Ali Al-Dailami

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Ali Al-Dailami auf dem Bundesparteitag Die Linke 2018

Ali Al-Dailami (* 27. Dezember 1981 in Sanaa, Jemen) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Seit 2016 ist er stellvertretender Parteivorsitzender der Linken.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1990er Jahre kam Al-Dailami als Sohn politischer Flüchtlinge nach Deutschland. Er besuchte die Grundschule im rheinland-pfälzischen Sankt Julian.

Nachdem, als er zwölf Jahre alt war, seine Mutter starb, kam er auf eigenen Wunsch in ein Kinderheim.[1] Es folgten mehrere Einrichtungswechsel bei der Kinder- und Jugendhilfe, unter anderem nach Lich.[1] Er brach die Schule ab und zog mit dem 18. Lebensjahr nach Gießen.[1]

Dort holte er die Mittlere Reife an einer Abendschule nach. Er war auf Arbeitslosengeld II angewiesen und arbeitete unter anderem als Leiharbeiter am Fließband und im Lager.[1] Es folgte eine Ausbildung zum Restaurantfachmann.[2][1]

Eigener Aussage nach haben ihn die Erlebnisse jener Jahre und das sich über ein Jahrzehnt hinziehende Asylverfahren politisiert.[1][1]

Im April 2014 wurde er während eines Wahlkampfeinsatzes angegriffen und musste im Krankenhaus behandelt werden.[3] Gegen den Täter erstattete er Strafanzeige.[3]

Politischer Werdegang[Bearbeiten]

Al-Dailami war 2006 Mitbegründer und Sprecher der Basisgruppe der Linksjugend Solid in Gießen. Im selben Jahr wurde er in den Vorstand des Kreisverbandes der Linken gewählt. Von 2007 bis 2008 gehörte er dem hessischen Landesvorstand der Linken an.

Seit 2009 ist Al-Dailami Mitglied des Parteivorstands der Linken und migrationspolitischer Sprecher seiner Partei. Seit 2016 ist er Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand der Linken und wurde auf dem Bundesparteitag in Leipzig 2018 zum Stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.

Seit 2013 ist Al-Dailami zudem Vorsitzender des Kreisverbandes Gießen der Linken.[4]

Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 bewarb er sich erfolglos um ein Mandat.[1]

Ihm wird insbesondere mit Amira Mohamed Ali eine enge innerparteiliche Zusammenarbeit zugeschrieben.[5]

Er ist Mitglied bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.[4]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Al-Dailami wird dem linken Flügel seiner Partei zugerechnet, gehört aber keiner innerparteilichen Strömung an.

Er tritt für „eine Überwindung des kapitalistischen Wirtschafts-und Produktionssystems ein“, da es seiner Ansicht nach „in eine Katastrophe führt“. Mit der Klimafrage „stellt sich die Systemfrage mittlerweile von selbst“. Im Kampf gegen rechts bezeichnete er die sogenannte Mitte als Teil des Problems.[6]

Privates[Bearbeiten]

Inklusive Stiefgeschwister hat er elf Geschwister.[1] Er ist ledig, kinderlos und eigener Aussage nach Atheist.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ali Al-Dailami – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co KG: Bundestagskandidat Ali Al-Dailami (Die Linke) wurde im Jemen geboren - Gießener Anzeiger. Abgerufen am 10. März 2020.
  2. A. B. Makar, K. E. McMartin, M. Palese, T. R. Tephly: Formate assay in body fluids: application in methanol poisoning. In: Biochemical Medicine. Band 13, Nr. 2, Juni 1975, ISSN 0006-2944, S. 117–126, doi:10.1016/0006-2944(75)90147-7, PMID 1.
  3. 3,0 3,1 Angriff auf Linken-Parteivorstandsmitglied Ali Al-Dailami. Abgerufen am 10. März 2020.
  4. 4,0 4,1 DIE LINKE. Abgerufen am 6. März 2020.
  5. Kevin Hagen, DER SPIEGEL: Linke im Machtkampf: Die nervöse Partei - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 10. März 2020.
  6. Klaus Wolschner: Linken-Parteitag in Bremen: Regieren ist anstrengend. In: Die Tageszeitung: taz. 11. November 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 7. März 2020]).
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