Alltagsleben des vorrevolutionären Frankreichs (1700–1789)

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch wichtige Informationen. Hilf, indem du sie recherchierst und einfügst.

Unter Alltag versteht man die routinemäßige Abläufe der in einer Zivilisation lebenden Menschen orientiert an einem Tages- und Wochenzyklus. Damit werden Alltagsgeschichten beschrieben, bei denen es um die Frage geht, wie Menschen im Alltag lebten, ihr Leben und die Geschichte erlebten und damit die Grundlage für eine Geschichtsschreibung liefern. Das Alltagsleben des vorrevolutionären Frankreichs erläutert sich am besten am Phänomen der Ständegesellschaft.[1][2]

Politischer Hintergründe des vorrevolutionären Frankreichs[Bearbeiten]

Die französischen Monarchen des Ancien Régime standen in der langen Tradition des Königtums, das sich bis in das frühe Mittelalter zurückverfolgen lässt. Die Würde und das Selbstverständnis des Herrschers legitimierte sich aus seiner Abstammung und der Idee des Gottesgnadentums.Im Frankreich des Ancien Régime waren alle drei Stände in den Generalständen, États généraux vertreten, einer Ständeversammlung, deren Hauptaufgabe die Steuerbewilligung war. Die Generalstände wurden 1302 zum ersten Mal von Philip dem Schönen einberufen und erreichten den Höhepunkt ihres Einflusses im 15. Jahrhundert. Danach verloren sie an Bedeutung und wurden während des Absolutismus seit 1614 bis 1789, dem Jahr der Französischen Revolution, zu deren Beginn der Verlauf der ersten Versammlung der Generalstände seit 175 Jahren entscheidend beitrug, nicht mehr einberufen.

Wirtschaft, Währung und Kaufkraft[Bearbeiten]

Noch um das Jahr 1700 war das französische Wirtschaftssystem fast zur Gänze in der Stufe der Subsistenzwirtschaft verhaftet. Die Produktion diente der unmittelbaren Deckung des Eigenbedarfs und nur ein relativ geringer Anteil der Gesamtleistung wurde als Überschuss für den Markt produziert. Der dominierende Sektor war die Landwirtschaft, agriculture welche aber durch die traditionellen, wenig technisierten Anbaumethoden auf meist kleinbäuerlichen Betrieben vergleichsweise nur geringe Erträge erwirtschaftete. Zum anderen war die agrarische Produktion stark von zyklischen Produktionskrisen abhängig. Das Handwerk blieb während des Ancien régime ohne nennenswerte quantitative oder qualitative Veränderungen. Obzwar Anne Robert Jacques Turgot, baron de l’Aulne als contrôleur général des finances in der Zeit zwischen 1774 bis 1776 eine gänzliche Abschaffung der Zünfte anstrebte um die handwerkliche Produktion im Sinne weiterer merkantilistischer Wirtschaftsförderung zu reformieren und zu öffnen, konnte er sein Vorhaben nicht durchsetzen, dennoch wurden die Zunftschranken zu Beginn des Jahres 1770 gelockert. Wenngleich auch der Einfluss der Zünfte außerhalb der städtischen Metropolen vergleichsweise geringer war. Manufakturen entwickelten sich im Frankreich des 18. Jahrhunderts zögerlich. Ein stark expandierender Wirtschaftssektor war hingegen der Handel und hier vor allem der maritime Warenverkehr, etwa der Überseehandel mit den Kolonien. Profiteure dieser Entwicklung waren die Kaufleute und Handelsgesellschaften in den Handelsmetropolen an den Küsten wie Nantes, Bordeaux und Marseille.

Betrachtet man die Binnenwirtschaft von Beginn des 18. Jahrhunderts an, so stieg die Konjunkturkurve der französischen Wirtschaft vor dem Siebenjähriger Krieg stark an. Obgleich das Königreich Großbritannien sich nach dem Ende des Siebenjähriger oder auch Dritter Schlesischer Krieges wirtschaftlich stärker erholte kam es auch in Frankreich zu einer steten Entwicklung.

