Aktion Weißes Friedensband

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Das weiße Friedensband

Aktion Weißes Friedensband e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Bildungsförderung der „Eine Welt“-Thematik und wird als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Vereinssitz ist in Düsseldorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Hintergrund für die Gründung war der drohende Angriff auf den Irak. Kurz vor dem Krieg im Februar 2003 entwickelten Journalisten ein neues Friedenssymbol, das Weiße Friedensband. Die Beschreibung wurde mit einem Foto an 180 Friedensorganisationen weltweit geschickt. Zwei Träger des Aachener Friedenspreises forderten mit einem Aufruf im WDR die Menschen zum Tragen des Weißen Friedensbandes auf. In ganz Deutschland und während Demonstrationen gegen den Krieg trugen mehrere tausend Menschen die Weiße Schleife; auch Politiker der Grünen und SPD trugen sie bei der Irakdebatte im Bundestag.

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Durch öffentliche Aktionen, Projekte und Veranstaltungen sollen Jugendliche für Missstände Gleichaltriger sensibilisiert werden und mit ihnen solidarisieren. Besonders Medien und Politiker werden durch unmittelbaren Kontakt eingeschlossen. Schwerpunktthemen sind Missbrauch von Kindern als Soldaten, Kinder- und Zwangsprostitution und sexuelle Gewalt, weibliche Beschneidung und Kinderarbeit. Jugendliche fordern mehr Möglichkeiten, sich an politischen Prozessen zu beteiligen. Friedensband gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich durch Aktivgruppen öffentlich für Kinderrechte einzusetzen. Sie organisieren regionale Aktionen und Veranstaltungen, um in ihrer unmittelbaren Umgebung Bewusstsein zu schaffen.

Beratung[Bearbeiten]

Aktion Weißes Friedensband hat eine Telefonberatung gegen Weibliche Genitalverstümmelung eingeführt, an die sich betroffenen Mädchen und Frauen wenden können. Sie ist anonym, da es vielen Mädchen und Frauen schwer fällt, über ihre Situation zu sprechen. Auch eine Broschüre zur Aufklärung der weiblichen Genitalbeschneidung wird zur Verfügung gestellt. Die Bildunterschriften sind in deutsch, englisch, französisch, arabisch, kiswahili und somali. Gefördert wurde die Broschüre vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Aufklärungsarbeit[Bearbeiten]

Besonders zum Thema Kindersoldaten gibt es bereits vielfältiges Informationsmaterial, das für Schulen und Jugendeinrichtungen erarbeitet worden ist.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Datei:RedHandDay.jpg
Der Red Hand Day gilt als internationaler Gedenktag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. (Riesige Darstellung einer roten Hand von Kindern eines Gymnasiums in Köln, 2004)

Aktion Rote Hand[Bearbeiten]

2003 wurde die Aktion Rote Hand ins Leben gerufen, die auf das Schicksal von Kindersoldaten aufmerksam macht. Inzwischen wurde diese Aktion weltweit von mehr als 500.000 Jugendlichen umgesetzt. Bis heute haben auch Politiker wie Hannelore Kraft, Horst Köhler, Kristina Schröder, Renate Künast und viele andere, ihre Hand mit roter Fingerfarbe eingefärbt und den Abdruck auf ein Papier mit der eigenen Botschaft an die Politik gesendet. Am 12. Februar 2009 konnte Bundespräsident Horst Köhler mehr als 130.000 rote Hände aus Deutschland entgegen nehmen. Er empfing Vertreter der Aktion Rote Hand gemeinsam mit 30 Jugendlichen, die sich besonders stark für Kindersoldaten eingesetzt hatten. Am gleichen Tag wurde ein Teil der etwa 300.000 weltweit gesammelten roten Hände in New York übergeben. An dem Empfang nahmen der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, seine Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, sowie der Vorsitzende des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, Claude Heller, teil. 2010 empfing Außenminister Guido Westerwelle in Berlin Vertreter der Aktion Rote Hand und Jugendliche, die sich in ihren Schulen für Kindersoldaten eingesetzt hatten. Der Außenminister versprach, sich für die Kinder in bewaffneten Konflikten einzusetzen.

Das Symbol der roten Hand wurde von einem Bündnis internationaler Menschen- und Kinderrechtsorganisationen, der „Coalition to Stop the Use of Child Soldiers“, für die weltweite Kampagne gegen den Missbrauch von Kindersoldaten eingeführt. Dieses Bündnis, dem „Aktion Weißes Friedensband“ ebenfalls angehört, macht politische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Kindersoldaten und trug wesentlich zum Zustandekommen des Zusatzprotokolls bei.

Mädchenbeschneidung[Bearbeiten]

Mit der Initiative NEIN zu Beschneidung von Mädchen startete Friedensband 2004 seine Aktivitäten im Bereich weiblicher Genitalbeschneidung. Mit einem Kongress konnte die Vernetzung der beteiligten Organisationen gefördert werden.

Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen[Bearbeiten]

Der Runde Tisch NRW wurde am 6. Februar 2007 zum internationale Tag gegen weibliche Genitalbeschneidung gegründet und bringt Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Ministerien, Behörden, Berufsverbänden, Menschenrechtsorganisationen und Beratungsstellen zusammen. Sie werden zum Thema weibliche Genitalbeschneidung informiert. Ziel ist es, die medizinische, soziale und rechtliche Situation betroffener Frauen zu verbessern und Mädchen vor Beschneidung zu schützen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam Maßnahmen und bringen Projekte auf den Weg.

Vernetzung[Bearbeiten]

Der Verein ist Mitglied bei

Aktion Weißes Friedensband wird unter anderem unterstützt von

Weblinks[Bearbeiten]

www.friedensband.net – Webseite der Aktion Weißes Friedensband

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