Alexander Andrejewitsch Guber

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Alexander Andrejewitsch Guber (russisch Александр Андреевич Губер; * 1. April 1902 in Kamenka im Gouvernement Kiew; † 16. Juni 1971) war ein sowjetischer Historiker.

Studium und Arbeitsgebiete[Bearbeiten]

Sein Studium beendete er im Jahre 1925 am Institut für Orientalistik in Moskau.[1] Seine Studien konzentrierten sich auf Themen der Länder Südost-Asiens und des Pazifik. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er nach dem Studium an der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens. Dort spezialisierte er sich auf die Untersuchungen der neuzeitlichen Geschichte der Länder Indonesien, der Philippinen und der Länder von Indochina. Seine erste wissenschaftliche Veröffentlichung im Jahre 1928 betraf die Lage der arbeitenden Klassen in Indonesien. Vier Jahre später erschien dann seine Monografie zur sozialökonomischen Lage von Indonesien.

Ab Mitte der 1930er-Jahre begann er sich mit den Untersuchungen zu den Philippinen zu beschäftigen. Im Jahre 1937 erschien seine erste Arbeit zu der Thematik unter dem Titel „Die Philippinen“. Bis 1948 setzte er diese Studien fort, um sich dann ab 1949 auf die Geschichte der Länder Indochinas zu konzentrieren. Im Jahre 1949 erschien von ihm eine Arbeit über den Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes. Es folgten weitere Untersuchungen über die Länder im Osten des pazifischen Raumes im Pazifik. Im Jahre 1960 kam eine Arbeit zum 150. Jahrestag des Befreiungskampfes der Länder Lateinamerikas von ihm heraus.

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

Im Jahre 1935 wurde er zum Professor ernannt. Zwei Jahre später erhielt er eine Professur an der Staatlichen Universität Moskau. Neben dieser Lehrtätigkeit nahm er Vorlesungen am Institut für Geschichte, Philosophie und Literatur in Moskau wahr. Es folgte 1946 eine Berufung an die Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der KPdSU. Ab 1953 war er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR; im Jahre 1966 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Mitglied dieser Akademie. Das Institut für Orientalistik in Moskau leitete er von 1954 bis 1956. In den letzten Jahren seiner akademischen Laufbahn leitete er die Abteilung für Zeitgeschichte der Länder Lateinamerikas am Institut für Allgemeine Geschichte der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.

Ab 1957 wurde er Vorsitzender des Nationalkomitees der sowjetischen Historiker.[2] Von 1960 gehörte er dem Internationalen Historikerkomitee an, wo er dann zum Vizepräsidenten gewählt wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Rotbannerorden der Arbeit - 2x
  • Ehrentitel des Weltfriedensrates 1959

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The Situation of the Working Class in Indonesia, 1928 (russisch)
  • Indonesia, 1932 (russisch)
  • The Revolutionary Movement in Indonesia at the Present Stage, 1933 (russisch)
  • The Philippines, 1937 (russisch)
  • New History of Colonial and Dependent contries, 1940 (russisch)
  • History of Dutch Penetration into Indonesia, 1941 (russisch)
  • The Philippine Republic of 1898 and Americam Imperialism, 1948 (russisch)
  • The Vietnam People in Their Struggle for Independence and Democracy, 1949
  • New History of the Countries of the East Outside the Soviet Union, Vol. 1-2, 1952 (russisch)
  • Die internationalen Beziehungen im Fernen Osten (1870-1945), Berlin 1955 mit J.M. Shukow, G.N. Woitinski, A.L. Galperin et al., (deutsch)
  • Zur Frage der Besonderheiten bei der Formierung von Klassen im kolonialen Indonesien: Vortrag auf dem XXIV. Internationalen Orientalistenkongress, 1957 (deutsch)
  • The 150th Anniversery of the War of Independence of Latin America, 1960 (russisch)
  • Weltgeschichte in zehn Bänden, Band 7, Berlin 1965 mit J. M. Shukow, M. J. Gefter und A. S. Jerussalimski (deutsch)
  • (Hrsg.) History of the Mongolian People's Republic Editors, Moskau 1973 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A.A. Guber zum Gedenken. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 1971, ISSN 0044-2828, OCLC 643485503, S. 1427–1428.
  2. Andrew I. Lebed, t al. Who's who in the USSR 1956-66, London 1966, S. 297-298
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