Karte der Alliierten im Siebenjährigen Krieg (1756–1763)

Vom Aufschwung begünstigt waren der Außenhandel, die Textilindustrie, von geringerem Grade die landwirtschaftliche und die gewerbliche Produktion. Ein Indiz für den wachsenden Reichtum ist der Anstieg der Bevölkerungszahl von etwa 20 auf 26 Millionen Einwohner. Ab dem Jahre 1730 stiegen jedoch auch die Preise und die Inflation erreichte bis 1780 50-60% des ursprünglichen Niveaus. Die positive Wirtschaftsentwicklung kam folglich nicht allen Ständen und Schichten gleichermaßen zugute: Von den gestiegenen Preisen für landwirtschaftliche Produkte, verbunden mit einem starken Anstieg der Pachten, profitierten in erster Linie marktorientierte Manufakturen und Handwerker. Da die Löhne hinter den Preissteigerungen zurückblieben, sanken die Reallöhne und die Lohnempfänger verarmten.

Die Betrachtung der Kaufkraft einer historischen Währung ist schwierig, hier ein Versuch: 1 Louis d’or entsprach 24 Livres, 1 Sou waren ein Zwanzigstel Livre, 1 Liard entsprach ein Viertel Sou. Ein durchschnittliches table d´hôte oder Mittagsmenü kostete 1 Livre; der Preis für ein Brot lag zwischen 2 Sous bis 12 Sous. Eine Tasse Café au lait an einem Strassencafe 2 Sous. Der gewöhnliche Sitzplatz in der Comédie française war für 1 Livre und in der Opéra für 2 Livres, 8 Sous zu erwerben. Die Fahrt mit einer Postkutsche, carrosse von Bordeaux nach Paris 72 Livres.[3]

Maße und Gewichte[Bearbeiten]

Bis zur Einführung des metrischen Systems im Jahre 1790 von der französischen Nationalversammlung beschlossen galten in Frankreich die Alten Maße und Gewichte.

Handwerker und Manufakturbetriebe[Bearbeiten]

Die Preise für die Waren, die Entlohnung und letztlich die Produktionsziffern wurden im 18. Jahrhundert eher von der Obrigkeit bestimmt, somit war die Aufgabe der Zünfte[4] die Kontrolle und Überwachung von Qualitätsnormen, prévôt des marchands bzw. prévôt de Paris. Eine Manufaktur war eine Produktionsstätte in welcher Waren arbeitsteilig und dadurch in hoher Zahl hergestellt werden konnten. Obgleich Frankreich das führende Land der Gewerbetätigkeit war, waren Manufakturen um das Jahr 1750 noch selten.[5]

Blechproduktion im 18. Jahrhundert
Gerberei eine Darstellung aus der Encyclopédie von Denis Diderot

Materialien, Werkstoffe und Energiequellen[Bearbeiten]

Durch eine zunehmende Arbeitsteilung konnte zum einen die Produktivität der Gesellschaft des Ancien regime gesteigert werden, zum anderen gelang es hierdurch neue Produktionsweisen für Waren zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln. Die zeitgebundenen Werkstoffe waren Holz und deren verarbeitete Zustände, Keramiken (Geschichte der Keramik), Lederwaren, Metalle und Legierungen, Glaswaren, Papier und deren Derivate, Wolle und Textilien, Bruchsteine und Zemente. Energiequellen waren Fossile Energie und Holzkohle, Wasserkraft (Wassermühle) und Wind (Windmühle).

Alltagsleben in den einzelnen Ständen[Bearbeiten]

Der erste Stand oder Klerus, Clergé[Bearbeiten]

In diese Gruppe fasst man alle Geistlichen genauer die katholische Geistlichkeit, das heißt Angehörige der hohen Geistlichkeit wie auch den niederen Klerus, zusammen. Die feudale Herrschaftsordnung war in letzter Instanz sakral legitimiert. Grundlage der sakralen Ordnung bildete der katholische Glauben mit seinen religiöse Traditionen und moralisch-ethischen Vorgaben, die die sozialen, politischen und geistigen Verhältnisse prägten, zumindest aber beeinflussten. Die Institution Kirche und die Frömmigkeit des Regenten und Untertans formten das alltägliche Leben und die Mentalitäten der Menschen. Insbesondere die Landbevölkerung orientierte sich in ihren Lebens- und Arbeitsrhythmus an den kirchlichen Kalender und sah in der Geistlichkeit wichtige Autoritäten vor Ort.

Der zweite Stand oder Adel, Noblesse[Bearbeiten]

Der französische Adel entstand ursprünglich aus dem Lehnswesen des Mittelalters entstanden. Der ältere Adel wurde in der Zeit der Bourbonenkönige durch zahlreiche Standeserhöhungen und Einführung des Dienstadels, den noblesse de robe erheblich erweitert.

