 Sprecherin des Berliner Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der sich als unabhängige Institution politisch und programmlich in die öffentliche Mediendiskussion einbringt. Dem Aufsichtsgremium über die privaten Medien, dem Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) gehörte sie von 2003 bis 2009 an. Seit 2008 ist sie Mitglied des Hochschulrates der Fachhochschule Bielefeld. Als Senior Fellow ist sie dem Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) an der Universität Bonn verbunden. Der Kommission für Medien und Internet der FDP gehört sie seit 1992 an, von 2001 bis 2011 war sie stellvertretende Vorsitzende dieses Gremiums der Liberalen. Die Medienrechtlerin ist Autorin zahlreicher Fachveröffentlichungen zum Verfassungs- und Medienrecht sowie Forschung und Technologie einschließlich Datenschutz.

Arbeiten (Auswahl)[Bearbeiten]

  • A. K. Pieper mit Paul Präve: Die Biotechnik, in: Winfried Schlaffke (Hrsg.): Grundwissen: Technik und Gesellschaft , Band 12, S. 9-54, Köln 1985
  • A. K. Pieper: Produktivkraft Information, in: Beiträge zur Gesellschafts-und Bildungspolitik, Nr. 119, DIV-Verlag Köln, 1986
  • Herausgeberin, mit Sabine Hadamik: Das WDR-Gesetz und das Landesrundfunkgesetz Nordrhein-Westfalen vor dem Bundesverfassungsgericht: Dokumentation der Normenkontrollverfahren zum sechsten Rundfunkurteil, Baden-Baden 1993, ISBN 3-7890-2639-5
  • A. K. Pieper mit Peter Wiechmann: Der Rundfunkbegriff: Änderung durch Einführung des interaktiven Fernsehens?, in: Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht (ZUM), 1995, S. 82-96

Weblinks[Bearbeiten]

  • Biografie von Antje Karin Pieper auf der Webseite der Fachhochschule Bielefeld [1]
  • Webseite des Berliner Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk [2]


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