Andreas Keller (Historiker)

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Andreas Keller, (* 23. August 1963 in Wolossowo, Leningrader Gebiet Russischer Föderation), ist ein russlanddeutscher Historiker, Autor, Liedermacher, Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

1970 - 1980 Absolvierte die Mittelschule Nr. 1 in Wolosowo. 1978 gewann den zweiten Platz im Allrussischen Rezitationswettbewerb in Nischnij Nowgorod, gewidmet A. M. Gorki. Rezitiert wurde ein Prosastück aus der autobiographischen Novelle des Schriftstellers "Kindheit". Schon damals bewies der Junge, dass er sich nicht so leicht geschlagen gibt. Immerhin ging während seines Auftritts das Mikro plötzlich aus. Im Saal - die Bildungsministerin und die ganzen Leute. Also sprach er, ja schrie regelrecht seinen Text in den dunklen Saal hinein - und gewann. Initiator und erster Vorsitzender des Leningrader deutschen Vereins e. V. und des Seminars für die Geschichte der Deutschen in Russland bei der Russländischen Akademie der Wissenschaften (1989-1990). Studierte an der Leningrader Pädagogischen Hochschule 1984-1989 und an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Bg. 1991-1995, wo er auch im Fach Osteuropäische Geschichte 2000 promovierte. Unterrichtete fünf Semester an der Freien Universität Berlin (Osteuropa-Institut) russische Geschichte 2002-2005. 1996 fing an, im Russisch und im Deutsch Gedichte und Prosa zu schreiben. Er machte seine Lebensstationen in Berlin, Hannover, Neu-Ulm, Ingolstadt-Manching, Ulm, Stuttgart, Bad Kissingen. Organisierte in Stuttgart die Deutsch-Russische Schreibwerkstatt 2007. Im Mai 2007 fand sein literarisches Debut mit dem Sammelband „Meine Kata-Strophen“ veröffentlicht beim Geest-Verlag Vechta-Langförden statt. Seit Februar 2010 wohnt und arbeitet er als Berater, Dozent, Autor, staatlich geprüfter und beeidigter Konferenzdolmetscher und Urkundenübersetzer in St. Petersburg. Zwei Töchter Christina und Lidia.

Wichtige Daten in chronologischer Reihenfolge[Bearbeiten]

1984-1989 Studium an der Pädagogischen Hochschule in Leningrad. Diplomarbeit: “Die Deutschen in St. Petersburg 1703 - 1914“

10.10.1990 - 30.08.1995 Freier Mitarbeiter an der „Forschungsstelle für Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland“ in Freiburg. Forschungsprojekt: "Deutsches Theater in St. Petersburg 1915 -1850" unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gottfried Schramm.

02.04.1991 - 07.07.1995 Studium der Osteuropäischen Geschichte, Philosophie und Ostslavischen Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

07.07.1995 MA an der Universität Freiburg. Thema der Magisterarbeit: „Das deutsche Theater und die Entwicklung der deutschen Gesellschaft in St. Petersburg im 18. und 19. Jahrhundert“

Juli 2000 Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Thema der Doktorarbeit: „Die Handwerker in St. Petersburg von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914“. Doktorvater: Prof. Dr. Dittmar Dahlmann

Oktober – Dezember 2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Ausstellung in der Moskauer Neuen Manege: „Eine Große Zukunft: Deutsche in Russlands Wirtschaft“. Kuratoren Prof. Dr. Dittmar Dahlmann und Prof. Dr. Klaus Heller

WS 2002/03 – WS 2004/05 Lehrbeauftragter beim Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin

Juli 2004 - Mai 2005 Freier Mitarbeiter am Zentrum für Zeitgeschichte von Bildung und Wissenschaft an der Universität Hannover

Forschungsaufenthalte in St. Petersburg und Moskau 1990, 1992, 1996, 1997, 2000, 2004.

Arbeit in den Archiven: Bundesarchiv Koblenz und Berlin-Lichterfelde, Staatsarchive von Moskau und St. Petersburg.

Seit 2005 Freiberuflicher Historiker und Autor

Seit 2007 wirkt als Kulturbotschafter bei den deutsch-russischen Städtepartnerschaften, speziell zwischen Stuttgart und Samara

Mitgliedschaften in den Vorständen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V., CDU Stuttgart-Möhringen, Paneuropa-Union Deutschland e. V. Stuttgart und bei der Deutsch-Russischen Schreibwerkstatt e. V. sowie eine Zusammenarbeit mit Capgemini Deutschland, Berliner Salon e. V., Spreeakademie, Konrad-Adenauer-Stiftung Stuttgart und Bertelsmann-Stiftung.