Name Regierungszeit Verwandtschaft
Ludwig XIV. 1643–1715 Sohn des Vorgänger Ludwig XIII.
Ludwig XV. 1715–1774 Urenkel des Vorgängers
Ludwig XVI. 1774–1793 Enkel des Vorgängers


Im 18. Jahrhundert war der Adel in Frankreich weitaus mehr als in anderen europäischen Staaten die vorherrschende Klasse so hinsichtlich seines gesellschaftlichen Ansehens, Reichtums aber auch seinen Funktionen in der Politik und der Verwaltung. Nur in Ausnahmefällen konnten bürgerliche auch diese Funktionen übernehmen bzw. wurden nachträglich geadelt. Nach Schätzungen lag die Anzahl der Adligen unmittelbar vor der französischen Revolution zwischen 110 000 bis 400 000, somit 0,5 bis 1,4% der französischen Gesamtbevölkerung. Ein weiteres Charakteristikum des Adels war die weitgehende Steuerfreiheit, so waren sie befreit von der Gabelle von der Corvée und von der Taille. Für letztere waren aber auch die Bürger von Paris ebenso befreit. Im Verlauf der Zeit kamen aber geringe Steuerlasten hinzu bis 1695 wurden keine Steuern erhoben, dann während des Ancien Régime die Kopfsteuer, Capitation, ab 1710 der Zehnte und ab dem Jahre 1749 der Zwanzigste.[6]

Der dritte Stand oder Bauern, Bürger, Tiers état[Bearbeiten]

Dem dritten Stand, auch tiers état so seit dem 15. Jahrhundert bezeichnet, gehörten etwa 98 Prozent der Untertanen des französischen Königs an. Zum Ende des 18. Jahrhunderts waren es etwa 25 Millionen Einwohner. Der dritten Stand war eine sehr heterogene Gruppe, so die Bevölkerung auf dem Lande in den Städten und die kleine und mittlere Bourgeoisie. Dieses Bürgertum bestand aus Handwerkern und Kaufleuten. Aber auch die freien Berufe wie die der Rechtsanwälte, Notare, Lehrer und Ärzte können hier mit eingeordnet werden. Zur Großbourgeoisie zählten Angehörige wie etwa Finanziers und Bankiers, fermiers généraux. Mit ihrem Kapital waren sie dem Adel überlegen, allerdings kauften sich viele der Großbourgeoisie in den Adel ein. Somit gab es viele soziale Unterschiede innerhalb des Dritten Standes, man war ein Stand (politisch-rechtlich) aber nicht eine Klasse (sozial-ökonomisch).

Die städtischen Klassen des dritten Standes waren durch ihre Skepsis auf die Aristokratie und das Ancien Régime und ihren Vertretern verbunden, aber sie waren in verschiedene Gruppen geteilt. Neben den Manufakturarbeiter eine noch zahlenmäßig kleine Gruppe, gab es noch die Lohnempfänger ohne feste Anstellung. Sie bildete wohl die wichtigste Gruppe der städtischen Volksklassen. Sie bestand zum Beispiel aus Tagelöhnern, Laufburschen, Hauspersonal der Aristokratie oder der Großbourgeoisie und Landarbeiter und Bauern die in den schlechten Ertragszeiten eine Arbeit suchten.

Die Lebensbedingungenn des dritten Standes verschlechterte sich im 18. Jahrhundert zunehmend.[7] Das Bevölkerungswachstum in den Städten führte zu Preissteigerungen und zu Ungleichgewichte von Löhnen und Lebenshaltungskosten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestand eine Tendenz zur Verarmung der in Lohn stehenden Bevölkerung. Das Wirtschaftsleben des Frankreich des 18. Jahrhunderts wurde durch eine landwirtschaftliche Produktion beherrscht und diese Landbevölkerung betrug etwa 75 Prozent aller Einwohner. Hingegen aber lag der bäuerliche Grundbesitz bei nur 35 Prozent, doch durch die große Anzahl der Landbevölkerung war der Anteil eines jeden Bauern sehr gering oder gleich null. Die Bauern waren Eigentümer einer Parzelle, es gab aber auch viele landlose Bauern.

Die Lebensbedingungen dieser Landbevölkerung waren unterschiedlich. Man unterschied zwischen Leibeigene, servage und freien Bauern, paysan. Die Bauern bewirtschafteten Land das meist im Besitz eines Herrn, Seigneur war. In der Funktion des Seigneur traten häufig der erste und zweite Stand auf, Klerus und Adel, aber mit zunehmendem Maße auch die städtische Bourgeoisie. Die freien Bauern traten dem Seigneur als Pächter bzw. Halbpächter gegenüber und waren für die Nutzung des Bodens zu regelmäßige Geldzahlungen oder Naturalleistungen aufgefordert, dabei war der Umfang jener feudalen Belastungen regional unterschiedlich. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es nur noch wenige Leibeigene im strengen Sinne, so waren die meisten Landwirte freie Bauern. Dennoch gab es eben Klassenunterschiede in der ländlichen Bevölkerung, neben Großpächtern, Pächtern, Halbpächter und Kleinbauern mit Grundbesitz. Die Masse von Tagelöhnern verfügten nur über ihre Arbeitskraft.

