Andreas Oppacher

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Andreas Oppacher

Andreas Oppacher (* 1978 in Rosenheim) ist ein deutscher Autor und Wirtschaftswissenschaftler.

Nach seiner Zeit bei der Bayerischen Polizei und einer kaufmännischen Ausbildung studierte Andreas Oppacher Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim. Er begann frühzeitig, sich mit volkswirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen, vor allem mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland.

Sein Augenmerk richtet sich auch auf den Vergleich mit anderen Volkswirtschaften. Oppacher sieht gerade in den skandinavischen Ländern bedeutende Vorzüge gegenüber dem deutschen Wirtschafts- und Sozialsystem. Er spricht sich für einen aktiven Sozialstaat aus, den er nicht nur aus sozialethischen Gründen heraus für notwendig erachtet, sondern er betrachtet ihn auch als entscheidende Grundlage für ein stabiles Wirtschaftswachstum.

Andreas Oppacher ist Anhänger einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik und kritisiert vor allem die kontinuierliche Vernachlässigung des Binnenkonsums. Er bemängelt die einseitige Bevorzugung großer Unternehmen und einzelner Gruppen innerhalb der Bevölkerung zu Lasten von Beschäftigungschancen und gesamtgesellschaftlichem Wohlstand.

In seinem Buch „Deutschland und das Skandinavische Modell: Der Sozialstaat als Wohlstandsmotor“ von 2010 vergleicht Oppacher die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland mit Schweden, Dänemark und Finnland. Es ließe sich eindeutig feststellen, dass die nordischen Länder insbesondere in den Bereichen Wirtschaftswachstum, Lohn- und Kaufkraftentwicklung, Rentenniveau, Teilhabe von Frauen und älteren Arbeitnehmern am Arbeitsmarkt, Langzeitarbeitslosigkeit, Armut und Bildung wesentlich besser abschnitten als Deutschland. Oppacher legt dar, dass der große Staatssektor in Skandinavien zu großen Teilen dazu beitrage. Er kritisiert im Buch Wirtschaftsliberale wie Hans-Werner Sinn und ebenso den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“) für ihre einseitige Fixierung auf die Angebotsseite und ihre Schlussfolgerungen, die sich seiner Meinung nach bereits auf falsche Grundannahmen stützten.

Am 1. Oktober 2014 legte Andreas Oppacher sein zweites Buch mit dem Titel "Krisenkiller: Chancen einer klugen Wirtschaftspolitik" vor. Darin erläutert er, dass ein Ende des Euro immer näher rückt, wenn nicht bald die deutsche Lohnpolitik umgekehrt wird und ein umfängliches Investitionsprogramm für Südeuropa aufgelegt wird. Er kritisiert dabei die über ganz Europa ausstrahlende Sparpolitik Merkels scharf, wie auch die Medien, die nach Meinung des Autors ihre Aufgabe als kritische Instanz nicht mehr erfüllen. Oppacher spricht sich außerdem dafür aus, möglichst bald die Wochenarbeitszeit zu reduzieren, um zu einer 30-Stunden-Woche zu gelangen. Er sieht dafür gegenwärtig eine einmalige Chance, die sich überraschenderweise aus dem Lohndumping der vergangenen 20 Jahre ergibt. Oppacher zufolge ist eine Arbeitszeitverkürzung die einzige realistische Möglichkeit, um das Zeitalter der Massenarbeitslosigkeit zu beenden.

Schriften[Bearbeiten]

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