Andreas N. Pflock

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Andreas N. Pflock (* 6. August 1968 in Nordhorn) ist ein deutscher Historiker, Autor und Museumspädagoge.

Seit 2001 ist Andreas Pflock als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Heidelberg) tätig.

Leben[Bearbeiten]

Andreas Pflock wuchs in Neuenhaus/Dinkel in der Grafschaft Bentheim auf. Dort besuchte er die Kooperative Gesamtschule und beendete seine schulische Ausbildung 1988 am Gymnasium Neuenhaus erfolgreich mit der Allgemeinen Hochschulreife. Zwischen 1988 und 1989 leistete er seinen Wehrdienst beim 2. Fernmeldebataillon 11 in Oldenburg. Im Anschluss daran studierte Pflock von 1990 bis 1996 die Fächer Geschichte und Politische Wissenschaft an der Technischen Universität Hannover. Während dieser Zeit war er als Studentische Hilfskraft am Historischen Seminar tätig. Seinen Studienabschluss erreichte Andreas Pflock mit der Note „Sehr gut“ und der Erlangung der akademischen Titels „Magister Artium“.

Zwischen 1996 und 1998 war Pflock als wissenschaftlicher Volontär beim Kreis Paderborn angestellt und absolvierte im Kreismuseum Wewelsburg eine intensive berufspraktische Qualifikation in den klassischen Museumsbereichen „Sammeln“, „Bewahren“, „Forschen“ und „Vermitteln“. Während seines Volontariats war er für die Betreuung der deutschlandweit beachteten Museumsabteilung „Wewelsburg 1933–1945. Kult- und Terrorstätte der SS“ zuständig.

Von 1998 bis zum Frühjahr 2000 arbeitete Andreas Pflock als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Technischen Universität Hannover beim Forschungsprojekt „Hannoversche Lager“ (Leitung: Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg) sowie bei der Durchführung von Lehrveranstaltungen zur Geschichte der NS-Konzentrationslager und zur Präsentation von NS-Geschichte in Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus (mit Exkursionen.

Durch ein Angebot des Kreises Paderborn kehrte Pflock im April 2000 zum Kreismuseum Wewelsburg zurück und initiierte dort in Kooperation mit der Museumsleistung als Projektleiter den Aufbau einer Forschungsgruppe zur Neugestaltung der Ausstellung/Gedenkstätte „Wewelsburg 1933–1945“. Im Sommer 2000 konnte er erste Überlegungen einer zukünftigen Ausrichtung der neuen Dauerausstellung in Form der Werkstattausstellung „Erinnerung braucht einen Ort“ dem Wissenschaftlichen Beirat unter Vorsitz von Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, präsentieren.

Seit November 2001 ist Andreas Pflock als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Stellvertretender Referatsleiter im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Heidelberger Altstadt angestellt. Seine Tätigkeit umfasste dort zunächst die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsplanung, Museumspädagogik und den Aufbau der Internetangebote. Nach einer Neuausrichtung der Referatsschwerpunkte ist Pflock seitdem für die museumspädagogische Arbeit im Dokumentations- und Kulturzentrum verantwortlich.

Sein persönliches Engagement widmet er seit seiner Schulzeit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Besatzungsverbrechen in den Niederlanden und der Verständigung zwischen Deutschen und Niederländern.

Leistungen/Engagement[Bearbeiten]

