5-Schnitt-Methode

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die 5-Schnitt-Methode ist ein Verfahren zur Genauigkeitskontrolle eines Tischkreissägenlängsschnittes.

Für den Möbelbau ist die Winkelgenauigkeit für 90°-Längsschnitte auf der Tischkreissäge unabdingbar. Um die Genauigkeitskontrolle praktikabel, mit geringem Materialaufwand und einer Schieblehre durchführen zu können, wird die 5-Schnitt-Methode angewandt. Die „5-cut-method“ stammt ursprünglich aus der amerikanischen „Woodworker“-Familie.

Vorgehensweise[Bearbeiten]

Als Hilfsmittel dient ein handliches Restbrettchen mit zumindest einer geraden Seite in der Größe von 20 × 20 cm bis 30 × 30 cm. Die Dicke des Brettchens spielt keine Rolle. Die gerade Seite wird mit einer 4 beschriftet. Alle weiteren Seiten werden wie in Bild 1 gezeigt beschriftet. Die Bilder 1–5 zeigen das am Quer-/Gehrungsanschlag des Schiebeschlittens anliegende Brettchen. Rot gestrichelt ist die Schnittlinie des Sägeblattes angedeutet.

Schnittfolge[Bearbeiten]

  1. Man legt die Seite mit der 4 an den Gehrungs- bzw. Queranschlag des Schiebeschlittens und schneidet einen schmalen Streifen an der mit 1 bezeichneten Seite ab.
  2. Das Brettchen nun rechts herum drehen, so dass die Seite 1 anliegt und Seite 2 abgesägt werden kann. Siehe Bild 2.
  3. Das Brettchen nun rechts herum drehen, so dass die Seite 2 anliegt und Seite 3 abgesägt werden kann. Siehe Bild 3.
  4. Das Brettchen nun rechts herum drehen, so dass die Seite 3 anliegt und Seite 4 abgesägt werden kann. Siehe Bild 4.
  5. Nach einer weiteren Drehung wird nun nochmals Seite 4 angelegt und ein ca. 2 cm breiter Streifen abgeschnitten. Vor dem Schnitt den Streifen mit A und B beschriften!

Ergebnis[Bearbeiten]

Ergebnis ist dann ein Prüfling mit der Bezeichnung A und B. Mit der Schieblehre werden nun die Breiten a und b gemessen und notiert. Sind beispielsweise a= 32,1 mm und b= 20,2 mm ergibt sich ein Schnittfehler von a – b = 32,1 mm – 20,2 mm = 11,9 mm /z (auf der Länge z). Der optimale Schnittfehler ist 0 mm bei exakten 90°. Ist a größer als b, ist der Winkel Gehrungsanschlag/Sägeblatt kleiner 90 Grad. Ist a kleiner als b, ist der Winkel größer 90 Grad. Durch wiederholtes Justieren des Queranschlages und erneutes Zuschneiden eines Prüflings versucht man nun den Schnittfehler auf 0 mm zu reduzieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Da am Prüfling alle 4 Seiten (Ecken) mit der gegebenen Ungenauigkeit geschnitten wurden, vervierfacht sich der Schnittfehler.

  • Der absolute Schnittfehler ist somit 11,9 mm / 4 Schnitte = 3,0 mm /z.
  • Die Länge des Prüflings sei z = 173,5 mm.
  • Dann ergibt sich ein Fehler von 3,0 mm x 1000/(173,5 mm) = 17,3 mm/m (Millimeter pro Meter).
  • Dies ergibt einen Winkelfehler von tan (17,3/1000) = 0,99°.

Durch den wiederholten Schnitt tritt ein Lupeneffekt ein. Der Schnittfehler lässt sich so wesentlich besser ermitteln und korrigieren.

Weblinks[Bearbeiten]

Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.