Alfred Teumer

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Alfred Teumer (* 11. Februar 1918 in Neustadt am Rübenberge; † 4. Oktober 1944 in Hesepe) war Hauptmann und Jagdflieger, der im Zweiten Weltkrieg in der deutschen Luftwaffe diente.

Leben[Bearbeiten]

Alfred Teumer trat 1934 in die Wehrmacht ein und wurde am 2. Dezember 1941 als Leutnant zur dritten Staffel des Jagdgeschwader 54 nach Krasnogwardeisk (heute: Gattschina) kommandiert und ab da als Jagdflieger an der Ostfront im Deutsch-Sowjetischen Krieg eingesetzt.

Seinen ersten Abschuss erzielte er am 28. Dezember 1941. Bis zum Mai 1942 konnte er bereits seinen 35. Abschuss verzeichnen. Im Januar 1943 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Juli 1943 wurde Teumer nach Juschny verlegt und zum Staffelkapitän der 10. Staffel des JG 54 ernannt. Seine nun mit der Messerschmitt Bf 109 G ausgerüstete Gruppe verlegte im August nach Siwerskaya an die Ostfront. Am 3. September 1943 wurde er während eines Einsatzes abgeschossen und verwundet. Nach seiner Genesung wechselte er im Dezember 1943 als Staffelkapitän zur 2./JG 54 nach Orscha, wo seine Gruppe über den Jahreswechsel verblieb, bevor sie nach Wesenberg verlegt wurde. Im April 1944 wurde Teumer zur „Reichsluftverteidigung“ der Westfront nach Landau versetzt und kommandierte ab da die 7./JG 54. Am 10. Juni 1944 wurde er während eines Einsatzfluges mit einer Focke-Wulf Fw 190 A-8 (Werknummer 730 384) über der Orne-Mündung abgeschossen, konnte sich aber durch einen Notausstieg retten. Am 25. September 1944 wurde Teumer in das von Walter Nowotny neu aufgestellte Erprobungskommando (auch Kommando Nowotny) versetzt, welches das weltweit erste Strahlflugzeug Messerschmitt Me 262 Schwalbe auf Flug- bzw. Luftkampfeigenschaften testete und kommandierte dort die 2. Staffel.

Teumer starb am 4. Oktober 1944 bei einem Flugunfall über Hesepe, hervorgerufen durch einen Triebwerkschaden seiner Messerschmitt Me 262 A-1a (Werknummer 170 044), rund 8 km südlich des Flugplatzes Achmer.

Sein Grab befindet sich heute auf dem Soldatenfriedhof der Ev. luth. Kirchengemeinde St. Martin in Bramsche, Reihe 3 Grab 3.

Leistungen[Bearbeiten]

Zwischen 28. Dezember 1941 und 9. August 1944 erzielte Teumer als Jagdflieger im Jagdgeschwader 54 in über 300 Kampfeinsätzen 76 Luftsiege und wurde dafür u. a. am 12. April 1943 mit dem Ehrenpokal der Luftwaffe von Reichsmarschall Hermann Göring und am 19. August 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.[1] 66 Luftsiege erzielte er bei Kämpfen über der Ostfront und 10 Siege über der Westfront, davon 3 gegen schwere viermotorige Bomber der britischen Royal Air Force und der Luftstreitkräfte der US-Army.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Raymond F. Toliver, Trevor J. Constable: Das waren die deutschen Jagdfliegerasse 1939-1945. 6. Auflage. Motorbuch-Verlag. Stuttgart, 1976, ISBN 3-87943-193-0.
  • Hugh Morgan, John Weal: German Jet Aces of World War 2. (Aircraft of the Aces, Band 17) London, Osprey Aerospace, 1999, ISBN 1-855-32634-5
  • Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe. Hoffmann, Mainz 1989, ISBN 3-87341-065-6.
  • Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1939–1945. Gliederungen und Kurzchroniken. Ein Dokument. Heinz Nickel Verlag, Zweibrücken, 1993, ISBN 3-925480-15-3.
  • John Weal: Jagdgeschwader 54 ‘Grünherz’. Osprey, Oxford 2001, ISBN 978-1-84176-286-9 (Volltext in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walther-Peer Fellgiebel: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. 1939-1945. Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtteile. Friedberg/Hessen, Podzun-Pallas, 1993, ISBN 3-7909-0284-5.
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