Pflocks Magisterarbeit „Die Geschichte der deutschen Konzentrationslager in den Niederlanden und ihrer Gedenkstätten: Amersfoort, Westerbork, Herzogenbusch-Vught“ wurde in überarbeiteter und ergänzter Form unter dem Titel „Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg“ im Jahr 2006 von der Bundeszentrale für politische Bildung publiziert und gilt seitdem als Standardwerk zum Thema. Pflock ist Mitglied der Lagergemeinschaft Dachau e.V. sowie des Vriendenkring Nationaal Monument Kamp Vught.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Andreas Pflock/Claudia Bock: „Hingeschaut und nachgehakt“ – Überlegungen für die Entwicklung eines pädagogischen Programms zur quellenkritischen Bildinterpretation, in: Inszenierung des Fremden. Fotografische Darstellung von Sinti und Roma im Kontext der historischen Bildforschung, hrsg. von Silvio Peritore und Frank Reuter, Heidelberg 2011, S. 280–293.
  • Andreas Pflock (Red.): Elses Geschichte – Themen und Materialien zur Bearbeitung im Unterricht, Heidelberg 2010.
  • Andreas Pflock: Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck, in: Der Ort des Terrors, Band 9, hrsg. von Wolfgang Benz/Barbara Distel, München 2009, S. 521–533.
  • Andreas Pflock: Die Außenlager des KL Herzogenbusch Amersfoort/ Arnheim/ Breda/ Den Haag/ Eindhoven/ Haaren/ Herzogenbusch/ Leeuwarden/ Moordeich/ Roosendaal/ Sint Michielsgestel/ Tilburg, in: Der Ort des Terrors, Band 7, hrsg. von Wolfgang Benz/Barbara Distel, München 2008 S. 151–180.
  • Anita Awosusi/ Andreas Pflock: Sinti und Roma im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, CD-ROM zum gleichnamigen Buch, Heidelberg 2007.
  • Anita Awosusi/ Andreas Pflock: Sinti und Roma im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Anregungen für einen Gedenkstättenbesuch. Geschichte – Rundgang – Biografien – Informationen, hrsg. vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg 2006. ISBN 978-3-929446-19-7
  • Andreas Pflock: Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck. Ein erster Überblick über Ereignisge-schichte und Rezeption, in: Gedenkstättenrundbrief 133/2006, Berlin 2006, S. 15ff.
  • Andreas Pflock: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung (Themen und Materialien), Bonn 2006. ISBN 3-89331-685-X
  • Andreas Pflock: Das Nationale Denkmal Lager Vught, in: Gedenkstättenrundbrief 128/2005, Berlin 2005, S. 15ff.
  • Andreas Pflock: Gerrit Visser (1894–1942) – Von Hengelo nach Wewelsburg. Lebensstationen und Briefe des niederländischen Gewerkschafters aus nationalsozialistischer Gefangenschaft, Scriptorium, Münster 2005.
  • Andreas Pflock: Opfer rechter Gewalt seit 1990. Eine Ausstellung von Rebecca Forner im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, in: Informationen des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie Nr. 40, Berlin 2004, S. 14f.
  • Andreas Pflock: „Lachen im Dunkeln“ – Eine Ausstellung des Herinneringscentrums Kamp Westerbork, in: Gedenkstättenrundbrief 8/2002, Berlin 2002, S. 38f.
  • Andreas Pflock: Gedenkstätten präsentieren sich im Internet – Möglichkeiten und Perspektiven, in: Museale und mediale Präsentationen in KZ-Gedenkstätten. Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Heft 6, Hamburg 2001, S. 106ff.
  • Andreas Pflock/ Christian Rüggeberg: Nordrhein-Westfälische NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren im Internet, in: Gedenkstättenrundbrief 1/2000, Berlin 2000, S. 31ff.
  • Andreas Pflock: Erinnerung braucht einen Ort. Begleitmaterial zur gleichnamigen Ausstellung, Wewelsburg 2000.
  • Andreas Pflock: Präsentation der NS-Gedenkstätten im Land NRW im Internet, in: Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, hrsg. vom Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, 2/2000, S. 143f.
  • Andreas Pflock: Der Nordturm und seine Umgebung. Ein zeitgeschichtlicher Rundgang auf dem Gelände der Wewelsburg, Büren-Wewelsburg 1998.
  • John-Stucke, Kirsten/ Pflock, Andreas: Widerstand aus christlicher Überzeugung: Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus. Dokumentation einer Tagung, Essen 1998.
  • Andreas Pflock: „Wer noch atmete, wartete auf das Wunder“ – Die Befreiung des KZ Bergen-Belsen vor 50 Jahren, in: mitarbeiten – Informationen für die Jugendarbeit 1/1995, hrsg. vom Landesjugendpfarramt der Ev.-luth. Landeskirche Hannover.
  • Andreas Pflock, in: Füllberg-Stolberg, Claus (Hrsg.): Frauen in Konzentrationslagern. Bergen-Belsen/ Ravensbrück, Bremen 1994, darin: - „Lebens“-bedingungen im Konzentrationslager (S. 43ff.), - Geregelte Strafen, willkürliche Gewalt und Massensterben (zusammen mit Irmtraud Heilke, S.241 ff.), - „Bitteschön, und jetzt können sie mich verhaften“ – Ilse Stephan (S. 291ff.), - „...der Zukunft optimistisch entgegentreten“ – Louise van de Montel (S. 313ff.).

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Wissenschaftliche Leitung Konzept/Realisation: „Erinnerung braucht einen Ort“. Werkstattausstellung zur Neugestaltung der Dokumentation „Wewelsburg 1933–1945“, Wewelsburg (2000)
  • Beratung: „Der Feind im eigenen Land. ZwangsarbeiterInnen in Hannover“, Hannover (1998)
  • Wissenschaftliche Mitarbeit an Konzept/Realisation: „Bergen-Belsen. Frauen im Konzentrationslager“, Bergen-Belsen (1994)
  • Projektleitung Konzept/Realisation: „Gegen das Vergessen – Die NS-Konzentrationslager und ihre Gedenkstätten“, Gymnasium Neuenhaus, Niederlande (Gedenkstätten Westerbork und Vught), Luxemburg (1987–2002)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


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