Ein Bauer beim Schärfen einer Sense. Detail aus einer Monatsblattfolge von Caspar Luyken um 1700

Die Belastungen für die Bauern waren oft sehr schwer. Zum einen die königlichen Lasten. Die Bauern beziehungsweise der Dritte Stand zahlte eigentlich alleine die Steuern und diese waren im Verlauf des 18. Jahrhunderts immer weiter angestiegen. Zum anderen die kirchlichen Lasten, da man den Zehnt an den Klerus abtragen musste. Außerdem hatten sie noch die grundherrlichen Lasten zu tragen.[8]

Karikatur zur französischen Revolution: Klerus und Adel getragen vom dritten Stand
Der dritte Stand

Wohnung und Kleidung[Bearbeiten]

In der städtischen Bourgeoisie aber auch im zweiten Stand oder dem Adel, Noblesse war das bevorzugte Kleidungsstück in der Männermode das sogenannte Justaucorps.[9] Es war ein frackähnlicher Überrock mit weiten Ärmeln. Darunter wurde ein Hemd getragen, welches durchaus reich verziert sein konnte. Auf dem Hemd trug man oft eine Weste, deren Ärmel eher schmal waren. Das Beinkleid dieser Zeit war die Culotte, eine Kniebundhose. Als Kopfbedeckung trug man den Dreispitz, ein Hut mit breiter Krempe, der an drei Seiten aufgeschlagen war. Zu dieser Zeit war es keine Seltenheit, dass auch Herrenschuhe mit Absätzen versehen waren. Zudem waren sie meist hochgeschlossen und relativ plump (siehe auch Kleidermode des Rokoko)

Frack, Frankreich um das Jahr 1790-1795.

Darstellung des Zuges nach Versailles während der Französischen Revolution im Oktober 1789

Die Frauen trugen weite Röcke, welche durch ein Mieder gehalten wurden. Die Frauen der Noblesse hatten ein darunter befestigtes Gestell, den Reifrock aus Rosshaar und Fischbein welches dem Rock ein feste Form gab. Das bevorzugte Material für die Röcke war Seide. Man trug darüber ein eng anliegendes Oberteil getragen, dieses ging nach vorne in einen geöffneten Überrock über und endete nach hinten in einer Schleppe. Das Dekolleté war zumeist recht weit und reichte nicht selten bis zu den Schultern. Die Damenschuhe waren von spitzer Form und meist aus feinen Materialien wie Seide, Damast oder Samt gefertigt. Darüber hinaus besaßen sie aufwendige Verzierungen und waren in der Regel hochgeschlossen. Im Gegensatz zu den Männern trugen die Frauen keine Perücken, sondern hochgestecktes Haar, welches meist mit einer feinen Spitzenhaube bedeckt wurde.[10]

Männerkleidung Mitte des 18. Jahrhundert.
Frauenkleidung Mitte des 18. Jahrhundert.

Nahrung[Bearbeiten]

Der Name Ratatouille wurde in Frankreich seit dem 18. Jahrhundert für einfache Eintopfgerichte verwendet, abgeleitet von dem französischen Verb touiller für umrühren. Ratatouille ist ein provençalisches Wort und heißt nach einer Interpretation angeblich Reste-Fraß (rata = Fraß; touiller = rühren, umrühren) ursprünglich ein Arme-Leute-Essen aus Abfall vom Gemüse – Tomaten, Auberginen, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch – über Stunden geköchelt. Die Morgen- und Mittagsmahlzeit der ländlichen Bevölkerung bestand aus einem ständig über dem Herd köchelnden Getreidebrei, der aus dem warmen Kessel gelöffelt wurde. Abends gab es Suppe sowie Brot. Honig bildete einen begehrten Speisezusatz zum Süßen (siehe auch Esskultur der frühen Neuzeit). Der sogenannte Mehlkrieg, guerre des farines) war ein Aufstand in Frankreich im April und Mai 1775 gegen als zu hoch empfundene Mehl- und Brotpreise und zeigt wie bedeutsam diese Produkte für die tägliche Ernährung waren. Auch Buchweizengerichte waren verbreitet. Aber seit im 18. Jahrhundert der Anbau der Kartoffel stark zunahm, die ebenfalls auf relativ schlechten Böden noch gut gedeiht, ging die Bedeutung des Buchweizens als Nahrungslieferant deutlich zurück.[11]