November-Dezember 2010: Mitwirkung im Filmprojekt von Joseph Vilsmaier "Russisch Roulette", Oktober 2011: Mitwirkung im Filmprojekt "Tuman 2" (Nebel 2)

Momentan arbeitet er an zwei Buchprojekten: 1. Im Buch "Die Sphinx von St. Petersburg" versucht Felix Scheible den Code eines Bildes von Pawel Filonow zu entschlüsseln, die Geheimnisse ägyptischer Mumien und Sphinxen zu lüften uvam. 2. "Der Mohr von Möhringen" - in diesem Buch handelt es sich um eine Integrationsgeschichte von Stuttgart. Hier studiert Felix deutsche Dialektologie, verliebt sich unserblich in eine Schwäbin und geht wieder in seine russische Heimat zurück, s. oben.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Nemezkij teatr Peterburga w natschale XIX weka, in: Sammelband "K nekotorym woprosam istorii feodaljnoi Rossii", hrsg. von der Leningrader Pädagogischen Hochschule namens A. I. Gerzen, S. 56. Leningrad 1989. Die Handschrift ist im Institut für die wissenschaftliche Information (INION) an der Akademie der Wissenschaften unter der Nummer 38848 (17.07.1989) deponiert. Bibliographische Beschreibung in: Novaja sowetskaja literatura po obschtschestwennym naukam: istorija, archeologija, etnografija. Moskau 1990, Nr. 2, S. 33.
  • Rolj semji w obrasowanii etnitscheskich stereotipow nemzev Peterburga, S. 44-51, in: "Mir detstwa" w tradizionnoj kuljture narodow SSSR, Sammelband Teil 1, hrsg. vom Staatlichen ethnographischen Museum der Völker der UdSSR. Leningrad 1991.
  • Bildung und Wohlfahrt, Gesellschaften und Vereine. Deutsches Leben in Moskau im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in: Nordost-Archiv, Zeitschrift für Regionalgeschichte, NF Bd. III/1994 Heft 1, S. 89-111.
  • Der Deutsche Klub in Moskau im 19. Jahrhundert, in: Forschungen zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, 7/1997, S. 151-164.
  • Nemzy v Moskwe XVI - natschala XX ww.: ich kuljturnaja i obschtschestvennaja schiznj, in: Sammelband zur 850-Jahrfeier seit der Gründung Moskaus: "Nemzy Moskwy: istoritscheskij wklad w kuljturu stolizy" (GRD. Die Russlanddeutschen: Historische Unterlagen und Forschungen), S. 53-105. Moskau 1997.
  • Beitrag über den Moskauer Deutschen Klub für die Broschüre zur Ausstellung im Moskauer Historischen Museum über die Deutschen in Moskau (Januar-Februar 1999).
  • Die Handwerker in St. Petersburg von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914, Frankfurt a. M. u.a.: Peter Lang 2002.
  • Das deutsche Theater und die deutsche Gesellschaft in St. Petersburg im 18. Jahrhundert bis 1914, in: An den Ufern der Newa: Deutsche in St. Petersburg, hrsg. v. Haus der Heimat, Stuttgart 2005, S. 40-51.
  • Geschichte als Kunst und Kunst als Geschichte: Ein Kunstwerk als historische Quelle am Beispiel vom Nachlass Isaak I. Brodskij’s (nicht veröffentlicht).
  • Zur Frage der Allgemein- und technischer Ausbildung in Russland im 19. Jahrhundert am Beispiel der Handwerkslehrlinge in St. Petersburg (nicht veröffentlicht).
  • Die Zünfte in Russland und die Anfänge der städtischen Selbstverwaltung, in: Burghart Schmidt (Hg.), Mittelständische Wirtschaft, Handwerk und Kultur im baltischen Raum. Von der Geschichte zur Gegenwart und Zukunft, Hamburg 2006, S. 227-231.
  • Meine Kata-Strophen: Prosa, Gedichte, Essays, Vechta-Langförden: Geest-Verlag 2007.
  • Wolga, Wodka und die schönen Frauen, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 2011.

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