Das erste bedeutende Kochbuch des 18. Jahrhunderts in Frankreich war Le Cuisinier moderne von Vincent de La Chapelle (1742), es umfasste fünf Bände und enthielt mehrere ausklappbare Bildtafeln. Eine davon, die zeigt, wie eine Tafel für 100 Personen eingedeckt werden sollte, ist insgesamt über einen Meter lang. In diesem Zeitraum begann die Epoche der Nouvelle Cuisine in Frankreich. Das erfolgreichste Kochbuch des 18. Jahrhunderts war jedoch La Cuisinière bourgeoise (1746), das sich als erstes Werk ausdrücklich an Frauen richtete. Wie der Titel schon zeigt wendet es sich an die Bourgeoisie des dritten Standes. Die erste Frau, die ein kleines Kochbuch veröffentlichte, war Mme. Mérigot, die nach der Französischen Revolution 1795 eine 42-seitige Broschüre mit Kartoffelrezepten für La Cuisinière républicaine verfasste.[12]

In den Quartier des Halles oder Markthallen von Paris gab es Garküchen oder Imbiße, hier wurde neben anderen Gerichten auch die französische oder Pariser [8Zwiebelsuppe]], Soupe à l’oignon oder Soupe d’oignons aux Halles angeboten.

Gesellschaftsspiele[Bearbeiten]

Das Karten- und auch das Würfelspiel hatten im 18. Jahrhundert einen hohen kollektiven Unterhaltungswert quer durch alle Schichten bzw. Ständen der Gesellschaft. Die Kartenspiele mit entsprechend gestalteten Spielkarten waren zu unterschiedlichen Zeiten, in den einzelnen gesellschaftlichen Schichten und Orten verschieden beliebt. So etwa das Tontine, das Vingt et Un.

Das Leben in der Stadt Paris[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis-Sébastien Mercier: Pariser Nahaufnahmen. Tableau de Paris. Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Wolfgang Tschöke, Manesse Verlag, Zürich (1990) ISBN 3-7175-1776-7
  • Beaurepaire Pierre-Yves: La France des Lumières 1715–1789. Histoire de France. Belin, (2011) ISBN 978-2-7011-3365-2 S. 112
  • Arlette Farge: Das brüchige Leben. Verführung und Aufruhr im Paris des 18. Jahrhunderts. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin (1989) ISBN 3-8031-3544-3
  • Esther-Beate Körber: Die Zeit der Aufklärung. Eine Geschichte des 18. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2006) ISBN 3-8062-2047-6
  • Robert Muchembled: Die Erfindung des modernen Menschen. Gefühlsdifferenzierung und kollektive Verhaltensweisen im Zeitalter des Absolutismus. Rowohlt, Hamburg (1990) ISBN 3-4999-55510-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schulin, Ernst: Die Französische Revolution. C.H.Beck, München (1990), ISBN 3-406-33307-9, S. 123-183
  2. Roche, Daniel: A History of everday things. The Birth of Consumtion in France, 1600-1800. Cambridge University Press, Cambridge (2000) ISBN 0-521-63359-1
  3. Furbank, Philip Nicholas: Diderot. A critical biography. Secker & Warburg, London (1992), ISBN 0-436-16853-7, S.474
  4. Haupt, Heinz-Gerhard: Das Ende der Zünfte. Vandenhoeck & Ruprecht (2002) ISBN 3-525-35167-4, S. 181 ff.
  5. Esther-Beate Körber: Die Zeit der Aufklärung. Eine Geschichte des 18. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2006) ISBN 3-8062-2047-6 S. 129; 108; 113
  6. Schulin, Ernst: Die französische Revolution. C.H. Beck, München (1990) ISBN 3-406-33307-9, S. 141
  7. Die Demographische Entwicklung im Frankreich des 18. Jahrhunderts
  8. 2.3 Der Dritte Stand:
  9. Stoffe des 18. Jahrhunderts online
  10. Métiers de mode. online in französischer Sprache mit vielen Abbildungen
  11. Harald Schrefler:Sozialgeschichte der Ernährung Wien, 28.04.2003 S. 15-17 online
  12. Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2nd. ed. Oxford (2006) Artikel French cookbooks, S. 319 f.